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"Die Entscheidung fiel mir nicht leicht": Torsten Frings.
"Die Entscheidung fiel mir nicht leicht": Torsten Frings.(Foto: dpa)

Ex-Nationalspieler grüßt aus Kanada: Torsten Frings mag nicht mehr

Jahrelang ist Torsten Frings eine Stütze der deutschen Nationalmannschaft - bis ihn Bundestrainer Joachim Löw unsanft aussortiert. Es folgt der Abschied von Werder Bremen, Frings siedelt nach Kanada über. Nun ist endgültig Schluss mit dem Leben als Fußballprofi. Jetzt will Frings Trainer werden.

Torsten Frings hat genug: Knapp fünf Monate nach seinem Kumpel Michael Ballack hat auch der langjährige Werder-Profi seine Karriere beendet. Nach einer Hüftoperation habe der Heilungsprozess länger gedauert als erwartet, erklärte der ehemalige Nationalspieler, zuletzt Kapitän des FC Toronto in der nordamerikanischen Fußball-Profiliga MLS. "Die Entscheidung fiel mir nicht leicht, doch ich denke, dass es das Beste für das Team und den Club ist, wenn ich den Weg frei mache", sagte der 36-Jährige, der immer häufiger mit Verletzungsproblemen zu kämpfen hatte: "Jetzt kommt ein neues Kapitel in meinem Leben." Nun werde er versuchen, eine Trainerlizenz zu erwerben.

Neben seinen 402 Einsätzen in der Bundesliga bestritt der Mittelfeldspieler 79 Länderspiele mit der Nationalmannschaft, darunter das WM-Finale 2002 und das EM-Endspiel 2008. Bei der Heim-WM 2006 wurde Frings zur tragischen Figur: Unmittelbar nach dem Viertelfinal-Krimi gegen Argentinien war er in ein Handgemenge verwickelt, wurde deshalb fürs Halbfinale gegen Italien gesperrt und musste zuschauen, wie seine Kollegen den Finaleinzug verpassten.

"Völlig anderer Meinung als Joachim Löw"

Vor Frings hatten bereits sieben Protagonisten des Sommermärchens aufgehört. Ähnlich wie sein kongenialer Partner Ballack war auch der Routinier im Unfrieden aus der DFB-Auswahl geschieden. Das 0:1 gegen Norwegen am 11. Februar 2009 war sein letztes Länderspiel. Danach wurde er von Bundestrainer Joachim Löw nicht mehr nominiert und erhielt nach fast einjähriger Wartezeit Ende Januar 2010 endgültig den Laufpass. Frings spiele in seinen Zukunftsplänen keine Rolle mehr und werde nicht mit zur WM 2010 nach Südafrika fahren, hatte Löw erklärt.

Frings reagierte verärgert. "Damit musste ich ja rechnen, wenn man alle Vorzeichen gesehen hat. Mir bleibt nichts anderes übrig als das zu akzeptieren, auch wenn ich völlig anderer Meinung bin als Joachim Löw", so der Ausgebootete damals. Die längste Zeit seiner Bundesliga-Karriere verbrachte der Mittelfeld-Arbeiter in Bremen, wo er 1999 und 2009 den DFB-Pokal gewinnen konnte. Nach einem zweijährigen Intermezzo bei Borussia Dortmund wechselte er 2004 zum deutschen Rekordmeister FC Bayern München, mit dem er 2005 das Double holte. Anschließend zog es ihn wieder zurück an die Weser.

Der Umzug 2011 nach Toronto sollte das letzte Abenteuer seiner illustren Laufbahn sein. In 46 Spielen für den kanadischen Club kam er nach Angaben des Vereins auf zwei Tore. "Ich habe die Zeit in Toronto sehr genossen und wünsche meinem Team alles erdenklich Gute für die kommende Saison", sagte Frings. Torontos Vereinspräsident Kevin Payne bedauerte die Entscheidung. "Es ist schade, dass Torsten unser Team nicht weiter führen kann, doch die Heilung seiner Verletzung benötigt eine längere Zeit als gedacht", sagte Payne. "Wir gehen im Guten auseinander und wünschen Torsten für die Zukunft alles Gute."

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Quelle: n-tv.de

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