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Auf der Jahreshauptversammlung stieß der Vertrag auf wenig Begeisterung.
Auf der Jahreshauptversammlung stieß der Vertrag auf wenig Begeisterung.(Foto: picture alliance / dpa)

Fans setzen sich durch: Schalke trennt sich von Viagogo

Die Zusammenarbeit zwischen dem Fußball-Bundesligisten Schalke 04 und Viagogo dauert nur wenige Tage. Nach lautstarken Beschwerden vieler Fans zieht der Verein die Notbremse, gibt der Ticketbörse den Laufpass und verzichtet auf Einnahmen in Millionenhöhe.

Zehn Tage nach dem geballten Fanprotest auf der Jahreshauptversammlung hat Fußball-Bundesligist Schalke 04 den Vertrag mit der Ticketbörse Viagogo fristlos gekündigt. Das Internet-Unternehmen habe trotz mehrfacher Aufforderungen von Beginn an vertragliche Regelungen nicht eingehalten, teilte der Klub mit. Details wurden nicht genannt. Der Vertrag war erst am 1. Juli in Kraft getreten.

"Wir haben unser Wort gehalten", sagte Marketingvorstand Alexander Jobst, der auf der Hauptversammlung Ende Juni versprochen hatte, "mit Argusaugen" das Verhalten von Viagogo zu beobachten. "Jeder der Verstöße ist frühzeitig von Mitarbeitern des Vereins registriert worden."

Die Ticketbörse gab sich "sehr überrascht". In einer Mitteilung ließ das Unternehmen wissen, dass es "alle Aspekte unseres Vertrags" erfüllt habe. "Die Entscheidung ist für uns, für den Club und vor allem für die Fans sehr bedauerlich, da der Club von dem Sponsoring stark profitiert hätte". 3,6 Mio. Euro hätten die Schalker in den nächsten drei Jahren dafür kassiert, dass das Unternehmen pro Jahr 3000 Karten mit maximal  hunertprozentigem Aufschlag weiterverkauft und alle Ticketverkäufe von Fan zu Fan übernimmt. "Wirtschaftlich ist es für uns ein lukrativer Sponsorenvertrag", hatte Jobst den Deal trotz harscher Kritik verteidigt.

Turbulente Jahreshauptversammlung

"Wir sind bislang nicht in die Öffentlichkeit gegangen, um unsere Rechtsposition zu wahren", erklärte Jobst jetzt: "Nun ist aber der Zeitpunkt gekommen, unsere Schritte offenzulegen." Der Aufsichtsrat unterstützte die Entscheidung des Vorstands. "Verträge sind dazu da, um eingehalten zu werden - das gilt immer für beide Vertragspartner", sagte der Aufsichtsratsvorsitzende Clemens Tönnies. "Viagogo hat durch sein Verhalten gezeigt, dass ihnen dazu der Wille fehlt. Daraus ziehen wir nun die Konsequenzen und beenden das Vertragsverhältnis."

Auf der turbulenten Jahreshauptversammlung hatte das Thema Viagogo die Gemüter erhitzt. Nach stundenlanger Diskussion setzten die Gegner der Zusammenarbeit eine Probeabstimmung durch, in der sich die große Mehrheit der Mitglieder für einen sofortigen Ausstieg aussprach.

Quelle: n-tv.de

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