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Auch Joachim Löw habe Schürrle zum Wechsel zum VfL Wolfsburg geraten.
Auch Joachim Löw habe Schürrle zum Wechsel zum VfL Wolfsburg geraten.(Foto: dpa)
Mittwoch, 04. Februar 2015

Wolfsburg stellt Neuzugang vor: Schürrle bekennt: Ich liebe Chelsea

Gut Ding will Weile haben: Jetzt hat das Warten ein Ende. André Schürrle wechselt für die Ablösesumme von 32 Millionen Euro zum VfL Wolfsburg. Bei der Pressekonferenz spricht er über seine Beweggründe des Wechsels und seine Zukunft.

Er kam eine halbe Stunde zu spät - doch nun will André Schürrle beim VfL Wolfsburg schnell durchstarten. Das Gedränge im Presseraum des VfL Wolfsburg war groß wie nie, der Weltmeister ließ alle erst einmal eine halbe Stunde warten. Sichtlich motiviert hatte der 24-Jährige zuvor sein erstes Mannschaftstraining in der Autostadt absolviert, dann stellte er sich strahlend und mit sichtlicher Erleichterung den zwölf Kamerateams und zahlreichen weiteren Journalisten.

Herr Schürrle, Ihr Wechsel zum VfL Wolfsburg gestaltete sich zur Hängepartie. Wie erleichtert sind Sie, dass er nun geklappt hat?

Neuzugang André Schürrle steht bei seiner Vorstellung beim Fußball-Bundesligisten VfL Wolfsburg mit Trainer Dieter Hecking (l) und Manager Klaus Allofs in der Volkswagen Arena in Wolfsburg.
Neuzugang André Schürrle steht bei seiner Vorstellung beim Fußball-Bundesligisten VfL Wolfsburg mit Trainer Dieter Hecking (l) und Manager Klaus Allofs in der Volkswagen Arena in Wolfsburg.(Foto: dpa)

André Schürrle: Ich bin überglücklich, dass es geklappt hat. Die letzten Tage waren sehr stressig für mich. Ich saß immer am Handy und habe gehofft, dass der Anruf kommt, dass ich zurück nach Deutschland kann.

Wieso wollten Sie so dringend weg vom FC Chelsea?

Im Dezember habe ich noch gedacht, dass ich unbedingt bei Chelsea bleiben will. Aber der letzte Monat hat sich so entwickelt, dass ich immer mehr zum Entschluss gekommen bin, etwas zu verändern. Ich wollte das machen, was mir Spaß macht: Fußball spielen. Das konnte ich in Chelsea zuletzt weniger. Dann kam das Interesse von Wolfsburg, und mir war schnell klar, dass ich das unbedingt machen will.

Hat das 4:1 des VfL gegen Bayern München ihre Entscheidung beeinflusst?

Ich hatte mich schon davor entschieden, das unbedingt machen zu wollen. Aber natürlich war so ein Spiel beeindruckend und hat die Vorfreude gesteigert.

Glauben Sie, dass der VfL die Bayern in Zukunft richtig angreifen kann?

Schürrle packt im Training bereits richtig an. Da kann ja nichts mehr schief gehen.
Schürrle packt im Training bereits richtig an. Da kann ja nichts mehr schief gehen.(Foto: dpa)

Ich glaube schon, dass die Bayern mit ihrer überragenden Mannschaft immer der Topfavorit auf Meisterschaft sein werden. Und wir werden sehen, was wir erreichen können.

Fühlen Sie sich in London gescheitert? Und bereuen Sie den Wechsel vielleicht sogar?

Ob ich es nicht geschafft habe, kann man interpretieren, wie man will. Ich hatte eine gute Zeit da. Ich war Stammspieler, dann hat mich eine Krankheit zurückgeworfen. Und bereuen werde ich den Schritt nie. Es war eine tolle Erfahrung. Ich liebe diesen Verein. Ich habe mich dort entwickelt, unter José Mourinho zu arbeiten, hat mich enorm weitergebracht. Ich bin ein anderer als der, der zu Chelsea gegangen ist.

Haben Sie vor Ihrer Entscheidung Joachim Löw um Rat gefragt?

Ja. Der Bundestrainer hat gesagt, ich kann das machen. Er war voll dabei und hat gesagt, er würde das als hervorragenden Schritt für mich sehen. So eine Meinung hinter sich zu haben, ist was Schönes.

Auch VfL-Geschäftsführer Klaus Allofs zeigte sich über den gelungenen Schürrle-Wechsel ausgesprochen erfreut. Zuvor hatte unter anderem Heribert Bruchhagen - Vorstandsvorsitzender bei Eintracht Frankfurt - die hohe Ablösesumme von 32 Millionen Euro kritisiert.

Ich glaube, dass ein Engagement in dieser Höhe Sinn macht", sagte der VfL-Geschäftsführer bei der Vorstellung des Neuzugangs. "Ich glaube nicht, dass wir den Rahmen sprengen, wenn man sich den internationalen Markt anschaut." Es sei außerdem nicht einfach, die Qualität im Kader zu erhöhen, wenn man schon so viele Topspieler unter Vertrag habe. Auch deswegen seien Transfers mit hohem finanziellen Volumen notwendig: "Wir sind inzwischen so gut besetzt, dass die Verstärkungen, die man der Mannschaft noch zufügt, sich auf sehr hohem Niveau bewegen." Wann der Weltmeister erstmals für die "Wölfe" auflaufen wird, ließ VfL-Coach Dieter Hecking offen. Ein Einsatz Schürrle gegen 1899 Hoffenheim sei aber nicht ausgeschlossen.

Quelle: n-tv.de

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