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Fußball

Mittwoch, 25. August 2010

Dicke Luft um Demichelis: Nerlinger greift Kaiser an

Franz Beckenbauer spottet über Martin Demichelis. Und Christian Nerlinger, Sportdirektor des Fußball-Bundesligisten FC Bayern München findet das gar nicht gut. "Das war polemisch und unpassend. Martin hat immer alles für Bayern gegeben."
Juve ist interessiert: Martin Demichelis.

Juve ist interessiert: Martin Demichelis.
(Foto: dpa)

Bastian Schweinsteiger, Philipp Lahm und Franck Ribéry übertreffen sich gegenseitig mit Liebeserklärungen an den FC Bayern, doch die Personalie Martin Demichelis sorgt für dicke Luft beim deutschen Fußball-Rekordmeister. Sportdirektor Christian Nerlinger beging nun sogar Majestätsbeleidigung und kritisierte "Kaiser" Franz Beckenbauer öffentlich.

"Es ist nicht in Ordnung, dass über einen verdienten Spieler Schmutz ausgeschüttet wird", sagte Nerlinger der "tz": "Die Äußerungen von Franz Beckenbauer haben mir zum Beispiel gar nicht gefallen, das war polemisch und unpassend. Martin hat immer alles für Bayern gegeben." Bayerns Ehrenpräsident Beckenbauer hatte erklärt, dass Demichelis sehr viel dazu beigetragen habe, dass es manchmal nicht so gut gelaufen ist. Er wolle am liebsten "mit Krawatte spielen".

Lahm will hingegen treu bleiben

Nerlinger bestätigte zugleich, dass es erste Verhandlungen mit Demichelis und dessen Berater über einen Wechsel gegeben habe: "Es gab bislang aber keine Verhandlungen mit anderen Vereinen." Der argentinische Nationalspieler soll von Italiens Rekordmeister Juventus Turin, dem englischen Champion FC Chelsea und Atletico Madrid umworben werden. Als mögliche Ablösesumme sind zwölf Millionen Euro im Gespräch.

Nationalspieler Philipp Lahm dagegen will den Bayern noch lange treu bleiben. Der 26-Jährige hat mit dem Double-Gewinner weiter Großes vor. Der WM-Kapitän hat seine Pläne für einen Wechsel ins Ausland vorerst ad acta gelegt, "weil ich sehe, dass hier etwas ganz Großes entsteht, und da will ich dabei sein", sagte Lahm der "Bild"-Zeitung. Über seinen bis 2012 laufenden Vertrag werde es in dieser Saison "mit Sicherheit" Gespräche geben. "Ich gehe davon aus, dass der Verein auf mich zukommen wird. Ich kann mir vorstellen, ebenfalls langfristig zu unterschreiben, weil man als Spieler in den nächsten Jahren bei Bayern auch international immer um den Titel mitspielen wird", sagte der Flügelspieler.

Schweinsteiger will Karriere in München beenden

Zuletzt hatte WM-Torschützenkönig Thomas Müller seinen Vertrag bei den Bayern bis 2015 verlängert. Bastian Schweinsteiger sagte in einem Interview mit der Zeitschrift "11 Freunde", dass er seine Karriere bei den Bayern beenden wolle: "Was wir jetzt gerade machen, das ist FC-Bayern-like. Deswegen kann es sein, dass ich noch sehr lange beim FC Bayern bleibe - und erst nach der Karriere meine Auslandserfahrung mache."

Franck Ribéry, der vor Müller einen Kontrakt bis 2015 unterschrieben hatte, sieht den Erfolg der Bayern auch in einem besseren Verständnis mit Trainer Louis van Gaal begründet. "Der Trainer hat eine wahnsinnig impulsive Art. Auf mich wirkte das, als wäre er aggressiv mir gegenüber. Inzwischen verstehe ich, dass er nichts gegen mich hat, sondern es nur eine Facette von ihm ist", sagte Ribéry der "Sport Bild".

Nach langwierigen Verletzungen, einer verpatzten WM und Schlagzeilen über sein Privatleben sieht sich Ribéry bei Bayern in der Pflicht: "Ich will und brauche die Liebe der Bayern-Fans. Es sind sie, für die ich spiele und meine Tricks zeige. Ich will sie glücklich machen. Aus dieser Zuneigung ziehe ich viel von meiner Kraft für mein Spiel. Ich will diese Liebe darum in dieser Saison zurückgewinnen."

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sid

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