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Bild aus besseren Zeiten: Die WM-Bewerber Horst R. Schmidt, Franz Beckenbauern, Fedor Radmann und Wolfgang Niersbach posieren nach dem erfolgreichen Zuschlag im Jahr 2000.
Bild aus besseren Zeiten: Die WM-Bewerber Horst R. Schmidt, Franz Beckenbauern, Fedor Radmann und Wolfgang Niersbach posieren nach dem erfolgreichen Zuschlag im Jahr 2000.(Foto: dpa)

Aufklärung der WM-Affäre 2006: Rauball: Freshfields liefert viele Antworten

Ab 13.30 Uhr stellen DFB und Freshfields den Untersuchungsbericht zur WM-Affäre vor, n-tv überträgt live. Interimspräsident Reinhard Rauball erwartet "eine Vielzahl von Antworten", schränkt aber ein: "Ob es alle sind, kann man vielleicht nicht sagen."

DFB-Interimspräsident Reinhard Rauball ist davon überzeugt, dass die internen Ermittler der Kanzlei Freshfields den Skandal um die Vergabe der WM 2006 weitgehend aufgeklärt haben. Er rechnet aber auch nach Veröffentlichung des mehrere hundert Seiten starken Untersuchungsberichts noch mit offenen Fragen in der Affäre um die WM-Vergabe und das Verhalten der WM-Organisatoren um Franz Beckenbauer.

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Das sagte Rauball vor der offiziellen Präsentation des Berichts dem Bezahlsender Sky. Die Wirtschaftskanzlei Freshfields Bruckhaus Deringer stellt die Ergebnisse ihrer monatelangen Ermittlungen am Vormittag zunächst dem 45-köpfigen Vorstand des Deutschen Fußball-Bunds vor. Für 13.30 Uhr ist in Frankfurt eine Pressekonferenz angesetzt, bei der die Öffentlichkeit informiert werden soll. n-tv überträgt live.

"Ich glaube, dass die Kanzlei Freshfields hier sehr umfangreich auch im Detail die Dinge aufgearbeitet hat. Aus einer Vielzahl von Seiten, die vorgestellt werden, wird auch eine Vielzahl von Antworten zu erwarten sein", sagte Rauball gegenüber Sky. "Ob es alle sind, kann man vielleicht nicht sagen. Aber die grobe Richtung wird sicherlich erkennbar sein." Bundesinnenminister Thomas de Maizière sagte der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung", er werde den Bericht "mit Interesse lesen". Die Aufklärungsmaßnahmen des DFB seien "ein schmerzhafter, aber notwendiger und richtiger Schritt". Er halte die "Selbstreinigungskräfte des DFB für stark".

6,7 Millionen Euro im Zentrum

Reinhard Rauball bewertet den Freshfields-Bericht positiv.
Reinhard Rauball bewertet den Freshfields-Bericht positiv.(Foto: dpa)

Im Kern des Skandals, in dessen Verlauf DFB-Präsident Wolfgang Niersbach im November 2015 zurücktreten musste und inzwischen auch Generalsekretär Helmut Sandrock und Vize-Generalsekretär Stefan Hans ihre Posten verloren, geht es um eine dubiose Zahlung von 6,7 Millionen Euro. Die hatte das WM-Organisationskomitee nach eigenen Angaben über den früheren Adidas-Chef Robert Louis-Dreyfus an den Weltverband Fifa geleistet und später als. Zweck und genauer Verbleib des Geldes sind bis heute ungeklärt. Antworten auf diese entscheidende Frage soll der Freshfields-Bericht liefern. Die weiteren zentralen Fragen lauten: Gab es 2000 vor der WM-Vergabe Bestechungsversuche aus  Deutschland? Wer vom heutigen Weltmeister-Verband wusste seit wann was von welchen Vorgängen? Hat der DFB jahrelang Hinweise auf Korruption und dubiose Vorgänge rund um die WM vertuscht?

Für Rauball ist neben der Aufklärung des Skandals entscheidend, dass dem DFB finanzielle Einbußen vonseiten der Geldgeber erspart bleiben. "Wir mussten aufklären, denn es gibt auch Interessen im Hintergrund", sagte der 69-Jährige: "Die Sponsoren haben mit Nachdruck auf Aufklärung gedrängt. Es gilt, Verluste durch das Ganze zu vermeiden." Neben dem Wegbruch von Sponsorengeld droht auch ein Schaden von bis zu 25 Millionen Euro, sollte dem DFB wegen der falsch deklarierten Millionenzahlung an die Fifa für 2006 die Gemeinnützigkeit aberkannt werden. Die Staatsanwaltschaft Frankfurt ermittelt wegen des Verdachts der "Steuerhinterziehung in einem besonders schweren Fall" gegen die Ex-DFB-Präsident Wolfgang Niersbach und Theo Zwanziger sowie Horst R. Schmidt. Alle drei hatten dem WM-Organisationskomitee angehört.

Quelle: n-tv.de

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