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Der Jubel nach dem letzten Strafstoß.
Der Jubel nach dem letzten Strafstoß.(Foto: REUTERS)
Montag, 29. Mai 2017

Elfmeterdrama in Wembley: Wagner feiert mit Huddersfield den Aufstieg

Nach 45 Jahren ist der englische Fußballklub Huddersfield Town wieder erstklassig. Im Finale um den Aufstieg und 240 Millionen Euro im Londoner Wembleystadion schafft die Mannschaft des deutschen Trainers David Wagner den Coup - in der Elfmeterlotterie.

Der englische Fußball-Zweitligist Huddersfield Town mit Trainer David Wagner ist nach einem Elfmeter-Krimi sensationell in die Premier League aufgestiegen. Die Terrier gewannen das Finale der Play-offs gegen den FC Reading im legendären Wembleystadion im Elfmeterschießen mit 4:3, nach 120 Minuten waren keine Tore gefallen. Huddersfield spielte zuletzt vor 45 Jahren in der Premier League und darf sich auf sehr viel Geld freuen.

Und einen Pokal gab's auch: David Wagner.
Und einen Pokal gab's auch: David Wagner.(Foto: REUTERS)

Der ehemalige 1860-Profi Christopher Schindler verwandelte den entscheidenden Elfmeter und wurde so zum Helden. Innenverteidiger Michael Hefele sagte anschließend beim Bezahlsender Sky: "Das ist kein Traum. Das ist Realität. Diese Jungs haben etwas Großes erreicht - so ein kleiner Klub in der besten Liga der Welt. Einfach verrückt." Schon im Halbfinale setzte sich die Elf des ehemaligen U23-Trainers von Borussia Dortmund erst in der Lotterie vom Punkt gegen Sheffield Wednesday durch.

Gemessen am Etat auf Platz 18

Nun bot der Deutsch-Amerikaner Wagner in Schindler, Hefele, Chris Löwe und Elias Kachunga gleich vier Deutsche von Beginn an auf. Das Finale war laut englischen Medien das "richest game in football", das lukrativste Spiel. Der "Telegraph" hatte errechnet, dass der Sieger bis zu 237,5 Millionen Euro bekomme - vor allem Fernsehgeld, "Fallschirm-Zahlungen" bei Wiederabstieg inklusive. In der Championship bekam Huddersfield keine fünf Millionen vom TV.  Mit einem Etat von 16 Millionen Euro lag der Klub in der 24er-Liga auf Platz 18, in der Abschlusstabelle war es Platz fünf.

Huddersfield erwischte im Finale den besseren Start und kam durch Innenverteidiger Hefele (5.) und Isaiah Brown (10.) zu besten Chancen. Nach der Pause war die Elf von Abwehrlegende Jaap Stam die aktivere Mannschaft, doch es blieb in einer robusten Partie nach regulärer Spielzeit torlos. In der Verlängerung vergab Huddersfield-Stürmer Nahki Wells aus elf Metern die beste Gelegenheit (116.), so ging es in das entscheidende Elfmeterschießen.

Vor dem Endspiel war Wagner mit seinem Team zu einem fünftägigen Trainingslager nach Portugal gereist. Seine größten Erfolge feierte der nordenglische Klub in den 1920-er Jahren, als er dreimal in Folge Meister wurde. Wagner trainiert den Traditionsklub seit 2015, zuvor war er vier Jahre Trainer der zweiten Mannschaft von Borussia Dortmund. Der FC Ingolstadt und der VfL Wolfsburg blitzten bereits bei Wagner ab.

Quelle: n-tv.de

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