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Jau.(Foto: imago/Matthias Koch)
Donnerstag, 12. Oktober 2017

"Schwelle ist extrem niedrig": Polizei warnt Ultras vor BVB gegen RBL

Das Bundesligaspiel zwischen der Dortmunder Borussia und RB Leipzig wird nach den Jagdszenen vor dem Westfalenstadion im Februar nun zum Hochsicherheitsspiel. Der BVB hofft auf friedliche Proteste. Und die Polizei sagt: Bitte keine Gäste anpöbeln.

Die Ultras machen mobil, die Polizei rüstet auf. Acht Monate nach den Angriffen Dortmunder Randalierer auf Fans von RB Leipzig steht nun im Westfalenstadion ein Hochsicherheitsspiel an. "Wer Gäste anpöbeln oder angreifen will, wird uns sehr aktiv erleben", sagte Einsatzleiter Edzard Freyhoff vor dem Spiel des Bundesliga-Tabellenführers am Samstag (ab 18.30 Uhr im Liveticker bei n-tv.de): "Die Schwelle, ab der wir einschreiten, ist extrem niedrig."

Polizeipräsident Gregor Lange kündigte an, "Fans aus Leipzig und Dortmund davor zu schützen, von Gewalttätern und Kriminellen, die den Titel Fan nicht verdienen, belästigt und angegriffen zu werden". Straftäter würden "mit allen Mitteln und hohem Aufwand verfolgt". Im vergangenen Jahr blieb es nicht bei beleidigenden Plakaten und Gewaltaufrufen wie "Bullen schlachten" auf der Südtribüne, ein Mob jagte die Leipziger auch vor dem Stadion. Sechs Gästefans und vier Polizisten wurden verletzt, es gab es 168 Strafverfahren, von denen bis dato elf mit Strafbefehlen endeten. Der DFB ließ die Südtribüne für ein Spiel schließen.

"Fußball als Werbeplattform missbraucht"

Ein Teil der heterogenen Dortmunder Fan-Szene setzt aber nicht auf Deeskalation. "Dietrich Mateschitz' Projekt ist heute genauso abzulehnen wie damals. Wir dürfen es niemals hinnehmen, dass ein Konzern den Fußball als Werbeplattform für sein Produkt missbraucht, allen Hofierungen und Anbiederungsversuchen zum Trotz", teilten die Ultras von The Unity in einem Aufruf mit dem Fanklub-Zusammenschluss "Südtribüne Dortmund" mit: "Alles, woraus unser Sport seine Faszination zieht, wird von Rasenballsport mit Füßen getreten."

Mit einem Fanmarsch solle "ein starkes Zeichen" gesetzt werden: "Im Westfalenstadion und auf der Südtribüne gilt dieselbe Devise wie in der letzten Saison: Zeigen wir, was den Fußball für uns ausmacht! Zeigen wir, dass man Fanatismus, Treue und eine freie und mündige Fankultur mit keinem Geld der Welt kaufen kann!" BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke hofft, dass der Protest friedlich bleibt. "Grundsätzlich glaube ich, dass alle gelernt haben aus der Situation. Insofern bin ich verhalten optimistisch, dass wir das ordentlich über die Bühne kriegen", sagte er den Zeitungen der Funke-Gruppe.

Watzke setzt sein Vertrauen in die Staatsmacht. "Die Polizei überwacht das Spiel mit deutlich größerer Präsenz als beim letzten Mal. Damals waren deutlich zu wenig Polizisten im Einsatz." Eine genaue Zahl wird nicht genannt, etwa 1000 Beamte sollen es im Vergleich zu 237 im Februar sein. Eine Sicherheitsfirma soll die RB-Mannschaft beschützen. Eines haben die Randalierer von damals jedenfalls erreicht - sehr viele RB-Fans wollen sich die Reise nach Dortmund nicht mehr antun. 8000 Karten hat der BVB den Leipzigern zur Abnahme angeboten, etwa 3000 wurden in Anspruch genommen. Einige von ihnen haben einen Termin mit dem Dortmunder Oberbürgermeister Ullrich Sierau: Der SPD-Politiker hat Leipziger Fans eingeladen, die im Februar Anzeige erstattet hatten. Es geht ins DFB-Museum.

Quelle: n-tv.de

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