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Das war der zweite Streich: Harry Kane.
Das war der zweite Streich: Harry Kane.(Foto: AP)
Montag, 01. Mai 2017

St. Totteringham's Day abgesagt: Spurs träumen vom Titelgewinn

Tottenham gewinnt das Londoner Derby gegen den FC Arsenal und bleibt am FC Chelsea dran. Vier Punkte beträgt nur der Rückstand in der englischen Premier League. Die Klubs aus Manchester patzen im Gleichschritt und müssen um die Champions League zittern.

Den besonderen Tag hielten die Spurs-Fans auf einem großen Plakat fest. "St. Totteringham's Day abgesagt. Arsène Wenger, wir wollen, dass du bleibst", war an der White Hart Lane mit Häme und Genugtuung zu lesen, nachdem Tottenham mit einem 2:0 im prestigeträchtigen Nord-London-Derby gegen den FC Arsenal am Sonntag seine Jagd auf Spitzenreiter FC Chelsea eindrucksvoll fortgesetzt hatte. Durch den Sieg steht zugleich fest, dass die Spurs erstmals seit 22 Jahren die Premier-League-Saison vor Arsenal beenden werden.

"St. Totteringham's Day abgesagt."
"St. Totteringham's Day abgesagt."(Foto: imago/BPI)

Im Laufe der Jahre hatten sich stets die Arsenal-Fans einen Spaß daraus gemacht, jenen Tag als "St. Totteringham's Day" zu feiern, wenn der Rivale aus der Nachbarschaft in der Tabelle definitiv nicht mehr vorbeiziehen kann. Diesmal ist alles anders. Schier unglaubliche 17 Punkte liegt die in dieser Saison so enttäuschende Mannschaft um die deutschen Weltmeister Mesut Özil, Shkodran Mustafi und Per Mertesacker in der Tabelle hinter den Spurs. Das Kräfteverhältnis dokumentierte auch das Spiel.

Vor den Augen des früheren Tottenham-Stürmers Jürgen Klinsmann sorgten die englischen Nationalspieler Dele Alli (55.) und Harry Kane (58./Foulelfmeter) im allerletzten Derby an der White Hart Lane für den Spurs-Erfolg. Das 118 Jahre alte Stadion wird im Sommer abgerissen, um Platz für eine neue Spielstätte zu machen. Der Klub muss dann erst einmal ins Wembleystadion umziehen. Tottenhams Trainer Mauricio Pochettino wollte sich mit der Rivalität zu Arsenal nicht groß beschäftigen. "Das ist fantastisch für unsere Fans, aber wir wollen die Meisterschaft gewinnen. Für mich als Trainer geht es darum, Titel zu holen", sagte der Argentinier. Und in Sachen Titel hat Tottenham gehörig Nachholbedarf.

Mourinho sollte die Europaliga gewinnen

Die bisher letzte der zwei Meisterschaften sprang 1961 heraus, auch der letzte FA-Cup-Triumph liegt schon 26 Jahre zurück. Ob Spitzenreiter Chelsea, der mit 3:0 beim FC Everton gewann, noch abgefangen werden kann, ist eher fraglich. Vier Zähler beträgt der Rückstand, dazu halten die restlichen vier Spiele nicht mehr viele Stolpersteine für Chelsea bereit. "Wir wollen mit einem Sieg am Freitag gegen West Ham United psychologischen Druck auf Chelsea ausüben. Mal sehen, was sie dann gegen den FC Middlesbrough machen", sagte Pochettino. Ganz andere Probleme hat sein Kollege Wenger.

Arsenal muss sich allmählich damit abfinden, erstmals seit 20 Jahren die Champions League zu verpassen. Sechs Punkte sind es für die Gunners bis zum Tabellenvierten Manchester City, dazwischen liegt noch ManUnited. Immerhin bleibt eine Restchance, da beide Manchester-Clubs am Wochenende patzten. Man City kam beim Vorletzten FC Middlesbrough nur zu einem 2:2, Man United musste sich daheim gegen den Drittletzten Swansea City mit einem 1:1 begnügen. Für die Mannschaft von José Mourinho dürfte es fast einfacher sein, sich über die Europaliga für die Königsklasse zu qualifizieren.

Quelle: n-tv.de

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