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Jupp Heynckes schließt nicht nur nichts aus. Er besitzt auch ein Haus in Schwalmtal.
Jupp Heynckes schließt nicht nur nichts aus. Er besitzt auch ein Haus in Schwalmtal.(Foto: REUTERS)

Wilde Schalke-Gerüchte um Heynckes: Vielleicht ja doch zum BVB?

Von Stefan Giannakoulis

Jupp Heynckes ist ein erfolgreicher Fußballtrainer, mit dem FC Bayern München wird er in diesem Jahr Deutscher Meister. Ans Aufhören denkt er auch mit seinen 67 Jahren nicht. Was liegt da näher, als ihn mit dem FC Schalke 04 in Verbindung zu bringen?

Die Fakten sind dürftig, genau genommen gibt es gar keine. Noch nicht einmal belastbare Indizien sprechen dafür, dass Jupp Heynckes in der kommenden Saison den Fußball-Bundesligisten FC Schalke 04 trainiert und damit Interimstrainer Jens Keller ablöst. Aber weil es so schön klingt und ein aufregendes Gerücht ist, hat die "Bild"-Zeitung gemeldet, dass er es tut. Oder vielmehr, dass sie auf Schalke planen, ihn zu fragen, ob er nach seiner Zeit beim FC Bayern München nicht nach Gelsenkirchen kommen mag. Dort übernimmt im Sommer Josep Guardiola, der ehemals so erfolgreiche Trainer des FC Barcelona.

Schalkes Manager Horst Heldt jedenfalls mag dazu nichts sagen. "Da wird ein Name genannt und damit spekuliert wie mit vielen anderen Namen vorher auch, und es wird vermutlich auch nicht der letzte sein. Wir werden das nicht mehr kommentieren." Das mit Jupp Heynckes sei reine Spekulation. Dass er sich aber nach einem neuen Trainer umsieht, hatte er zuletzt am Wochenende bestätigt. Damit sind wir bei den Indizien.

1.) Jupp Heynckes ist 67 Jahre alt, wehrte sich aber jüngst, als die Bayern die Verpflichtung Guardiolas verkündeten, vehement gegen die Darstellung seines Arbeitgebers, er werde mit dem Auslaufen seines Vertrages in München ins Rentnerdasein verabschieden. "Es ist nicht richtig, dass ich gesagt habe, ich werde meine Karriere beenden. Ich höre hier beim FC Bayern auf. Ich habe nun fünf Monate Zeit, das zu verkünden, was ich meine, sagen zu müssen." Was sagt uns das? Jupp Heynckes schließt zumindest nichts aus. Mehr aber auch nicht.

2.) Jupp Heynckes schließt nicht nur nichts aus. Er besitzt auch ein Haus in Schwalmtal. Von dort aus sind es nur knapp 100 Kilometer bis nach Gelsenkirchen. Exegeten sehen darin einen Hinweis, dass es mit Schalke etwas werden könnte. Was sagt uns das? Geht es nach der Entfernung zwischen Wohnort und Arbeitgeber, trainiert Jupp Heynckes in der kommenden Saison Borussia Mönchengladbach. Oder Fortuna Düsseldorf. Vielleicht aber auch den PSV Eindhoven. Oder den 1. FC Köln. Bayer Leverkusen? Den MSV Duisburg? Den VfL Bochum? Oder doch Borussia Dortmund? Vielleicht aber geht er einfach nur mit seinem Schäferhund Cando den linken Niederrhein rauf und runter.

3.) Jupp Heynckes besitzt nicht nur ein Haus in Schwalmtal. Wie die "Bild"-Zeitung exklusiv berichtet, haben die Schalker Spieler höchsten Respekt vor ihm. Und: In der Kabine sei bereits der Name Heynckes gefallen. Was sagt uns das? Das ist in der Tat brisant. Die Profis aus Gelsenkirchen unterhalten sich über den Übungsleiter des designierten Deutschen Meisters. Fragt Michael Bastos, neu im Kader, seinen Kapitän Benedikt Höwedes: "Wie heißt noch mal der Trainer dieser Mannschaft in den roten Trikots, die uns jüngst mit 4:0 geschlagen hat? Da will ich auch hin." Bastos zum FC Bayern? Wir köcheln hier keine Gerüchte.

4.) Jupp Heynckes genießt nicht nur höchsten Respekt, er hat die Schalker sogar schon einmal trainiert. In der Saison 2003/2004 belegte er mit der Mannschaft Platz sieben. Und in der Spielzeit drauf musste er nach vier Spielen und drei Niederlagen gehen. Ralf Rangnick übernahm. Manager Rudi Assauer sagte damals: " "Wir haben in vielen Gesprächen den Eindruck gewonnen, dass das Verhältnis zwischen Trainer und Mannschaft nicht so intakt war, um auf absehbare Zeit Besserung herbei zu führen." Und: Er ist ein Trainer alter Schule. Er wollte sein Ding weiter durchziehen und ließ sich nicht überzeugen, gewisse Dinge anders zu machen." Was sagt uns das? Nun. Der Manager heißt jetzt Horst Heldt. Ruhiger geworden ist es auf Schalke aber nicht. Warum soll sich Jupp Heynckes das noch einmal antun?

Das weiß Uli Hoeneß auch nicht. Der Präsident des FC Bayern ließ verkünden: "Das kann ich mir jetzt überhaupt nicht vorstellen. Das ist wohl ein kleiner Aprilscherz."

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Quelle: n-tv.de

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