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Die Gestik von Schalke-Coach Jens Keller dürfte die Fans der Königsblauen nicht optimistisch stimmen.
Die Gestik von Schalke-Coach Jens Keller dürfte die Fans der Königsblauen nicht optimistisch stimmen.(Foto: dpa)

"Bis zum Saisonende Schalke-Trainer": S04 will mit Keller aus der Krise

Die Stimmung ist explosiv, die Talfahrt alarmierend, die Klubführung ratlos: Schalke 04 steckt tief in der sportlichen Krise. Die Fans haben die Ursachen längst ausgemacht, Sportdirektor Horst Heldt und Trainer Jens Keller stehen im Kreuzfeuer der Kritik. Aber: Beide sollen bleiben.

Nach der Heimschmach gegen Schlusslicht Greuther Fürth lässt sich die sportliche Krise beim FC Schalke nicht mehr leugnen. Meistern will sie Manager Horst Heldt mit dem umstrittenen Chefcoach Jens Keller - definitiv. "Wir haben gesagt, dass Jens Keller bis zum Saisonende unser Trainer bleibt, und daran halten wir fest. Daran gibt es nichts zu rütteln", betonte Heldt der "Bild"-Zeitung.

Nach dem bitteren 1:2-Last-Minute-K.o. gegen Fürth am Samstag will der Manager aber alles hinterfragen. Auch sich selbst nimmt er dabei nicht aus. "Ich bin am Endes des Tages der sportlich Verantwortliche und werde mich aus der Verantwortung bestimmt nicht rausnehmen", ergänzte der 43-Jährige.

Unglückliche Personalentscheidungen

Längst kann sich Heldt, der den Trainer zu einem undenkbar ungünstigen Zeitpunkt kurz vor der Winterpause installierte, nicht mehr aus der Verantwortung stehlen. Die frustrierten Fans diskutieren auf Schalke den unerklärlichen Einbruch einer Mannschaft, die noch im Oktober nach dem besten Saisonstart seit 41 Jahren gefeiert wurde.

Und immer wieder gerät dabei Heldt mit seinen mitunter eigenwilligen Personalentscheidungen in die Schusslinie. Die Inthronisierung von Keller, die Freigabe von Lewis Holtby für einen Winter-Wechsel nach Tottenham, ein Kader, dem es in der Breite an Qualität fehlt und eine erste Elf, die sich als Ansammlung von Egoisten präsentiert, sind einige Kritikpunkte, denen sich Heldt stellen muss. Dass zu allem Überfluss auch noch Routinier Jermaine Jones verbal auf die Fans einschlägt, steht für das derzeitige Dilemma.

Team in der Bringschuld

Ein Gesicht der Krise: Klaas-Jan Huntelaar - der Torjäger, der nicht mehr trifft.
Ein Gesicht der Krise: Klaas-Jan Huntelaar - der Torjäger, der nicht mehr trifft.(Foto: REUTERS)

Und Heldt? Sieht mehr noch als den von ihm erst vor 49 Tagen zum Cheftrainer beförderten, aber schon jetzt stark beschädigten Keller nach nur einem Sieg in den zurückliegenden neun Partien die Mannschaft in der Bringschuld. "Alle sind in der Pflicht, wir machen uns Gedanken."

Wie die Gedanken oder mögliche Konsequenzen aussehen, verriet Heldt nicht. "Durch die Länderspiel-Woche ist es noch zu früh, dazu etwas zu sagen." Der Sportvorstand räumte ein, dass die Situation auf Schalke "angespannt" sei. Gleichwohl werde man das Fußballspielen nicht einstellen. "Wir können die Situation nur selbst in den Griff bekommen."

Drei Auswärtsspiele in Folge

Der Bundesliga-Sechste steht vor interessanten Wochen mit schweren Aufgaben. Die Königsblauen müssen nun drei Auswärtsspiele hintereinander bestreiten. Am Samstag steht das Topspiel beim Liga-Primus Bayern München an, eine Woche später geht es zum FSV Mainz 05, bevor das Team zum Achtelfinale in der Champions League bei Galatasaray Istanbul (20. Februar) reist.

Heldt glaubt aber unverdrossen an die Wende, auch wenn das Saisonziel mit dem abermaligen Erreichen der Champions-League-Plätze immer weiter aus dem Blickfeld gerät. Bis zum Tabellenvierten Eintracht Frankfurt sind es bereits sieben Punkte Rückstand. Heldt: "Aber wir haben noch die Möglichkeit, alles ins Positive zu drehen."

Falls das mit Keller doch nicht klappt, hat sich bereits ein Weltmeister von 1990 als Retter angeboten. Nicht Lothar Matthäus, sondern Olaf Thon: "Ich habe immer gesagt, dass ich helfen würde. Zeit habe ich ja genug."

Quelle: n-tv.de

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