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Heldt setzt weiter auf Trainer Keller: Nichts als Parolen auf Schalke

Die Situation beim FC Schalke 04 wird immer prekärer. Eigentlich hatte der Fußball-Bundesligist den Trainer gewechselt, um sich erneut für die Champions League zu qualifizieren. Davon ist jetzt nicht mehr die Rede. Sportvorstand Horst Heldt will jedoch an Jens Keller festhalten.

Die Talfahrt setzt sich ungebremst fort, der Druck auf Jens Keller wird immer größer - doch auch nach der 0:4-Klatsche bei Bayern München in der Fußball-Bundesliga am Wochenende hält Sportvorstand Horst Heldt stur an der Jobgarantie für den angeschlagenen Chefcoach von Schalke 04 fest. "Es bleibt so, wie wir es vorher gesagt haben: Jens Keller bleibt auf jeden Fall bis zum Saisonende unser Trainer", sagte Heldt nach Schalkes achter Saisonniederlage.

Dabei macht der 42 Jahre alte Keller nicht den Eindruck, als könnte er die erneut ganz schwachen Schalker aus ihrer schweren Krise führen. Aufgeben will er aber nicht: "Ich werde meine Arbeit weiter gewissenhaft machen, alles andere liegt nicht in meiner Hand." Die Königsblauen waren für den souveränen Tabellenführer allenfalls ein Spielball. Dennoch fiel den Verantwortlichen und Profis nicht viel mehr als die üblichen Durchhalteparolen ein. "Wir dürfen das jetzt nicht einfach so laufen lassen und die Spiele abschenken", meinte Routinier Christoph Metzelder. Die Mannschaft habe sich ergeben, "das darf nicht sein", fügte Kapitän Benedikt Höwedes an.

Es sei nun vor den Spielen in der Liga beim FSV Mainz und in der Champions League gegen Galatasaray Istanbul "ganz wichtig, dass wir alle zusammenstehen. Der Schlüssel liegt bei uns", unterstrich Metzelder. Die Niederlage sei eine "Mischung aus der unglaublichen Stärke des Gegners und unserer eigenen Schwäche" gewesen. Immerhin suchte auch Torwart Timo Hildebrand nicht die Schuld bei seinem Coach. "Wir müssen nicht über den Trainer reden. Es liegt an uns und nicht am Trainer. Wir müssen Punkte holen - und das wollen wir mit ihm machen", sagte der Keeper, der einem in München fast schon leidtun konnte, weil er von seinen Vorderleuten ständig im Stich gelassen wurde.

"Wir müssen gucken, was hinter uns passiert"

Man sollte sich jetzt überlegen, wie es weitergeht, äußerte Hildebrand: "Wir müssen den Kopf hoch halten und wieder an uns glauben, um den Bock umzustoßen." Jermaine Jones versuchte die erneut blutleere Vorstellung der Schalker durch die vielen prominenten Ausfälle (Huntelaar, Affelay, Fuchs, Marica, Papadopoulos) zu erklären. Diese seien schwer zu kompensieren. Man dürfe sich aber ohnehin nicht an den Bayern messen, führte Jones weiter aus, "wir müssen gucken, was hinter uns passiert."

Über die erneute Qualifikation zur Champions League will in Gelsenkirchen bei derzeit acht Punkten Rückstand auf Platz vier und nach nur einem Sieg aus den vergangenen zehn Spielen ohnehin keiner mehr reden. "Wir müssen erst wieder unsere Spiele gewinnen", sagte Heldt und nahm die Mannschaft in die Pflicht. "Die Spieler müssen sich jetzt auch an der Ehre gepackt fühlen und erkennen, dass sie Verantwortung haben. Wir müssen jetzt gegen Mainz und dann in der Champions League wieder die Tugenden an den Tag legen, die wir zuletzt haben vermissen lassen."

Im Gegensatz zur Pleite bei den Bayern müsse sich die Mannschaft "einfach mehr wehren. Wir müssen viel mehr in die Waagschale werfen, müssen die Kräfte bündeln". In München habe Schalke "nicht nach vorne gespielt. Wir haben gegen eine Mannschaft, die die Liga beherrscht, auch uns, nicht den Mut aufgebracht, den man aufbringen muss, um zu bestehen. Wir sind auch nicht in die Zweikämpfe gekommen. Es hat die Unterstützung gefehlt", monierte Heldt, der wenigstens eine Hoffnung hat: "Dass wir nicht jede Woche gegen den FC Bayern spielen."

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Quelle: n-tv.de

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