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Der Finaltag im Ticker: Vom "Anschwitzen" bis Dickels Ausraster

Die Handtücher liegen bereit, nicht nur beim englischen "Guardian": Ab 20.45 Uhr entscheidet sich im Londoner Wembley-Stadion, wer Champions-League-Sieger 2013 wird: Borussia Dortmund oder der FC Bayern. England tröstet sich vor dem "German Endspiel" im nationalen Fußball-Heiligtum mit der Gewissheit: Eine deutsche Mannschaft wird verlieren. Was Sie bis zum Anpfiff durch Referee Nicola Rizzoli noch wissen sollten, können Sie im finalen n-tv.de Countdown nachlesen. Falls Sie noch rasch einen Crashkurs in Final-Fachwissen benötigen, hier wird Ihnen geholfen.

+++ 20.00 Uhr Münchner Philharmoniker vs Wunder von Dortmund +++ Liebe Leser, ehe wir Sie hiermit für den Spiel-Liveticker an die Kollegen übergeben, gibt es noch etwas auf die Ohren. Einmal den musikalischen Gruß der Münchner Philharmoniker an den FC Bayern. Und die Schlussphase des Dortmunder Viertelfinal-Rückspiels gegen den FC Malaga im BVB-Netradio.

Zurücklehnen, Gänsehaut bekommen - und dann das "German Endspiel" in Wembley genießen.

+++ 19.34 Uhr Reus ersetzt Götze als BVB-Zehner +++ Was Taktik und Personal angeht, ist der FC Bayern vor dem Finale in Wembley ein offenes Buch. Beim BVB stellte sich nach dem Ausfall von Topvorbereiter Mario Götze hingegen die Frage: Wer ersetzt den etatmäßigen Zehner? Die Antwort hat BVB-Sportdirektor Michael Zorc kurz vor Bekanntgabe der offiziellen Aufstellungen gegeben, sie lautet: Marco Reus spielt als Zehner, dafür rückt Ur-Dortmunder Kevin Großkreutz auf die linke Seite.

Inzwischen sind auch die kompletten Aufstellungen da:

Borussia Dortmund: Weidenfeller - Schmelzer, Hummels, Subotic, Piszczek - Bender, Gündogan - Kuba, Reus, Großkreutz - Lewandowski

FC Bayern: Neuer - Lahm, Boateng, Dante, Alaba - Martinez, Schweinsteiger - Ribery, Müller, Robben - Mandzukic

+++ 19.22 Uhr Teams testen die Stadion-Atmosphäre +++ Beide Mannschaften sind inzwischen im Stadion angekommen. Mit konzentrierten Mienen schreiten die Teams durch die Katakomben und auf den Heiligen Rasen. Den BVB-Profis ist die Anspannung deutlich anzusehen, sie können sich aber wie zu Hause fühlen. Die BVB-Fans machen schon Stimmung wie daheim auf der Südtribüne.

+++ 19.10 Uhr Volles Haus in Dortmund +++ Mindestens 50.000 BVB-Fans haben sich trotz Terrorwarnung und Regen in der City und in den Westfalenhallen zum Rudelgucken versammelt. Schon seit den Nachmittagsstunden haben die Fans die Innenstadt in Schwarz-Gelb getaucht. Während mehr als 30.000 Anhänger unter freiem Himmel vor Großleinwänden oder Kneipenfernsehern das Finale sehen, jubeln 18 000 BVB-Anhänger in den Westfalenhallen der 536 Kilometer entfernt spielenden Mannschaft zu.

