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"Jeder weiß, dass es unsere eigene Schuld ist": Louis van Gaal.
"Jeder weiß, dass es unsere eigene Schuld ist": Louis van Gaal.(Foto: REUTERS)

"Herzattacken" in Newcastle: Van Gaal genervt von seinen "Deppen"

Ohne Bastian Schweinsteiger erlebt Manchester United in Newcastle eine späte "Herzattacke". Die Presse ätzt und schreibt von "Verwesung", Trainer Louis van Gaal attackiert danach seine Spieler. Kapitän Wayne Rooney will das nicht auf sich sitzen lassen.

Als Louis van Gaal nach einem weiteren Rückschlag für Manchester United auf seine "Deppen" los ging, dürfte Bastian Schweinsteiger gar nicht mehr so traurig über seine Knieverletzung gewesen sein. Der DFB-Kapitän hatte das Spiel des englischen Fußball-Rekordmeisters am Dienstagabend bei Newcastle United verpasst - und gehörte so nicht zu den Profis, die der Trainer nach dem 3:3 (2:1) beim Abstiegskandidaten in den Senkel stellte.

"Das fühlt sich wie eine Niederlage an", sagte mit versteinerter Miene angesichts des Ausgleichs von Newcastles Paul Dummett in letzter Minute, "wir sind sehr enttäuscht, wir haben zwei sehr kostbare Punkte verloren." Verantwortlich dafür seien die Spieler. Neben Doppel-Torschütze Wayne Rooney (9./Foulelfmeter, 79.) stellte er dessen ebenfalls erfolgreichen Sturmkollegen Jesse Lingard (38.) sowie Marouane Fellaini an den Pranger. Das Trio habe Chancenwucher betrieben, schimpfte er.

"Wir hätten sechs Tore schießen können", behauptete van Gaal, dessen Mannschaft in der Premier League von Platz fünf auf sechs abrutschte: "Jeder weiß, dass es unsere eigene Schuld ist - nicht die des Schiedsrichters oder Gegners. Das habe ich auch meinen Spielern gesagt." Es folgten Worte wie "traurig" oder "frustrierend". Seine eigene Position, das wusste van Gaal, wurde vom Auftritt seiner "Dummies", seiner Deppen, wie es der "Daily Star" formulierte, gegen das zuvor vier Mal unterlegene Newcastle nicht gerade gestärkt.

Alles andere als "langweilig"

Kapitän Rooney wollte van Gaals Schelte nicht auf sich sitzen lassen - und attackierte die Abwehr. Es sei "enttäuschend", dass United einen 2:0- und 3:2-Vorsprung verspielt habe, sagte er im Vereins-TV, und maulte über "dumme, vermeidbare Gegentore". So, betonte Rooney, könne es nicht weitergehen. "Du kannst so viele Tore erzielen, wie du willst, aber wenn du immer welche reinbekommst, hast du ein Problem!"

Van Gaal aber verteidigte seine "fantastische" Abwehr. Immerhin sah er die jüngste Kritik von United-Legende Paul Scholes, wonach sein Spielstil inzwischen sogar seine eigenen Spieler langweile, widerlegt. Selbst Scholes sah United "deutlich verbessert". Newcastles Coach Steve McClaren meinte nach dem aufregenden Duell mit diversen "Herzattacken für uns Trainer", Manchester habe alles andere als "langweilig" gespielt.

Die kritische Presse konnte van Gaal nicht besänftigen. Der Guardian sah United zwar "fast wie in Zeiten der glorreichen taktischen Anarchie in den Anfangsjahren von Sir Alex Ferguson", darin aber "einen Schritt nach vorne - und zwei zurück". Die Times ätzte unter der Überschrift "Wetten, dass du dir wünschtest, es wäre langweilig gewesen, Louis", dass die "Verwesung" unter dem ehemaligen Trainer des FC Bayern andauere. Nächster Halt bei van Gaals Fäulnis-Tour: Liverpool am Sonntag mit Trainer Jürgen Klopp. Schweinsteiger soll dann wieder dabei sein.

Quelle: n-tv.de

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