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"Er ist Arsene Wengers Mann. Er ist besser als Zidane": Mesut Özil.
"Er ist Arsene Wengers Mann. Er ist besser als Zidane": Mesut Özil.(Foto: imago/BPI)

Deutsche Legionäre im Formcheck: Özil besser als Zidane, Kirchhoffs Albtraum

Von Stefan Giannakoulis

Beim FC Bayern sieht er kein Land, auch sein Einstand auf der Insel misslingt. Nun muss sich Jan Kirchhoff den Spott anhören. Besser läuft es bei Mesut Özil, den sie besingen, obwohl er verletzt fehlt. Sami Khedira wird mit Lob überschüttet.

Gastarbeiter des Wochenendes

Sami Khedira (Juventus Turin): Seit er wieder dabei ist, läuft es bei Juve. Nach dem 4:0 in Udine stehen die Turiner weiter zwei Punkte hinter dem SSC Neapel auf Platz zwei der Tabelle der italienischen Serie A. Und die "Gazzetta dello Sport" lobte den deutschen Nationalspieler in überschwänglicher Manier, nachdem der mit seinem dritten Saisontor das 2:0 beigesteuert hatte: "Khedira ist wieder der Mittelfeldspieler, der bei der WM 2010 verzauberte und den José Mourinho unbedingt bei Real haben wollte. Khedira hat ein Radar für die richtige Position und für Tore. Ist er in Form, wird er wirklich gefährlich."

Der "Corriere dello Sport" sah das ähnlich: "Khedira bestätigt sich als eines der besten Geschäfte in der jüngsten Geschichte Juventus'. Seine Leistungen haben eine exzellente Kontinuität." Und Khedira? Freut sich auf das Achtelfinale in der Champions League. Dort geht es am 23. Februar und am 16. März gegen den FC Bayern. "Es wird schwer, aber wir begegnen uns auf Augenhöhe und haben auch die Chance, eine Runde weiterzukommen."

Gefeiert

Mesut Özil (FC Arsenal): Wegen einer Fußverletzung war der beste Vorlagengeber der englischen Liga in der torlosen Partie bei Stoke City nicht dabei. Sagen wir es so: Er hat seiner Mannschaft durchaus gefehlt. Die Fans feierten ihn dennoch und widmeten ihm ein Liedchen: "Wir haben Özil, Mesut Özil. Ich glaube, ihr versteht es einfach nicht. Er ist Arsene Wengers Mann. Er ist besser als Zidane. Wir haben Mesut Özil." In der Partie am nächsten Sonntag gegen den FC Chelsea will er aber wieder dabei sein. Hier geht's zur Hymne:

Kevin Trapp (Paris Saint Germain): Wenn eine Mannschaft von 21 Ligaspielen kein einziges verloren und dabei nur neun Tore kassiert hat, dann kann das auch am Torwart liegen. Bei Trapp ist das definitiv so. Auch beim 1:0 in Toulouse in der französischen Ligue 1 hielt er, was es zu halten gab. Und vorne traf wie meist der schwedische Superstar Zlatan Ibrahimovic. Eine gute Mischung. Verfolger AS Monaco liegt bereits 21 Zähler zurück.

Miroslav Klose (Lazio Rom): Er kann es doch noch, der Altmeister. In jüngster Zeit war er bei den Römern zwar nur zweite Wahl, doch beim 2:2 im Stadio Olimpico gegen den FC Bologna war er der Mann, der dem Spiel die Wende gab. Beim Stand von 0:2 kam er nach der Pause auf den Rasen, holte er einen Elfmeter heraus und lieferte die Vorlage zum 2:2. "Klose entscheidet das Spiel auch ohne Treffer", lobte die "Gazzetta dello Sport" den Stürmer, der in dieser Saison noch keinen Treffer erzielt hat. Der "Corriere dello Sport" bescheinigte ihm "Engagement, Dynamik und Wut". Fazit: "Wenn Miro diese Teilzeit-Rolle akzeptiert, kann er eine wertvolle Waffe werden."

Gefragt

Vorgelegt: Toni Kroos feiert mit Gareth Bale.
Vorgelegt: Toni Kroos feiert mit Gareth Bale.(Foto: REUTERS)

Toni Kroos (Real Madrid): Seit Zinedine Zidane die Königlichen trainiert, erzielen sie in jeder Partie fünf Tore. Okay, das 5:1 gegen den Abstiegskandidaten Sporting Gijón in der spanischen Primera Division war erst das zweite Spiel mit dem neuen Übungsleiter, aber immerhin. "Real zeigte in der ersten Halbzeit die beste Darbietung seit langem", befand das Sportblatt "Marca". Und, Obacht: "Weltmeister Toni Kroos findet wieder zu seinem Selbstvertrauen zurück." Eine Torvorlage lieferte er, leitete nach sieben Minuten im Estadio Bernabéu mit einer Ecke die Tor-Party ein. Ansonsten darf seine Leistung als im positiven Sinn solide bezeichnet werden.

Emre Can (FC Liverpool): Wenn ein defensiver Mittelfeldspieler die besten Torchancen für sich verzeichnet, dann spricht das nicht unbedingt für seine Mannschaft. In der Tat hat Liverpool ein Sturmproblem und verlor auch deshalb in der englischen Premier League mit 0:1 gegen Manchester United. Was wiederum nicht gegen Can spricht. Der machte seine Sache nämlich außerordentlich ordentlich, brachte sich stets ein, forderte viele Bälle, setzte seinen Körper im Zweikampf ein - und hatte die meisten Torchancen. Okay, es waren nur zwei. Aber immerhin.