Ein einsamer Bayern-Fan im Berliner Regen.
Ein einsamer Bayern-Fan im Berliner Regen.(Foto: dpa)

+++ 18.44 Uhr Trübe Aussichten in München und Berlin +++ Zwei Stunden bis zum Anpfiff. Die gute Nachricht für Kurzentschlossene ist: Es gibt noch Plätze auf den Fanmeilen in Berlin und München. Die schlechte Nachricht lautet: Es gibt einen Grund dafür, und der heißt Regen. In beiden Städten füllten sich die Fanmeilen bei feuchtkalten 8 bis 9 Grad nur langsam, wohl auch aufgrund der vermeintlichen Terrorgefahr. Nur einige Hundert Zuschauer verloren sich zuletzt in Berlin, 250.000 waren erwartet worden. In London herrscht hingegen bestes Finalwetter: Es ist trocken und die Sonne scheint. Nach den kurzzeitigen Ausschreitungen hat sich die Fanlage wieder beruhigt.

+++ 18.30 Uhr +++ Pünktlich auf die Sekunde fährt der BVB-Bus los Richtung Stadion. Die Polizei begleitet den Dortmunder Konvoi mit Blaulicht. Patrick Owomoyela steigt als einer der Letzten in den Bus. Immerhin: Er darf mit. Der Bayern-Bus soll um 18.40 Uhr abfahren.

+++ 18.13 Uhr Noch-BVB-Profi stichelt gegen Klopp +++ Keine drei Stunden mehr bis zum Anpfiff. Gelegenheit, Patrick Owomoyela das Wort zu erteilen. Der 33-Jährige, der den BVB am Saisonende verlässt, hat sich bei "sky90" über seinen Noch-Trainer Jürgen Klopp geäußert. Ein Lobeshymne ist es nicht geworden: "Er hat das Geschäft nicht neu erfunden. Davon gibt es bestimmt noch den einen oder anderen, aber der kann sich nicht so gut verkaufen." Fachlich schätzt Owomoyela etwa Jupp Heynckes oder Pep Guardiola vielleicht noch besser ein als Klopp - also den aktuellen und den künftigen Trainer von Dortmunds Finalgegner.

+++ 17.55 Uhr Erste Ausschreitungen vorm Stadion +++ Wenige Stunden vor dem Anpfiff ist es vor dem Wembley-Stadion zu ersten Ausschreitungen gekommen. Größere Fangruppen von Bayern München und Borussia Dortmund gingen direkt am Stadion nach beiderseitigen Provokationen aufeinander los. Die berittene Polizei musste einschreiten. Mehrere Personen wurden abgeführt. Etwa 150.000 deutsche Fußball-Fans halten sich Behörden-Schätzungen zufolge in London auf, 100.000 davon ohne Eintrittskarte für das Spiel am Abend.

Umfrage
Champions-League-Finale 2013: BVB oder Bayern - wer triumphiert in Wembley?

BVB oder Bayern - wer triumphiert in Wembley?

+++ 17.05 Uhr n-tv.de tippt auf BVB, die Leser auf Bayern +++  Kurze, nicht repräsentative Umfrage unter den sportinteressierten Kollegen plus CvD zum Spielausgang. Ergebnis: der BVB gewinnt. Vier Kollegen tippen auf Dortmund, nur zwei auf die Bayern. Das ist nicht ganz das Stimmungsbild unter den n-tv.de Lesern. Die sehen mehrheitlich die Münchner vorn. Aber: Der Vorsprung schmilzt gerade wieder.

+++ 16.45 Uhr Flugzeug mit BVB-Fans muss umkehren +++ Schlechtes Omen? Für 160 Fans von Borussia Dortmund wird die Anreise nach London jedenfalls zur Zitterpartie. Ein Sonderflug der spanischen Airline Vueling musste am Morgen 30 Minuten nach dem Start in Dortmund mit technischen Problemen wieder umdrehen. Mit einer Ersatzmaschine aus Barcelona sollen die Fans trotzdem noch rechtzeitig in die britische Hauptstadt kommen. Die Fans, die schon da sind, haben prächtige Laune.

