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Antonio Conte geht mit dem FC Chelsea als Titelverteidiger in die Saison.
Antonio Conte geht mit dem FC Chelsea als Titelverteidiger in die Saison.(Foto: AP)
Freitag, 11. August 2017

Fußballwahnsinn is coming home: Premier League tanzt den Milliardenwalzer

Mehr als eine Milliarde Euro an Transferausgaben, zwei Aufsteiger als sichere Absteiger und ein Sextett, das den Meistertitel in der englischen Premier League will. Die Fußballfans in England dürfen sich auf eine verrückte Saison freuen - mit deutschen Duftmarken.

Die Transfer-Schallmauer von einer Milliarde Euro locker geknackt, dazu mindestens sechs Titelanwärter: Die neue Saison in der englischen Premier League verspricht Hochspannung und hat das Potenzial für dicke Überraschungen. Wenn der FC Arsenal und Ex-Champion Leicester City am Freitag (ab 20.45 Uhr im Liveticker bei n-tv.de) die Jubiläums-Spielzeit eröffnen, gilt der Kampf um die Meisterschaft im Fußball-Mutterland als so offen wie lange nicht mehr - mit guten Chancen für zahlreiche deutsche Protagonisten.

Ein halbes Dutzend Klubs machen sich berechtigte Hoffnungen, vor allem Rekordmeister Manchester United und Stadtrivale City. Die Citizens von Teammanager Pep Guardiola haben umgerechnet 240 Millionen Euro in neue Spieler investiert und damit mehr als jeder Klub auf der Welt in dieser Transferperiode. Aber auch der von Jürgen Klopp betreute ehemalige Rekordchampion FC Liverpool hegt große Ambitionen. "Die ganze Stadt wartet auf diesen Titel, und wir wollen ihn endlich holen", sagte Nationalspieler Emre Can.

Tottenham trotzt dem Transferwahn

Zusammen haben die 20 Erstligavereine mehr als eine Milliarde Euro ausgegeben. Davon die beiden Manchester-Teams, Chelsea, Liverpool und Arsenal rund 650 Millionen und damit mehr als alle 18 Vereine der Bundesliga zusammen. Nur Vizemeister Tottenham scheint gänzlich ohne Transferausgaben weiter im Konzert der Großen mitspielen zu wollen.

Dafür konnte Torschützenkönig Harry Kane gehalten werden, der allerdings starke Konkurrenz um die Krone bekommen hat: Romelu Lukaku, für 100 Millionen Euro bis dato teuerster Transfer auf der Insel, dürfte nach seinem Wechsel vom FC Everton zu ManUnited noch mehr Tore erzielen als in der Vorsaison (25).

Torschützenkönig Harry Kane bleibt der größte Star bei Tottenham. Neuzugänge gibt es bei den Londonern bislang nicht.
Torschützenkönig Harry Kane bleibt der größte Star bei Tottenham. Neuzugänge gibt es bei den Londonern bislang nicht.(Foto: imago/ZUMA Press)

Hinzu kommt Alexandre Lacazette, der von Olympique Lyon zu Arsenal gewechselt ist und in der französischen Ligue 1 ebenfalls 25 Treffer erzielt hat. Der 26-Jährige ist der große Hoffnungsträger der Gunners, die mit Weltmeister Mesut Özil, Per Mertesacker und Shkodran Mustafi die schwache Vorsaison mit Platz fünf vergessen machen wollen.

Auch Chelseas Königstransfer Álvaro Morato (für mindestens 65 Mio. Euro von Real Madrid) dürfte im Kampf um die Torjägerkanone ein Anwärter sein. In der Defensive hat der Titelverteidiger ebenfalls kräftig nachgelegt. So flossen allein 35 Millionen Euro in die Verpflichtung von Nationalspieler und Confed-Cup-Gewinner Antonio Rüdiger an den AS Rom. Vom AS Monaco wurde Mittelfeldabräumer Tiemoué Bakayoko für 45 Millionen Euro losgeeist.

Aufsteiger als direkte Absteiger?

Klar verteilt scheinen die Rollen im Abstiegskampf. Sensations-Aufsteiger Huddersfield Town werden die geringsten Chancen auf den Klassenerhalt ausgerechnet. Das vom deutschen Teammanager David Wagner betreute Team hat mit rund 50 Millionen Euro den geringsten Kaderwert der Liga (Quelle: transfermarkt.de), sorgt aber für eine erhöhte Deutschland-Quote in der Premier League. Gleich sechs Spieler mit deutscher Staatsbürgerschaft hat die Mannschaft aus der Grafschaft Yorkshire in ihren Reihen.

Für Christopher Schindler, Michael Hefele, Chris Löwe, Colin Quaner, Danny Williams und Elias Kachunga zählt in dieser Saison nur der Klassenerhalt. "Die deutschen Spieler haben uns sehr weitergeholfen, insbesondere, was die Professionalität betrifft. Sie haben neue Aspekte eingebracht", sagte Wagner.

Auch Aufsteiger Brighton und Hove Albion gilt als Kandidat auf den direkten Wiederabstieg, während Newcastle United als souveräner Zweiliga-Meister und Traditionsverein eine gute Rolle zugetraut wird. Der Gesamtwert der Mannschaft von Huddersfield ist um 565 Millionen Euro geringer als der von Klassenprimus Manchester City. Dass das jedoch nicht immer ausschlaggebend ist, hat Leicester City in der Saison 2015/16 eindrucksvoll bewiesen. Damals hatten die Füchse einen Gesamtmarktwert von "nur" 92 Millionen Euro und wurden am Ende trotzdem Meister.

Quelle: n-tv.de

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