Samstag, 24. Juli 2010
Druck ließ WM-Schiris versagen: Stark legt "Maulkorb" ab
Der deutsche WM-Schiedsrichter Wolfgang Stark äußert sich erstmals zu den schlechten Leistungen der Referees in Südafrika. Der hohe Druck habe dazu geführt, dass die Schiedsrichter zu unkonzentriert zu Werke gegangen seien. Sich selbst stellt der Ergoldinger allerdings ein gutes Zeugnis aus.
Wolfgang Stark pfiff in Südafrika drei Spiele.
(Foto: picture alliance / dpa)
Die Schiedsrichter bei der Fußball-Weltmeisterschaft in Südafrika haben sich nach Ansicht von Wolfgang Stark zu sehr unter Druck gesetzt. "Manche hatten nicht mehr den Kopf frei, waren nicht mehr konzentriert", erklärte der einzige deutsche WM-Referee die Gründe für die teilweise eklatanten Fehlentscheidungen.
Der Ergoldinger äußerte sich bei der Tagung der Erst- und Zweitliga-Unparteiischen in Altensteig-Wart erstmals zur WM, nachdem er wie die anderen Schiedsrichter von der FIFA während des Turniers einen Maulkorb verpasst bekommen hatte. Der Druck auf die Spielleiter sei immer stärker geworden, so Stark.
Mit seiner eigenen Leistung zeigte sich Stark durchaus zufrieden: "Ich denke, wir haben das deutsche Schiedsrichterwesen hervorragend repräsentiert."
"Radikale Bestrafung"
Bei der Schiedsrichtertagung wurden die Referees der oberen Ligen auf eine härtere Gangart gegen Fouls "mit offener Sohle" eingeschworen. "Auf diese Fouls werden wir ganz extrem achten. Auch wenn ein Spieler am Boden liegt und noch einmal getreten wird, werden wir das radikal bestrafen", erklärte Lutz-Michael Fröhlich, stellvertretender Vorsitzender der Schiedsrichter-Kommission des Deutschen Fußball-Bundes (DFB).
dpa/sid
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