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"Mir ist es wichtig, mich nicht zu verbiegen, um Sympathien einzusammeln": Roger Schmidt.
"Mir ist es wichtig, mich nicht zu verbiegen, um Sympathien einzusammeln": Roger Schmidt.(Foto: dpa)

Bayer 04 zu Gast in Spanien: Schmidt polarisiert - und sitzt auf der Bank

Den FC Villarreal haben die Leverkusener Fußballer in wenig guter Erinnerung. Vor fünf Jahren schalteten die Spanier den Bundesligisten im Achtelfinale der Europaliga aus. Nun sehen sie sich wieder - und Bayer 04, wieder mit Roger Schmidt, gibt sich durchaus optimistisch.

Der TSV Bayer 04 Leverkusen will nach turbulenten Wochen aus der Krise herauskommen. Und so hofft der Klub, mit einem guten Ergebnis im Achtelfinal-Hinspiel der Europaliga heute (ab 21 Uhr im Liveticker bei n-tv.de) beim FC Villarreal den Grundstein für das Weiterkommen zu legen - und Rückenwind für den Endspurt in der Fußball-Bundesliga zu bekommen. Doch Bayer 04 hat viele Baustellen.

Villarreal - Leverkusen, 21 Uhr

FC Villarreal: Areola - Gaspar, Bonera, Ruiz, Marin - Soriano, Pina - Castillejo, Suarez - Soldado, Lopez. - Trainer: Marcelino
TSV Bayer 04 Leverkusen: Leno - Jedvaj, Tah (Boenisch), Ramalho (Toprak), Wendell - Kramer, Calhanoglu - Bellarabi, Mehmedi - Hernandez, Kießling. - Trainer: Schmidt
Schiedsrichter: Gianluca Rocchi (Italien)

Der Trainer: Schmidt ist alles andere als Everybody's Darling. "Mir ist es wichtig, mich nicht zu verbiegen, um Sympathien einzusammeln", sagte er. "Ich weiß, dass ich polarisiere." Über das Ziel hinaus geschossen ist er beim Bundesligaspiel gegen Dortmund, wo er die Anordnung des Schiedsrichters verweigert und dem Innenraum-Verweis nicht folgte. Dieses Verhalten und die Sperre für drei Spiele hat den Leverkusenern geschadet: Ohne seine Regie gingen zwei Partien verloren; das in Augsburg endete Remis. Beim FC Villarreal nun darf Schmidt wieder am Spielfeldrand coachen. Sportchef Rudi Völler stützt trotz des Falls auf Liga-Platz acht den Trainer und lobte ihn als "erstklassig".

Die Ziele: Bayer 04 wollte im DFB-Pokal ins Finale kommen, schied gegen Werder Bremen im Viertelfinale aus. In der Champions League war in der Gruppenphase Endstation. Eine Etage tiefer in der Europaliga setzten sich die Leverkusener zuletzt souverän gegen Sporting Lissabon durch. Schwarz sieht es mit der Rückkehr in die Champions League aus. Nach den jüngsten Niederlagen in der Bundesliga ist Bayer fünf Punkte von Qualifikationsrang vier entfernt. Auch der Einzug in die Europaliga ist offen. "So lange ein Funken Hoffnung besteht, bleibt der Glaube bestehen", sagte Vereinschef Michael Schade.

Die Verletzungen: Abgesehen von den Turbulenzen um den Trainer plagt Bayer eine Verletzungsmisere. Acht Profis fehlten zuletzt beim 3:3 in Augsburg. Vor dem Spiel in Villarreal gibt es Hoffnungen auf Besserung: Die Innenverteidiger Ömer Toprak und Jonathan Tah sowie die Stürmer Stefan Kießling und Javier "Chicharito" Hernández reisten mit. Gute Kunde gab es in der Heimat: In dieser Woche trainierte erstmal der 13-Millionen-Einkauf Charles Aranguiz nach seinem Kreuzbandriss mit. Schmidt hofft, dass der Chilene "noch ein paar Spiele in dieser Saison" machen kann.

Der Gegner: Das 200. Europacupspiel von Leverkusen ist ein besonders schweres. Gegen Villarreal ist Bayer vor fünf Jahren im Achtelfinale der Europaliga ausgeschieden. Aktuell sind die Spanier, die 2004 und 2011 das Halbfinale der zweiten Europacup-Liga erreichten, Vierter in der Primera División - mit acht Punkten Vorsprung vor Europaliga-Titelverteidiger FC Sevilla. "Es ist eine Mannschaft mit klarem Konzept und eigener Spielphilosophie", erklärte Leverkusens Schmidt. Und mit einer starken Defensive: Villarreal kassierte in 28 Meisterschaftspartien nur 19 Gegentreffer.

Quelle: n-tv.de

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