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Deutsche Legionäre im Formcheck: Trapp fliegt zu Rekorden, Rüdiger sprüht

Von Christoph Wolf

Paris St. Germain und Tor-Titan Trapp brillieren in Frankreich weiter. Siegesserientechnisch dicht auf den Fersen von PSG: "Dynamo" Khedira und Juventus Turin. Rüdiger schult in Rom erfolgreich um. Und ein Ex-Karlsruher darf auf die große Bühne.

Gastarbeiter des Wochenendes

Rouwen Hennings testete mit dem FC Burnley im Pokal schon einmal, wie es sich im Stadion des FC Arsenal spielt.
Rouwen Hennings testete mit dem FC Burnley im Pokal schon einmal, wie es sich im Stadion des FC Arsenal spielt.(Foto: imago/BPI)

Rouwen Hennings (FC Burnley): Über Karlsruhe via Burnley bis in Arsenals Fußballtempel: Für Rouwen Hennings, Zweitliga-Torschützenkönig der vergangenen Saison, erfüllte sich dieser traumhaft anmutende Werdegang in der 75. Minute des Viertrundenspiels im FA-Cup beim FC Arsenal. Abwenden konnte der 28-Jährige die 1:2-Niederlage und damit das Aus allerdings nicht. Burnleys einziges Tor erzielte mit Sam Vokes der Spieler, den Hennings ersetzte. Wichtiger als eine Pokalsensation gegen den Titelverteidiger ist für Burnley ohnehin die Rückkehr in die Premier League. Das stellte Hennings vorab im "Guardian" klar: "Der Aufstieg ist definitiv möglich. Wir haben ein sehr gutes Team, das jede andere Mannschaft in der Championship schlagen kann." Klappt es, darf Hennings nächstes Jahr vielleicht erneut gegen Arsenal ran - und in dieser Rubrik.

Gefragt

Toni Kroos (Real Madrid): Schwach beim Remis gegen Betis Sevilla in der Vorwoche. Deutlich formverbessert beim formidablen 6:0 gegen Espanyol Barcelona. Wenn es für die "Königlichen" läuft, läuft es auch für Kroos. Auch ohne Scorerpunkt war Kroos bis zu seiner Auswechselung in der 69. Minute entscheidend am Zwischenstand von 4:0 beteiligt, mit dem die Partie längst entschieden war. Selbst zarte Titelträume gestatten sie sich Madrid nun wieder, obwohl sich der FC Barcelona im Spitzenspiel gegen Atletico Madrid mit 2:1 schadlos hielt und weiter vier Punkte vor dem Erzrivalen liegt - und noch ein Spiel in der Hinterhand hat. Trotzdem flötete Coach Zinedine Zidane: "Es ist schwer, aber wir machen unsere Arbeit. Es ist noch nicht vorbei." Und es wird auch auf Kroos ankommen, wenn es noch etwas werden soll.

Sami Khedira (Juventus Turin): Musste gegen Chievo Verona nur eine Halbzeit für die "Alte Dame" ran. Das reichte für ein starkes Spiel und die Vorbereitung des 2:0-Pausenstandes. Sah von der Bank, wie seine Teamkollegen noch auf 4:0 erhöhten. Zwölfter Ligasieg in Folge, Tabellenführer SSC Neapel bei zwei Punkten Vorsprung weiter in Schlagdistanz. Seit Khedira im Juventus-Mittelfeld die Plätze in der Serie A umpflügt, läuft es für die Turiner einfach.

Siegerflieger: Kevin Trapp hielt das Pariser Tor gegen St. Etienne sauber, mal wieder.
Siegerflieger: Kevin Trapp hielt das Pariser Tor gegen St. Etienne sauber, mal wieder.(Foto: REUTERS)

Kevin Trapp (Paris St. Germain): Zwölf Ligasiege in Folge für Khedira und Juventus? Da lacht Kevin Trapp nur müde. Das 2:0 seiner Pariser in St. Etienne war bereits der dreizehnte Ligasieg in Folge. Und mit dem 32. Spiel in Folge ohne Niederlage in der Ligue 1 stellte PSG zudem den 20 Jahre alten Rekord des FC Nantes ein. Zum Erfolg musste Trapp allerdings einige Glanzparaden beisteuern. Fiel ihm aber leicht. Vorsprung auf "Verfolger" AS Monaco: 24 Punkte. Halleluja.

