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Und wo ist der Ball? Dortmunds Marko Reus und der Münchner David Alaba bemühen sich um ihn.
Und wo ist der Ball? Dortmunds Marko Reus und der Münchner David Alaba bemühen sich um ihn.(Foto: dapd)

Bayern und der BVB auf Augenhöhe: Nur Hoeneß sitzt auf der Palme

Von Stefan Giannakoulis

Nach dem Remis im Spitzenspiel der Fußball-Bundesliga geben sich die Münchner und die Dortmunder gelassen. Nur Uli Hoeneß poltert - und Roman Weidenfeller ist heiß wie Frittenfett. Ansonsten gilt: Nun ist Champions League.

Nach der Bundesliga ist vor der Champions League. Und so hielten sich die Beteiligten nicht allzu lange damit auf, darüber zu spekulieren, für welche Mannschaft denn nun dieses Unentschieden ein größerer Gewinn sei. Dafür war das Ergebnis dieses sehr guten Spiels einfach zu unspektakulär. "Wir sind nicht unzufrieden, ärgern uns aber auch, weil wir nicht gewonnen haben. Das tut ein bisschen weh. Für die Außendarstellung wäre ein Sieg schön gewesen", fasste Nationalspieler Thomas Müller die Gemütslage der Münchner zusammen. So aber bleibt es dabei, dass die Bayern nach fünf Pflichtspielniederlagen in Folge auch das sechste Aufeinandertreffen mit den Dortmundern nicht gewonnen haben.

Mag nichts von Trauma hören: Uli Hoeneß.
Mag nichts von Trauma hören: Uli Hoeneß.(Foto: dpa)

Mit 1:1 hatten sich der FC Bayern, seines Zeichens schnellster Herbstmeister der Bundesliga, und Borussia Dortmund, der amtierende Meister, an diesem 15. Spieltag in der mit 71.000 Zuschauern ausverkauften Münchener Arena im Duell der beiden besten deutschen Mannschaften getrennt. Unentschieden, das bedeutet einen Punkt für jeden. An der Tabelle ändert das folglich nichts. Die Bayern haben weiter elf Zähler Vorsprung auf den BVB, ärgster Verfolger, was die Zahl der Punkte angeht, bleibt nach dem knappen Sieg gegen Nürnberg der TSV Bayer 04 Leverkusen.

Dementsprechend schätzte Dortmunds Trainer Jürgen Klopp eine erfolgreiche Titelverteidigung als "nicht wahnsinnig wahrscheinlich" ein. Und Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke räumte ein: "Sie werden dieses Jahr wohl kaum zu stoppen sein. Vielleicht wenn sie in ein Leistungstief fallen, aber das ist unwahrscheinlich". Aber was heißt schon einräumen? Elf Punkte sind elf Punkte. Was soll er auch sonst sagen? Münchens Trainer Jupp Heynckes jedenfalls durfte unwidersprochen behaupten: "Wir haben bis jetzt gezeigt, dass wir Meister werden können - und höchstwahrscheinlich auch werden". Nur der Dortmunder Torhüter Roman Weidenfeller, der mit drei Glanztaten in der Schlussviertelstunde das Remis gerettet hatte, lehnte sich etwas weiter aus dem Fenster: "Wir wollen alles offen gestalten und weiter Punkte sammeln. Wir haben die ganze Rückrunde vor uns. Wir haben das Zeug dazu".

Schaulaufen gegen Manchester

Das Zeug zu einer erfolgreichen Saison in der Champions League haben beide Mannschaften, international haben die Dortmunder sogar die bessere Ausgangsposition. Vor dem abschließenden Vorrundenspiel am Dienstag (ab 20.45 Uhr im Liveticker bei n-tv.de) gegen den englischen Meister Manchester City ist ihnen der Sieg in der wohl schwersten aller Gruppen nicht mehr zu nehmen, das Achtelfinale ist gebucht. Nach Siegen gegen Real Madrid und Ajax Amsterdam gilt der BVB mittlerweile als ein ernsthafter Titelkandidat.

Da fällt es nicht ins Gewicht, dass Innenverteidiger Neven Subotic wahrscheinlich nicht mitmachen kann. Der serbische Nationalspieler wurde bei der Partie im München neun Minuten vor dem Ende mit Beschwerden an der Leiste ausgewechselt. "Wir werden da kein Risiko eingehen", kündigte Watzke bereits an. "Wir wollen das ordentlich zu Ende bringen, aber die Konzentration gilt jetzt der Liga." Für Trainer Klopp liegt es daher nahe, darüber nachzudenken, einigen Leistungsträgern eine Pause zu gönnen. "Wir haben viele Spieler mit kleineren oder größeren Wehwehchen. Da müssen wir schauen, wer überhaupt zur Verfügung steht", sagte Sportdirektor Michael Zorc. Nur besagter Weidenfeller ist nach wie vor heiß wie Frittenfett: "Wir wissen, dass wir als Gruppensieger feststehen. Aber wir wollen unseren Fans noch einmal ein Highlight bieten".

Bayern wollen Revanche gegen Borisow

Während die Dortmunder sich also, Weidenfeller mal ausgenommen, auf ein Schaulaufen einstellen, geht es für den FC Bayern am Mittwoch (ebenfalls ab 20.45 Uhr, ebenfalls im Liveticker bei n-tv.de) gegen den weißrussischen Vertreter Bate Borisow noch um Platz eins in der Gruppe F, im Achtelfinale stehen auch sie. Ein Sieg würde reichen, um den FC Valencia auf Distanz zu halten. Borisow, das ist die Mannschaft, die das Hinspiel gegen die Münchner in Minsk mit 3:1 gewonnen hatte.

Doch viel mehr beschäftigt die Bayern, dass Innenverteidiger Holger Badstuber fehlt. Der Nationalspieler zog sich in der Begegnung gegen Dortmund einen Kreuzbandriss zu und fällt mindestens fünf Monate aus. "Das ist für den Jungen sehr bitter", kommentierte Trainer Heynckes. Ansonsten aber ist auch in München alles in Butter. Denn auch wenn sie den BVB wieder nicht geschlagen haben: Elf Punkte Vorsprung bleiben. Nur einer ließ sich am Ende dann doch noch aus der Fassung bringen, wenig überraschend war das Präsident Uli Hoeneß. Die Frage nach einem möglichen BVB-Komplex brachte ihn auf die Palme: "Ich kann mit so einem Käse wie Trauma-Bewältigung nichts anfangen. Das muss man beim Psychiater machen".

Quelle: n-tv.de

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