Per Mertesacker (FC Arsenal): Der Abwehrchef zeigte bei der wenig aufregenden Nullnummer des englischen Tabellenführers in Stoke, warum er diesen inoffiziellen Titel für sich reklamieren darf. Was er gar nicht tut, die Journalisten nennen ihn nur so. Jedenfalls trat Mertesacker in der Innenverteidigung gewohnt souverän auf - wie ein Abwehrchef eben.

Shkodran Mustafi (FC Valencia): Abgesehen davon, dass der gebürtige Nordhesse mit seinen 23 Jahren noch etwas zu jung für einen Abwehrchef ist, gehört er in Valencias Innenverteidigung zum Inventar. Was allerdings nichts daran änderte, dass der Klub mittlerweile eine beeindruckende Negativserie hinter sich hat. Das 2:2 gegen Rayo Vallecano war das neunte Ligaspiel in Folge ohne Sieg.

Geschmäht

Grün ist die Hoffnung: Jan Kirchhoff.
Grün ist die Hoffnung: Jan Kirchhoff.(Foto: imago/BPI)

Jan Kirchhoff (AFC Sunderland): Wenn einer den Verein wechselt und dann nach dem ersten Spiel für seinen neuen Klub gleich verspottet wird, ist das keine schöne Sache. Beim FC Bayern hatte Kirchhoff kein Land gesehen, also sucht er sein Glück nun in England. Nach einer knappen Stunde kam er für Sunderland zu seinem ersten Einsatz, da stand es in der Partie bei Tottenham Hotspur noch 1:1. Am Ende siegten die Londoner mit 4:1 - auch, weil Kirchhoff in der Zwischenzeit einen Schuss des Gegners ins eigene Tor abgefälscht und zudem einen Foulelfmeter verschuldet hatte. Der Deutsche, spottete die BBC, habe optisch etwas von Per Mertesacker - aber er habe gespielt wie "Mertesacker, der gerade aus der Eistonne gestiegen ist". Der Guardian bescheinigte Kirchhoff ein "Albtraum-Debüt". Und die "Sun" urteilte: "Eines der schlechtesten Debüts in der Premier League überhaupt." Sunderlands Trainer Sam Allardyce bemühte sich um Contenance: "Er muss jetzt schnell lernen. Er kam in die Premier League und hat festgestellt, wie schwierig es hier ist. Es war ein natürlich ein Risiko, aber man darf auch keinen Spieler nach nur einem Spiel beurteilen."

Nebendarsteller

Robert Huth (Leicester City): Das Sensationsteam der Premier League steht auch nach dem 1:1 bei Aston Villa auf Platz zwei der Tabelle, punktgleich mit Spitzenreiter Arsenal. Und Huth erzielte anders als beim Sieg bei Tottenham im Spiel zuvor kein Tor in letzter Minute, räumte in der Innenverteidigung aber ab, was es abzuräumen gab. Ach, nennen wir ihn Abwehrchef.

Antonio Rüdiger (AS Rom): Neuer Trainer, neues Glück. Was im Falle von Rüdiger und der Roma allerdings eher neues Pech bedeutet. Luciano Spalletti ist wieder da - und ließ den deutschen Innenverteidiger beim 1:1 gegen Hellas Verona erst einmal, das heißt 65 Minuten, auf der Bank. Das fanden nicht alle gut. "Rüdiger stopft viele Löcher, die seine Teamkollegen hinterlassen", kommentierte "Gazzetta dello Sport". "Rüdiger hätte viel früher spielen sollen", forderte der "Corriere dello Sport" rückwirkend. Wir werden darauf achten, ob sich Spalletti das zu Herzen nimmt. Am kommenden Sonntag geht es zu Juventus nach Turin.

Zuschauer

Marc-André ter Stegen (FC Barcelona): Same procedure. Will heißen: Der ehemalige Torhüter sitzt bei Barças Ligaspielen auf der Bank. Dort sah er, wie seine Kollegen Atletic Bilbao mit 6:0 zurück ins Baskenland schickten.

Bastian Schweinsteiger (Manchester United): Den Kapitän der DFB-Elf plagen immer noch die Folgen seiner Knieverletzung. Folglich war er beim Sieg Manchesters in Liverpool nicht dabei, hatte aber vorher verkündet: "Ich drücke die Daumen für den Klassiker. Auf geht's, Rote Teufel." Scheint ja geholfen zu haben.

Lukas Podolski (Galatasaray): Während sich der Kölner in Köln mit Problemen am Oberschenkel und am Sprunggelenk herumplagt und mutmaßlich auch behandeln lässt, landete sein Team in Istanbul zum Rückrundenauftakt der türkischen Süper Lig einen 3:1-Sieg gegen Sivasspor.

Mario Gomez (Besiktas): Der Angreifer kam in der Partie gegen Mersin Idman Yurdu nur 20 Minuten zum Einsatz. Dann wurde er aber nicht ausgewechselt, sondern das Spiel abgebrochen. Es schneite in Istanbul so stark, dass Schiedsrichter Mete Kalkavan beide Teams beim Stand von 0:0 in die Kabine bat.

Quelle: n-tv.de

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