Antonio Rüdiger (AS Rom): "Sprüht vor Energie", lobte die "Gazzetta dello Sport" den Nationalspieler nach dem 3:1-Erfolg gegen Frosinone. Der zeigte seine energetisch ansprechende Leistung allerdings nicht im Abwehrzentrum, sondern als Rechtsverteidiger - was er zuvor schon beim VfB Stuttgart und im DFB-Team durchaus erfolgreich getan hatte.

Unglücklich

Falsche Richtung: Shkodran Mustafi und der FC Valencia nehmen in Spanien die Abstiegsränge ins Visier.
Falsche Richtung: Shkodran Mustafi und der FC Valencia nehmen in Spanien die Abstiegsränge ins Visier.(Foto: imago/Cordon Press/Miguelez Sports)

Shkodran Mustafi (FC Valencia): Nächster Anlauf, nächster Rückschlag für den Weltmeister und seinen FC Valencia in der Primera Division. Auch gegen Abstiegskandidat Sporting Gijon setzte es eine Niederlage, das Warten auf den ersten Ligaerfolg seit dem 7. November 2015 (!!!) geht weiter. Mustafi war zwar einer der Besseren, aber erneut Teil einer Abwehr, die nicht mehr zu Null spielen kann. Schwacher Trost: Am entscheidenden Tor durch Antonio Sanabrias Foulelfmeter in der 50. Minute per Foulelfmeter traf ihn keine Schuld.

Miroslav Klose (Lazio Rom): Mustafi wartet auf einen Sieg, Miroslav auf sein erstes Saisontor. Gegen Udinese Calcio ab der 75. Minute mittendrin im teils hitzigen Getümmel. Gegen einen Gegner, der da bereits seit einer halben Stunde in Unterzahl spielte - und trotzdem bis zum Schluss das 0:0 gegen die Laziali hielt.

Mario Gomez (Besiktas Istanbul): Für ein Tormonster wie Gomez sollte ein Pokalspiel beim Drittligisten Bucaspor Izmir eigentlich ein Fest sein. War es aber nicht. Gomez stand zwar in Besiktas-Startaufstellung, blieb bis zu seiner Auswechselung in der 82. Minute aber ohne Treffer und nennenswerte Szene. Kann sich im Viertelfinale erneut an einer Pokalgala versuchen, denn auch ohne Gomez-Tor reichte es für Besiktas zum 2:0 und Weiterkommen.

Philipp Wollscheid (Stoke City): Musste im Pokal mit Stoke bei Crystal Palace ran - und scheiterte mit 0:1. Kann sich nach dem dramatischen Ligapokal-K.o. gegen Klopps FC Liverpool nun ganz auf die Premier League konzentrieren.

Geschont für höhere Aufgaben

Mesut Özil/Per Mertesacker (FC Arsenal): Das Weltmeister-Duo war im Pokalspiel gegen den FC Burnley nicht am Ball. Mertesacker, weil er nach seiner "Mertehacker"-Attacke rotgesperrt pausieren muss. Özil, weil er im Ligaspiel gegen den FC Southampton (ab 20.45 im Liveticker bei n-tv.de) wieder mit vollem Akku erfolgreich Regie führen soll.

Marc-André ter Stegen (FC Barcelona): Bankdrücker beim 2:1-Erfolg im Spitzenspiel gegen Atletico Madrid. Stand aber vergangene Woche im Pokal-Viertelfinale gegen Athletic Bilbao im Barca-Tor und spazierte mit dem 3:1-Erfolg souverän in die nächste Runde.

Emre Can (FC Liverpool): Musste beim 0:0 im Pokal gegen West Ham United nicht ran, was ein gewichtiger Grund für das lasche 0:0 war. Im Premier-League-Topspiel bei Leicester City (ab 20.45 im Liveticker bei n-tv.de) soll er wieder dafür sorgen, dass es auf keinen Fall eine Nullnummer gibt.

Lazarett

Lukas Podolski (Galatasaray): Arbeitet unverdrossen am Comeback.

Bastian Schweinsteiger (Manchester United): Weiter am Knie verletzt und das wohl bis Ende Februar. Deshalb am Wochenende bei Man Uniteds 3:1 im Pokal gegen Zweitligist Derby County nur Zuschauer - und Edelfan von Tennis-Göttin Angelique Kerber und der deutschen Handball-Helden.

Quelle: n-tv.de

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