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Ich bin großer Bayern-Fan": Nick Proschwitz, hier noch im trikot des SC Paderborn.
Ich bin großer Bayern-Fan": Nick Proschwitz, hier noch im trikot des SC Paderborn.(Foto: dpa)

Von Paderborn in die Premier League: Proschwitz freut sich auf Podolski

Ein "You'll never walk alone" an Liverpools Anfield Road, ein Auftritt vor über 75.000 Fans in Manchesters Old Trafford und der Vergleich mit Weltstars - für den deutschen Stürmer Nick Proschwitz wird der Mythos Premier League zur Realität. Nicht schlecht für einen Zweitligaspieler.

Die Premier League hat schon wieder einen deutschen Neuzugang: Nick Proschwitz. Im Schatten der Fußballstars wie Lukas Podolski gelang dem Stürmer mit Hull City der Aufstieg in Englands Glamour-Liga. Der letztjährige Zweitliga-Torschützenkönig des SC Paderborn war ein Hauptdarsteller im Saisonfinal-Drama. Beim 2:2 gegen das schon aufgestiegene Cardiff City traf der 26-Jährige zum 1:1, verschoss aber dann in der Nachspielzeit einen Elfmeter. "Ich dachte 'Das darf doch nicht wahr sein'", erinnert sich Proschwitz, der in dieser Saison auf fünf Pflichtspieltore kam, im Interview. So mussten die Tigers aus Nordostengland in der Kabine eine Viertelstunde am Fernseher mitzittern, was die Konkurrenz macht - mit Happy-End.

Sie haben sich jetzt Ihren Traum erfüllt: Premier League. Worauf freuen Sie sich da am meisten?

Nick Proschwitz: "In der besten Liga der Welt zu spielen, sich mit so vielen tollen Spielern zu messen - das ist Wahnsinn. Es ist unglaublich, wenn ich nur daran denke, in was für Stadien wir in der nächsten Saison spielen - ob Anfield Road, Old Trafford oder bei den ganzen Londoner Vereinen. Und ich freu mich riesig auf die Deutschen: Lukas Podolski, Sascha Riether und so weiter."

Haben Sie schon Tipps eingeholt von den zig deutschen England-Legionären wie Podolski, Per Mertesacker, Lewis Holtby, Robert Huth oder Gerhard Tremmel?

"Nein, Ich hatte ja bisher mit den Premier-League-Spielern nichts zu tun. Ich bin natürlich auch ein bisschen weit weg. Bis London sind es zweieinhalb Stunden mit dem Zug. Mit unserem Team - wir sind eine Supertruppe - sind wir eher in Leeds oder Manchester unterwegs. Uwe Rösler hatte mir angeboten, dass wir uns mal zusammensetzen und er mir seine Erfahrung darlegt, aber das ist leider noch nicht zustande gekommen."

Was macht den Verein Hull City aus?

"Hull City - das sind die Tigers - das ist unser Markenzeichen. Ich glaube, dass in England die Fußballtradition einfach riesig ist. So viele Clubs haben eine tolle Vergangenheit. Und die Mentalität ist so, dass die Stadt komplett hinter dem Verein steht. Immer wenn bei uns ein Spiel ist, ist Ausnahmezustand in Hull. Die Leute sind sehr nett und positiv. Im Moment herrscht ein Riesen-Hype. Aber der Druck, aufsteigen zu müssen, war von Anfang an sehr groß. Wir haben einen sehr guten, sehr teuren Kader."

Keeper Gerhard Tremmel sagt, Swansea in Wales sei besser als sein Ruf. Er schwärmt von seinem Balkon mit Meeresblick. Wie lebt es sich so in Hull?

"Hull ist eigentlich dafür bekannt, dass es hässlich ist. Die Stadt ist wirklich nicht die allerbeste. Aber ich wohne in einem kleinen Vorort. Hier stehen recht schicke Häuser. Ich habe ein Appartement in einer älteren Villa - das ist ganz schön und ich fühl mich wohl. Außerdem ist das Meer nur 40 Minuten entfernt."

Haben Sie Karten für das deutsche Champions-League-Finale am 25. Mai in Wembley ergattert?
"Ja, es ist noch nicht hundertprozentig sicher, aber mein Co-Trainer will mir welche über den englischen Fußballverband besorgen. Da drücke ich schön den Bayern die Daumen. Ich bin großer Bayern-Fan!"

Quelle: n-tv.de

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