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Der Nürnberger Ondrej Petrak jubelt mit seinen Kollegen Even Hovland, Danny Blum und Laszlo Sepsi über seinen Treffer zum 1:1.
Der Nürnberger Ondrej Petrak jubelt mit seinen Kollegen Even Hovland, Danny Blum und Laszlo Sepsi über seinen Treffer zum 1:1.(Foto: dpa)

Rückschläge für Bochum und 1860 : Nürnberg dreht Topspiel gegen RB Leipzig

Nach großem Kampf hält Nürnbergs Serie auch im Spitzenspiel gegen RB Leipzig. Der Klub rückt bis auf drei Punkte an die Sachsen heran. Dagegen hat Bochum die Minimalchance auf den Aufstieg ins Fußball-Oberhaus wohl endgültig verspielt.

RB Leipzig kann die Brause für die Aufstiegsfeier noch lange nicht kalt stellen. Der 1. FC Nürnberg ist dem Spitzenreiter dank einer "Energy"-Leistung im Topspiel des 27. Spieltags ganz dicht auf die Pelle gerückt und hat das Aufstiegsrennen in der 2. Fußball-Bundesliga endgültig zu einem Dreikampf gemacht. Nach dem 1:3 (0:0) trotz einer Führung liegt Leipzig (56) sieben Spieltage vor Saisonende nur noch drei Punkte vor dem drittplatzierten Club (53).

Sollte der SC Freiburg (53) am Montag das badische Derby gegen den Karlsruher SC gewinnen, würden die Breisgauer die Leipziger sogar an der Spitze ablösen. Die Mannschaft der Stunde ist aber der FCN - die Franken sind seit 17 Partien ungeschlagen und feierten gegen RB den fünften Sieg in Folge. Durch das 2:2 (1:1) des VfL Bochum gegen die SpVgg Greuther Fürth haben die Nürnberger bereits acht Punkte Vorsprung auf den FC St. Pauli auf Rang vier.

Bochum patzt gegen Fürth

Bochum verabschiedete sich mit dem Remis endgültig aus dem Aufstiegsrennen in die Fußball-Bundesliga. Nando Rafael (90.+1) rettete einen Punkt für den VfL. Niko Gießelmann (12.) mit einem wunderschönen Tor aus der Distanz in den rechten Winkel und Veton Berisha (65.) trafen für die effektiven Franken. Bochums Top-Torjäger Simon Terodde (43.) hatte mit seinem 18. Saisontreffer vor 13.443 Zuschauern den zwischenzeitlichen 1:1-Ausgleich erzielt. Bochums Tim Hoogland (90.+3) sah wegen wiederholten Foulspiels noch die Gelb-Rote Karte. In der sechsten Minute der Nachspielzeit sah Fürths Jürgen Gjasula wegen einer Tätlichkeit die Rote Karte. Bochum ist mit 44 Punkten Tabellenfünfter. Fürth revanchierte sich für die 0:5-Pleite im Hinspiel. Das Team von Trainer Stefan Ruthenbeck hat nun vier Spiele in Folge nicht verloren und liegt nur noch einen Platz hinter den Bochumern.

1:1 im Kellerduell

Arminia Bielefeld hielt 1860 München auf Distanz. Die Ostwestfalen kamen nach zwischenzeitlichem Rückstand noch zu einem 1:1 (0:1) und haben trotz des siebten Spiels in Serie ohne Sieg fünf Punkte Vorsprung vor 1860 auf dem Relegationsplatz. Michael Görlitz (55.) glich für das Team von Trainer Norbert Meier aus, nachdem Jan Mauersberger (19.) die Gastgeber in Führung gebracht hatte. Die Bielefelder verpassten allerdings einen enorm wichtigen Sieg, über weite Strecken des Spiels war die Arminia die bessere Mannschaft. Die Löwen verloren in der 88. Minute Romuald Lacazette wegen wiederholten Foulspiels durch eine Gelb-Rote Karte. Vor 20.500 Zuschauer erzielten die Gastgeber etwas überraschend das erste Tor. Einen Freistoß konnte Torhüter Wolfgang Hesl nur nach vorne abklatschen - Mauersberger war zur Stelle und drückte den Ball aus kurzer Distanz über die Linie.

Doch auch nach der Führung zeigte sich die Abwehr der Gastgeber immer wieder anfällig, die Arminia konnte aber zunächst kein Kapital daraus schlagen. Francisco Rodriguez mit einem Freistoß (34.) und einem Distanzschuss (45.+1) hatte gute Möglichkeiten für die Bielefelder. Beide Male scheiterte er jedoch an Stefan Ortega. Ohne Chance war der Münchner Torhüter dagegen zehn Minuten nach Wiederanpfiff. Einen Sololauf schloss Görlitz zum Ausgleich ab, zu diesem Zeitpunkt war das 1:1 verdient. Viel zu oft verloren die Münchner schnell den Ball und eröffneten dem Gegner Chancen.

Chaos beim FCK

Derweil steht der 1. FC Kaiserslautern nach dem 3:4 (1:3) bei Fortuna Düsseldorf und der Randale von knapp 200 "Fans" im Kölner Hauptbahnhof (mal wieder) am Rande des Chaos. Fünf Stück könnten auch zu viel für Konrad Fünfstück sein. Der Trainer des viermaligen Meisters muss nach fünf Pleiten in Folge um seinen Job bangen. "Wer jetzt noch immer nicht verstanden hat, dass wir im Abstiegskampf sind, der ist im falschen Film", sagte Kapitän Daniel Halfar, der mit seinen Teamkollegen einen Vereins-Negativrekord in der 2. Liga aufgestellt hat. Friedhelm Funkel erlebte bei seinem Debüt als Fortuna-Trainer "Dramatik pur" und dachte umgehend an das Wunder von Uerdingen. "Ich habe mich schon während des Spiels auf der Bank ein bisschen an das 7:3 gegen Dresden vor auf den Tag genau 30 Jahren erinnert", sagte der 62-Jährige.

Ganz am Ende der Tabelle ist der SC Paderborn auch im dritten Spiel nach der Entlassung von Trainer Stefan Effenberg ungeschlagen geblieben, hat einen Big Point im Abstiegskampf aber vergeben. Im Kellerduell mit Schlusslicht MSV Duisburg kamen die Ostwestfalen nicht über ein 0:0 hinaus und bleiben weiter Vorletzter. Dass der Fußball aber doch nur eine Nebensache ist, wurde am Wochenende in der Hauptstadt deutlich. 13 Monate nach seiner erschütternden Krebsdiagnose feierte Benjamin Köhler von Union Berlin beim 3:1 (0:0) gegen Eintracht Braunschweig sein emotionales Pflichtspiel-Comeback.

Die Fans begrüßten den Mittelfeldspieler mit Standing Ovations, seine Mitspieler warfen ihn nach dem Schlusspfiff in die Luft "Das war ein Gänsehautgefühl. Ich habe mich riesig gefreut, dass ich spielen durfte. Ich habe gesehen, was mir gefehlt hat in den letzten Monaten", sagte der 35-Jährige, der in 77. Minute eingewechselt wurde: "Man hat es mir vielleicht nicht angemerkt, aber das geht einem schon nahe."

Quelle: n-tv.de

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