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Irgendwie Königsklasse: Schalkes Trainer André Breitenreiter.
Irgendwie Königsklasse: Schalkes Trainer André Breitenreiter.(Foto: dpa)

Zu Gast bei Schachtjor und Sporting: Schalke & Bayer wollen keine Verlierer sein

Nein, die Fußball-Europaliga sei keine Liga der Gescheiterten: Da sind sich Schalker und Leverkusener vor ihren K.o.-Duellen gegen Donezk und Lissabon einig. So sprechen sie von einer "kleinen Champions League", warnen vor den Gegnern - und träumen doch.

André Breitenreiter weiß: Das wird schwer. Der Respekt vor Schachtjor Donezk ist enorm. "Wir werden zwei absolute Topleistungen brauchen", ließ der Trainer des Bundesligisten FC Schalke 04 vor dem Auftakt der K.o.-Runde in der Fußball-Europaliga wissen. Einen kleinen Vorteil sieht er dennoch: Vor dem Zwischenrundenhinspiel der besten 32 (ab 21.05 Uhr im Liveticker bei n-tv.de) im westukrainischen Lemberg gegen den Champions-League-Absteiger hat Schachtjor lange pausiert: In der Liga ist seit Anfang Dezember Winterpause. Allerdings: "Es wird höchstmögliche Konzentration nötig sein, um sich da durchzusetzen."  Und so redet sich Breitenreiter die Europaliga noch schöner, als sie eh schon ist: "Viele große Namen haben sich für die Zwischenrunde qualifiziert, insgesamt ist es jetzt vielleicht eine kleine Champions League." Glaubt Eric Maxim Choupo-Moting auch: " Schachtjor ist eine Champions-League-Mannschaft." Zuletzt hatte der Angreifer beim 1:2 in Mainz wegen einer Beckenprellung passen müssen, gegen Donezk sei er "eine Option", sagte Breitenreiter. Und Manager Horst Heldt schlägt vor, die Mannschaft müsse "dreckig spielen". Schließlich geht es darum, im Rückspiel in der kommenden Woche das Achtelfinale zu erreichen.

Donezk - Schalke, 21.05 Uhr

Schachtjor Donezk: Kanibolozki - Srna, Kutscher, Rakizki, Ismaily - Malyschew, Stepanenko - Marlos, Eduardo, Taison - Gladky. - Trainer: Lucescu
FC Schalke 04: Fährmann - Caicara, Matip, Neustädter, Kolasinac - Goretzka, Geis - Belhanda, Meyer, Sané - Huntelaar. - Trainer: Breitenreiter
Schiedsrichter: Hüseyin Göcek (Türkei)

Schachtjor führt mit nur einer Niederlage die Tabelle der ukrainischen Liga punktgleich vor Dynamo Kiew an. Und 50:11 Tore sprechen für sich. In der Königsklasse indes schied Donezk mit drei Zählern als Dritter hinter Real Madrid und Paris St. Germain aus. Schachtjor hat allerdings seine Besten ziehen lassen müssen: Douglas Costa spielt längst beim FC Bayern, Torjäger Alex Teixeira wechselte für 50 Millionen Euro nach China, Fred ist wegen Dopings gesperrt. Im bislang einzigen Aufeinandertreffen übrigens setzte sich Schachtjor durch: In der Runde der letzten 32 des Uefa-Cups trafen die Gelsenkirchener 2004/2005 auf Donezk, das mit 1:1 und 1:0 weiterkam. 2012/2013 und 2014/2015 schied Schachtjor, das wegen der Kriegsfolgen im 1000 Kilometer entfernten Lemberg spielt, im Achtelfinale gegen Dortmund und den FC Bayern aus.

Völler redet schon vom Titel

Derweil reden die Kollegen von Bayer 04 Leverkusen vor ihrer Partie (ab 21.05 Uhr im Liveticker bei n-tv.de) bei Sporting Lissabon, dem Spitzenreiter in Portugal, schon vom Gewinn der Europaliga. Zumindest ist das nach dem Abstieg aus der Champions League ihr Ziel. "Ob wir ein Aspirant für den Titel sind, wird sich in den beiden Spielen zeigen", sagte Trainer Roger Schmidt. Forscher formuliert Sportdirektor Rudi Völler den Anspruch: "Wir wollen eine Runde weiterkommen und wenn es geht, bis zum Ende dabeibleiben." Der nach einer Sprunggelenkverletzung noch rekonvaleszente Kapitän Lars Bender hat das Team auf die große Chance eingeschworen. "Wir wollen diese Hürde mit aller Macht nehmen", dafür müsse man "alles raushauen und cleverer sein als in der Champions League".

Lissabon - Leverkusen, 21.05 Uhr

Sporting Lissabon: Patricio - Pereira, Semedo, Coates, Zeegelaar - Silva, Carvalho - Joao Mario, Bruno Cesar - Slimani, Ruiz - Trainer: Jorge Jesus
TSV Bayer 04 Leverkusen: Leno - Jedvaj, Tah, Toprak, Wendell - Frey, Calhanoglu - Bellarabi, Mehmedi - Brandt, Kießling. - Trainer: Schmidt
Schiedsrichter: Björn Kuipers (Niederlande)

Guter Plan: Der Klub war als Dritter hinter dem FC Barcelona und AS Rom ausgeschieden. Im letzten Gruppenspiel beim 1:1 gegen eine B-Elf Barças vergaben die Leverkusener die Chance, doch noch in der europäischen Königsklasse zu überwintern. Dabei hatte Vereinsboss Michael Schade vor der Saison noch getönt: "Lieber in Barcelona verlieren als am Ural gewinnen." Nun hält er es mit Schalkes Trainer Breitenreiter und spricht ebenfalls von einer kleinen Champions League: "Wir sind nun in der Europa League und es ist hoch attraktiv. Seien doch Klubs wie der FC Liverpool, der heute beim FC Augsburg gastiert, Manchester United und Titelverteidiger FC Sevilla ebenfalls dabei. "Da kann man nicht sagen, es ist ein Verliererwettbewerb."

Wie dem auch sei: "Es ist eine sehr schwierige Aufgabe, aber dadurch, dass wir das Rückspiel zu Hause haben, ist es ein kleiner Vorteil", sagt der Trainer. "Wir können vorlegen", hofft auch Torwart Bernd Leno. Allerdings warnt Völler: "Fußballerisch ist Sporting überragend gut. Technisch sehr fein." Immerhin hat Sporting in 22 Liga-Partien schon 47 Tore erzielt und zuletzt auswärts 4:0 bei Nacional Funchal gewonnen. "Das ist eine Mannschaft, die eine offensive Qualität hat", sagte Schmidt. Da gehe es in der ersten Runde "gleich richtig los. Da wartet sehr viel Arbeit auf uns." Dennoch will er auch in Lissabon bei seiner Powerfußball-Taktik bleiben. Seine Elf sei "sehr gut darin, sehr aktiv zu sein in solchen Spielen. Verzichten muss er im Estádio José Alvalade XXI auf Torjäger Javier Hernández und den gesperrten Kevin Kampl. "Ich denke, dass wir es gut kompensieren können." Sollten sie auch, wenn sie den Titel gewinnen wollen.

Quelle: n-tv.de

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