Am 25. Mai 1983 wars, als Felix Magath mit dem Hamburger SV das Finale des Landesmeisterpokals gewann - gegen das schier übermächtige Juventus Turin.
Am 25. Mai 1983 wars, als Felix Magath mit dem Hamburger SV das Finale des Landesmeisterpokals gewann - gegen das schier übermächtige Juventus Turin.(Foto: dpa)

+++ 16.19 Uhr Ein Datum für Fußball-Heldentaten +++ Falls Ihnen die elf Gründe, warum Dortmund gegen den FC Bayern ganz sicher den Henkelpott holt, nicht gereicht haben oder zu hanebüchen erschienen, hier noch ein weiteres Omen. Die Statistikfreunde der Impire AG, die sie ab 20.45 Uhr auch mit unserem Live-Spielticker versorgen, weisen nämlich via Twitter darauf hin: "Datum für Außenseiter: Auf den Tag genau vor 30 Jahren zwang der #HSV im Landesmeister-Finale die Weltauswahl von #Juventus in die Knie." Falls Sie einfach noch etwas Lesefutter brauchen, gefällt Ihnen vielleicht "90 Jahre Mythos Wembley".

+++ 15.39 Uhr Götze - unersetzlich oder überschätzt? +++ Wie wichtig Mario Götze für das Spiel des BVB war, darüber gibt es keine zwei Meinungen. Wie wichtig er im Champions-League-Finale gegen seinen künftigen FC Bayern gewesen wäre, schon. Als Ottmar Hitzfeld von Götzes Ausfall erfuhr, erklärte er das Finale quasi für entschieden, zugunsten der Münchner. DFB-Ausbilder Frank Wormuth widerspricht in der "tz", er hält Dortmund auch ohne Götze für "nahezu genauso stark". Seine Begründung: "Ein Spieler allein kann gegen Bayern nicht so entscheidend sein. Da geht es mehr ums Kollektiv." Wir sagen: Nach dem Finale wissen alle mehr.

+++ 14.55 Uhr Bayern gewinnt die Prämien-Schlacht +++ Sollte es für die BVB-Profis mit dem Coup in Wembley klappen, dürfen sie sich neben den Titeln Champions-League-Sieger und Bayerns-Supersaison-Verderber über 150.000 Euro Prämie freuen. Was viel klingt, ist ein Klacks – zumindest für Münchner Verhältnisse. Die Bayern haben laut "Bild" sogar 200.000 Euro Siegprämie ausgelobt. Dieselbe Summe sollen die Stammspieler bereits für den Finaleinzug bekommen haben.

+++ 14.38 Uhr Weidenfeller und Neuer immer dabei +++ Das finale Duell in Wembley ist für beide Mannschaften das dreizehnte Spiel in der Königsklasse. Noch keine Minute verpasst haben nur die Torhüter: Bayern-Keeper Manuel Neuer und Dortmunds Roman Weidenfeller, der beste Nicht-Nationaltorwart der Welt, standen immer auf dem Platz. Ansonsten sprechen die Spielstatistiken klar für die Bayern. Die haben öfter aufs Tor geschossen (201 zu 175), mehr Treffer erzielt (29 zu 23), weniger Tore kassiert (10 zu 12), mehr Ballbesitz verbucht (53 zu 44 Prozent) und mehr Zweikämpfe gewonnen (53 zu 50 Prozent). Dafür beging der BVB deutlich weniger Fouls (134 zu 176). Was das alles fürs Finale heißt? Gar nix. Noch mehr Statistiken gibt es bei der Uefa.

Bilderserie

+++ 14.15 Uhr Sammer sieht die Ziellinie +++ Borussia Dortmund und der FC Bayern haben in ihren Teamhotels mit den letzten Vorbereitungen für das Champions-League-Finale begonnen. Nach Aufwecken, leichtem Training und gemeinsamem Essen stehen noch letzte Teambesprechungen und dann die Abfahrt ins Stadion an. "Die Ziellinie ist erkennbar, aber wir müssen jetzt auch drüberlaufen", weiß Bayern-Sportvorstand Matthias Sammer zu berichten. Wie das geht, weiß er ja: 1997 hat er mit Dortmund triumphiert - in München.

