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Fans verspotten Floskelprofis: Schalker ist, wer trotzdem lacht

Von Stefan Giannakoulis

Es läuft nicht rund beim FC Schalke 04. Die Mannschaft schleppt sich durch die Saison, doch Spieler und Funktionäre kommentieren das Elend meist nur mit Phrasen. Anlass genug für die Fans, mit Humor und Häme zu kontern.

Im Grunde machen sie beim FC Schalke 04 ja das, was sie alle machen im Mikrokosmos der Fußballbundesliga, wenn es nicht so läuft, wie sie sich das vorgestellt haben. Schalke hat von den jüngsten zehn Spielen nur eins gewonnen. Aber es sagt ja nie einer: "Wir sind einfach nicht gut genug." Oder: "Der Manager hat die falschen Spieler geholt." Oder: "Unser Stürmer ist halt ein Drecksack, der kriegt den Ball nicht." Oder: "Wir haben einfach keinen Bock." Nein, Funktionäre wie Spieler reden stets davon, "nun noch enger zusammenzurücken" und sich "voll fokussieren" zu wollen. Davon, dass der, der es jetzt noch nicht begriffen habe, fehl am Platz sei. Und nun einfach ein Erfolgserlebnis her müsse.

Dem geneigten Zuschauer geht das mitunter gehörig auf den Keks. Und so haben nun einige Fans auf die mutmaßlich einzig sinnvolle Art auf diese Floskelflut reagiert. Mit Humor, Häme und Spott. Allen voran der Blogger Matthias in der Weide. Auf seiner Internetseite präsentiert er "Das große Schalker-Krisen-Bullshit-Bingo". Dort haben sie alle in 25 Feldern all das eingetragen, was sie in jüngster Zeit hören mussten.

Von "müssen jetzt Gas geben" über "Unruhe wird nur von außen hereingetragen" bis "jeder einzelne muss sich hinterfragen" ist alles dabei. Die Spielregeln sind denkbar einfach: "Bei den nächsten Presse-Statements von Spielern und Verantwortlichen des FC Schalke 04 auf das Auftauchen obiger Sätze warten und von der Liste streichen. Bei einer gefüllten Reihe, Spalte oder Diagonale aufstehen und 'Wir leben dich!' rufen." Diesen Spruch hatte sich die Marketingabteilung des Klubs ausgedacht, seit vergangenem Sommer steht er so als Motto über dem Leitbild des Vereins. Klingt prima, ist auch was dran. Spieler und Trainer kommen und gehen, die Fans bleiben. Und müssen sich anhören, was Manager Horst Heldt vor der Partie am Samstag gegen den FSV Mainz sagt. "So banal das klingt, man braucht ein Erfolgserlebnis, man muss sich komplett auf den Job fokussieren."

Quelle: n-tv.de

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