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Sein Freund, der Ball: Mesut Özil.
Sein Freund, der Ball: Mesut Özil.(Foto: dpa)

Kabinettstückchen im Old Trafford : Real staunt über Mesut Özil

Cristiano Ronaldo schießt Real Madrid zum Sieg über seinen Ex-Verein Manchester United und damit ins Viertelfinale der Champions League. Der gefeierte Held ist aber ein Spieler, der bisher ein wenig im Schatten stand. Ein "fußballerisches Juwel", wie es heißt.

Hackentrick von Mesut Özil auf Gonzalo Higuaín, Flachpass vor das Tor von Manchester United, Siegtreffer durch Cristiano Ronaldo: Mit seinem Kabinettstückchen im Strafraum von ManUnited leitete der deutsche Fußballnationalspieler den Spielzug ein, der Real Madrid zum 2:1-Sieg in Manchester und zum Einzug ins Viertelfinale der Champions League verhalf. "Dieses kleine fußballerische Juwel wird in Old Trafford immer in Erinnerung bleiben", schwärmte die Zeitung "El Mundo".

Manchester - Madrid 1:2 (0:0)

Tore: 1:0 Ramos (48., Eigentor), 1:1 Modric (66.), 1:2 Ronaldo (69.)
Manchester United: De Gea - Rafael (87. Valencia), Ferdinand, Vidic, Evra - Carrick, Cleverley (73. Rooney) - Nani, Welbeck (81. Young), Giggs - van Persie. - Trainer: Ferguson
Real Madrid: Lopez - Arbeloa (59. Modric), Ramos, Varane, Coentrao - Khedira, Alonso - Di Maria (45. Kaka), Özil (71. Pepe), Ronaldo - Higuain. - Trainer: Mourinho
Referee: Cüneyt Cakir Zuschauer: 74.959
Torschüsse: 20:23 Ecken: 9:12

Real überstand mit Glanz und Gloria eine Schicksalswoche, die für das Team von Trainer José Mourinho zu einem Desaster zu werden drohte. Auf den Einzug ins spanische Pokalfinale mit einem 3:1-Erfolg beim FC Barcelona folgte ein 2:1-Punktspielsieg über Barça und dann der Triumph im Achtelfinal-Rückspiel in Manchester (Hinspiel 1:1). "Drei Siege - was für eine Woche!", freute sich Özil bei Twitter.

Aber nicht der Deutsche und auch nicht der Torschütze Ronaldo, der mit seinem Treffer das Aus seines früheren Vereins besiegelte, waren die gefeierten Helden bei den Madrilenen. Dies war vielmehr Luka Modric. Dem Kroaten gelang nach seiner Einwechselung, was weder Kaká noch Özil vergönnt war: Er übernahm die Regie im Mittelfeld, brachte das bis dahin unterlegene Real ins Spiel und schoss in der 66. Minute das Ausgleichstor für die Madrilenen. United war durch ein Eigentor von Sergio Ramos (48.) in Führung gegangen.

"Nicht geschafft, das Spiel zu kontrollieren"

Das schreibt die Presse

Gazzetta dello Sport: "Mourinho weiter mit einem Geschenk. Real im Viertelfinale, aber beim Stand von 1:0 für United liegt der Schiedsrichter daneben und verweist Nani des Feldes. Dann drehen Ronaldo und Modric das Spiel."
Corriere dello Sport: "Coup für Mourinho, dank des Schiedsrichters."
Tuttosport: "Der türkische Schiedsrichter ist eine Katastrophe: Und Real schlägt United."
La Repubblica: "United zu zehnt wegen einer absurden Roten Karte. Real kommt zurück und fliegt ins Viertelfinale."
La Stampa: "Heldentat von Real. Mourinho bedankt sich bei Ronaldo (und dem Schiedsrichter)."
L'Équipe: "Ronaldo schießt das rettende Tor. Auch an ihren schlechten Abenden bleiben die Superstars oft die entscheidenden Spieler."
Le Parisien: "Umwerfendes Real Madrid! Der Platzverweis von Nani scheint ein Befreiungsschlag für die von da an zahlenmäßig überlegenen Spanier gewesen zu sein. Anschließend gab es Fußball zu sehen: Den echten, den schönen."

Dabei war Modric, der im Sommer für 35 Millionen Euro von Tottenham nach Madrid gewechselt war, fast schon als Fehleinkauf abgeschrieben worden. "Er ist für die Madrilenen nun von unschätzbarem Wert und rechtfertigte seine Verpflichtung", meinte das Sportblatt "Marca". Allerdings räumte die spanische Presse auch ein, dass der umstrittene Platzverweis des United-Stürmers Nani maßgeblich dazu beitragen hatte, dass die Königlichen das Spiel noch drehen konnten. "Referee Cüneyt Çakir beging einen historischen Fehler", schrieb das Sportblatt "As".

Mourinho zeigte sich von einer ungewohnten Seite. Der Portugiese lobte den Gegner und übte Kritik an der eigenen Elf. "Die bessere Mannschaft hat verloren", sagte er. "Mich frustriert, dass wir es nicht geschafft haben, das Spiel zu kontrollieren, obwohl wir in der Überzahl waren." Seinem Landsmann Nani klopfte Mourinho nach dessen Platzverweis tröstend auf die Schulter. Zur Entscheidung des Schiedsrichters wollte er sich nicht äußern. "Wenn jemand Grund hat zu weinen, bin ich das", sagte er. "Denn normalerweise ist es meine Mannschaft, die mit zehn Mann spielen muss."

Reals Angriffswirbel währte nur zehn Minuten. Nach Ronaldos Tor zum 2:1 (69.) wechselte Mourinho Özil aus und schickte den Verteidiger Pepe aufs Feld. "Die Auswechselung erwies sich als unheilvoll", meinte "Marca". "Von da an gerieten die Madrilenen in die Defensive, als wären sie es, die in Unterzahl spielten." Real-Torwart Diego López verhinderte mit mehreren Glanzparaden, dass das Weiterkommen noch in Gefahr geriet. "In dieser Phase rettete er unseren Sieg", lobte Mourinho den Keeper.

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Quelle: n-tv.de

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