+++ 13.57 Uhr Fans friedlich, "Mirror" im Schützengraben +++ London ist fest in deutscher Fan-Hand. Seit dem Morgen verbreiten Hunderte Anhänger in schwarz-gelb oder rot-weiß vor allem an den Sehenswürdigkeiten schon Partystimmung. Die unvermeidliche Kriegsrhetorik steuert der "Daily Mirror" bei. Die Bundesliga sei mittlerweile die "gefürchtetste Division, seit es eine deutsche Truppe bis Stalingrad geschafft hat".

+++ 13.28 Uhr BVB will angeblich Bayerns Pizarro +++ In Wembley soll Robert Lewandowski den BVB zum Champions-League-Sieg gegen die Bayern schießen. Wie es danach mit der Fußballehe zwischen dem Torjäger und Borussia Dortmund aussieht, steht in den Sternen. Angeblich hat sich Lewandowski ja schon den Münchnern versprochen. Heißt: Im BVB-Sturm dürfte eine Planstelle frei werden - aber nicht lange. Denn die "Bild" berichtet, dass Claudio Pizarro aus München zum BVB wechseln soll. Der 34-Jährige wäre am Saisonende ablösefrei und soll auch kommen, wenn Lewandowski bleibt.

+++ 13.10 Uhr Liebe Leser, wer gewinnt? +++ Kanzlerin Angela Merkel drückt im Finale ganz präsidial ganz Fußball-Deutschland die Daumen, Kanzler-Aspirant Peer Steinbrück will hingegen den BVB siegen sehen und das in Dortmund beim Public Viewing. Damit schlägt er sich auf die Seite des Außenseiters, denn nach der Super-Saison der Super-Bayern spricht eher wenig für ein Super-Trauma in London. Trotzdem die Frage: Was glauben Sie, liebe Leser, welche Mannschaft muss nach dem Abpfiff mit einem Überraschungsbesuch von Frau Merkel in der Kabine rechnen? Abstimmen können Sie bis zum Anpfiff.

+++ 12.59 Uhr Der Henkelpott kommt nach Berlin +++ 2015 findet das Champions-League-Endspiel bekanntlich im Berliner Olympiastadion statt. Die Fans in der Hauptstadt können schon vorher einen Blick auf den Henkelpott werfen. Im September dieses Jahres wird der Sieger-Pokal im Rahmen der Uefa Champions League Trophy Tour in Berlin ausgestellt. Zuletzt war die Trophäe 2011 in Deutschland bei einer Ausstellung in München zu besichtigen.

+++ 12.22 Uhr Der "Kaiser" möchte "total verrücktes Finale" +++ Die Kernaufgabe des FC Bayern im Wembley-Stadion lautet: Dortmund schlagen, Triple-Chance wahren, Verliererstempel vermeiden. Für Ehrenpräsident Franz Beckenbauer darf es aber noch ein wenig mehr sein, der "Bild" verriet er: "Wissen Sie, was ich mir wünsche? Ein total verrücktes Finale! Mein Traum: ein dramatisches 2:2 nach der regulären Spielzeit. 3:3 nach Verlängerung. Und dann Elfmeterschießen." Das haben die Bayern unter der Woche eigens trainiert. Deshalb ist für den "Kaiser" klar: "Sorry, Dortmunder, diesmal gewinnen die Bayern." Zum Schwelgen hier noch einmal die CL-Finals seit 1993.

+++ 12.00 Uhr Der FC Bayern schwitzt an +++ Der ultimative deutsche Fußball-Showdown im Champions-League-Finale ist auch das Duell Frühaufsteher gegen Langschläfer. Während Borussia Dortmund seine Profis gegen 8.30 Uhr bereits zum gemeinsamen Frühstück bat, wurden die Bayern-Profis zwischen 8 und 10 Uhr individuell geweckt. Seit 11 Uhr heißt es für die Münchner: "Anschwitzen" fürs Finale. Um 13.30 Uhr wird gegessen.

Quelle: n-tv.de

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