Sport
Video

Cruyff-Gedenken gegen Frankreich: Oranje verabschiedet sich von "König Johan"

Die Nachricht vom Tod Johan Cruyffs löst weltweit Bestürzung aus. In seiner niederländischen Heimat erweist man dem Fußballidol eine besondere Ehre. Beim Testspiel gegen Frankreich nutzen Spieler und Zuschauer die 14. Minute für eine emotionale Geste.

Nach 14 Minuten ruhte der Ball, und Johan Cruyff kehrte noch einmal überlebensgroß in die "Amsterdam Arena" zurück. Ein riesiges Porträt des niederländischen Fußball-Idols in der Fankurve hinter dem Tor zeigte die legendäre Nummer 14 im Oranje-Trikot, die 46.000 Zuschauer erhoben sich und applaudierten zusammen mit den Spielern eine Minute lang im Gedenken an "König Johan".

Der Abschied von Cruyff, im Alter von 68 Jahren an den Folgen seiner Lungenkrebs-Erkrankung gestorben, war der emotionale Höhepunkt des Länderspiels der Niederländer gegen EM-Gastgeber Frankreich. Dass die nicht für das Turnier qualifizierten Erben Cruyffs 2:3 (0:2) unterlagen, war Nebensache. "Es war ein besonderer Moment", sagte Frankreichs Nationaltrainer Didier Deschamps: "Ein Großer wie Johan Cruyff verdient eine solche Anerkennung, und das Stadion ist darauf eingegangen."

Das Spiel stand ganz im Zeichen der verstorbenen Legende. Zahlreiche Fans hielten Trikots und Transparente mit der Nummer 14 hoch, "Johan bedankt!" (Danke Johan), prangte auf einem großen Plakat auf der Haupttribüne, Blumen und ein Schwarzweiß-Foto Cruyffs schmückten seinen leeren Platz auf der Ehrentribüne.

"Er ist eine Inspiration"

Als das Spiel unterbrochen wurde, hatte Olivier Giroud gerade das 2:0 für Frankreich erzielt - sein 14. Tor für die Equipe Tricolore. "Damit habe ich versucht, dieser Legende Ehre zu erweisen", sagte der Stürmer des FC Arsenal. Antoine Griezmann (6.) hatte die Gäste früh in Führung gebracht.

Der ehemalige Gladbacher Luuk de Jong mit Hilfe des Unterarms (47.) und der Ex-Schalker Ibrahim Afellay (86.) sorgten danach für den Ausgleich für Oranje, ehe Blaise Matuidi kurz vor Schluss (87.) den verdienten Sieg der Franzosen sicherstellte - mit der Rückennummer 14. Afellay hob nach seinem Tor beide Arme zum Himmel, als suche er Cruyff, und zählte dann vor der Kamera mit den Fingern bis 14. "Er bedeutete mir sehr viel", sagte der 29-Jährige: "Er ist eine Inspiration."

Bondscoach Danny Blind hatte den Ex-Schalker zur zweiten Halbzeit als dritten Stürmer eingewechselt - auch eine Hommage an den Verstorbenen. "Sollte man nicht beim Gedenken an Cruyff immer Fußball mit drei Angreifern spielen?", fragte der Trainer. Frankreich, lobte Blind, könne die EM gewinnen. "Auf dieses Niveau wollen wir auch", sagte er. Dass sein Team nach dem 0:2 den Ausgleich geschafft habe, fand er "schon erstaunlich". Ein Unentschieden am Ende aber, so Blind, wäre nicht verdient gewesen. Doch das interessierte an diesem Abend ohnehin niemanden.

Bilderserie

Quelle: n-tv.de

Empfehlungen