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Beim FC Bayern fühlt sich Thiago nach kurzer Zeit schon pudelwohl - in Barcelona fehlte es ihm an Wertschätzung.
Beim FC Bayern fühlt sich Thiago nach kurzer Zeit schon pudelwohl - in Barcelona fehlte es ihm an Wertschätzung.(Foto: REUTERS)

Im Stil von Bayern-Coach Guardiola: Thiago tritt gegen FC Barcelona nach

Vom FC Barcelona zum FC Bayern wechseln - und dann erstmal schimpfen. Wie Pep Guardiola kritisiert nun auch Mittelfeldtalent Thiago öffentlich seinen Ex-Klub und lobt die Bayern. Pikant daran: Er dürfte eigentlich gar nicht für sie spielen - wenn Guardiola sein Versprechen an Barça gehalten hätte.

Nach Trainer Pep Guardola hat auch dessen Wunschspieler Thiago seinen ehemaligen Verein FC Barcelona kritisiert. "Ich wollte mich geschätzt fühlen und wettbewerbsfähig sein", sagte der 25 Millionen Euro teure Neuzgang des FC Bayern dem spanischen Radiosender RAC 1. "Deshalb", ergänzte er, "habe ich beschlossen, zu gehen und zu Bayern zu wechseln." Der FC Barcelona habe "nichts getan, um mich zu halten".

Beim FC Bayern fühlt sich der 22-jährige Thiago bereits angekommen. "Ich habe mich in München gut eingelebt, die Stimmung in der Kabine ist fantastisch. Sie haben mich mit offenen Armen aufgenommen", sagte er und fügte hinzu: "Ich bin hierher gekommen, um mir einen Platz in der Stammelf zu erkämpfen."

Schlechter Stil - nur von wem?

Auch Pep Guardiola ist auf den FC Barcelona derzeit nicht gut zu sprechen.
Auch Pep Guardiola ist auf den FC Barcelona derzeit nicht gut zu sprechen.(Foto: REUTERS)

Vor gut zwei Wochen hatte schon Bayerns neuer Trainer Pep Guardiola mit seinem alten Verein gebrochen und ihm "schlechten Stil" attestiert. Im Kern warf er dem FC Barcelona vor, die Krebserkrankung seines inzwischen zurückgetretenen Nachfolgers Tito Vilanova genutzt zu haben, "um mir zu schaden, das werde ich nie vergessen".

Offenbar hatte der Verein Guardiola während dessen Auszeit kontaktiert und versucht, ihn wegen Vilanovas Krankheit zu einer Rückkehr nach Barcelona zu bewegen. Weil Guardiola ablehnte, habe der Verein später das falsche Gerücht gestreut, er habe Vilanova während dessen Krebsbehandlung in New York nicht besucht - was Guardiola energisch zurückweist, Vilanova selbst in der Zeitung "Marca" aber bestätigte.

Vilanova von Guardiola allein gelassen

Der Barça-Trainer hatte sich in der ersten Hälfte dieses Jahres mehrmals wegen eines Krebsleidens in New York behandeln lassen. Guardiola lebte in der US-Metropole und bereitete sich dort mit Deutsch-Kursen auf seinen Amtsantritt beim FC Bayern vor. Er habe Pep nur einmal bei seiner ersten zweitägigen Kurzvisite in New York getroffen, berichtete Vilanova.

"Als ich später zwei Monate dort war, haben wir uns nicht mehr gesehen, und das war nicht meine Schuld", sagte der Barça-Coach: "Guardiola war mein Freund, und ich hätte ihn gebraucht. Aber er hat das wohl anders gesehen." Weil die Krebserkrankung nun erneut ausgebrochen ist, war Vilanova am vergangenen Freitag als Trainer des FC Barcelona zurückgetreten.

Das verbale Nachtreten von Guardiolas Wunschspieler Thiago wird nicht dazu beitragen, das angespannte Verhältnis zwischen Barcelona und seinem Ex-Personal zu verbessern. Zumal Guardiola mit Thiagos Verpflichtung sein Versprechen gebrochen hat, als Bayern-Coach keine Spieler seines Ex-Vereins mitzunehmen - und der Transfer noch aus einem anderen Grund fragwürdig ist. Der Berater von Thiago, der am 25-Millionen-Transfer fürstlich verdient haben dürfte, heißt Pere Guardiola. Er ist der Bruder des Bayern-Trainers.

Quelle: n-tv.de

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