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"Die anderen drei Klubs sind allesamt Weltspitze. Da gibt es keine Unterschiede mehr": Hans-Joachim Watzke.
"Die anderen drei Klubs sind allesamt Weltspitze. Da gibt es keine Unterschiede mehr": Hans-Joachim Watzke.(Foto: dpa)

Auslosung, Manipulation, Hoffnung: Watzke kontert Bayerns Hoeneß

Von Stefan Giannakoulis

Mit Borussia Dortmund und dem FC Bayern stehen die besten deutschen Fußballteams im Halbfinale der Champions League. Vor der Auslosung darf sich jeder was wünschen. Uli Hoeneß macht das auch, doch Hans-Joachim Watzke warnt ihn.

Die Münchner haben es geschafft, und das fast beängstigend souverän in ihren beiden Spielen gegen Juventus Turin. Die Dortmunder hatten es in ihrem Viertelfinale gegen den FC Málaga etwas spannender gemacht, aber auch sie stehen im Halbfinale der Champions League. Die beiden besten deutschen Fußballmannschaften unter den besten vier Teams Europas - das gab es in der seit 1992 währenden Geschichte der Champions League noch nie. Komplettiert wird das Quartett durch die spanischen Spitzenklubs FC Barcelona und Real Madrid.

Und jetzt? Wollen alle wissen, wer denn nun am 23. und 24. April sowie am 30. April und 1. Mai gegen wen spielt. Deshalb lässt die Uefa auslosen, am Freitag ab 12 Uhr in Nyon in der Schweiz. Alles ist möglich, jeder kann gegen jeden gelost werden. Das besagen die Regeln. Nur die Verschwörungstheoretiker sind sich da nicht so sicher. Sie hatten schon vor der Ziehung zum Viertelfinale Manipulation gewittert.

Ahmet Cakar, Türke und einst Schiedsrichter in Diensten des Weltverbandes Fifa, behauptete, der Europaverband habe bei der Auslosung getrickst, um sicherzustellen, dass sich die Top-Vereine Real, Barça und Bayern aus dem Weg gehen. Und zwar mit Hilfe von magnetischen Loskugeln und einem Metallring an der Hand der Losfee Steve McManaman, einem ehemaligen englischen Nationalspieler. Im türkischen Fernsehen führte Cakar den Trick erfolgreich vor. Auch vor dem Achtelfinale hatte es Gerüchte gegeben, weil bei der obligatorischen Probeziehung exakt dieselben Paarungen zustande kamen wie später bei der live im Fernsehen übertragenen offiziellen Auslosung.

Hoeneß soll sich nicht zu sicher sein

Bleibt die Frage, wer nun vor dem Halbfinale welche Interessen verfolgen könnte. Wir wissen es nicht. Sicher aber ist: Egal was am Ende dabei herauskommt, irgendjemand wird garantiert meckern. Bis dahin darf sich jeder was wünschen. Wenn Uli Hoeneß einen Metallring hätte, er wüsste, was er damit täte. Der Präsident des FC Bayern plädiert für ein Halbfinale gegen Borussia Dortmund. Weil er den Konkurrenten aus der Bundesliga für schlagbarer hält als die spanischen Giganten und unbedingt das Finale am 25. Mai in Londons Wembleystadion erreichen will. Eine Einschätzung, die er nicht exklusiv hat, auch wenn der BVB in dieser Champions-Leage-Spielzeit als einziges Team noch keine Partie verloren hat. Und sich in einer Gruppe mit Manchester City, Ajax Amsterdam und Real Madrid durchgesetzt hat.

Aber auch Franz Beckenbauer, offizielle Lichtgestalt des deutschen Fußballs und Experte für alles beim Bezahlsender Sky, hat sich festgelegt. "Jetzt wäre mir Dortmund am liebsten, weil Bayern dann weiter kommt." Schön, dass sie das gesagt haben. Hans-Joachim Watzke, seines Zeichens Geschäftsführer des BVB, ließ sich jedenfalls nicht lange um eine Replik bitten. "Die vergangenen Jahre haben ja gezeigt, dass wir gegen die Münchner durchaus das eine oder andere Spiel gewinnen können. Da sollte sich Uli Hoeneß also nicht zu sicher fühlen", sagte er der Tageszeitung "Die Welt".

Er sei, fügte Watzke hinzu, da offenbar romantischer veranlagt als der Kollege aus München. "Für mich liegt der Reiz des Europapokals auch darin, internationale Partien zu spielen. Darum würde ich mich über zwei deutsch-spanische Duelle mehr freuen als über ein Halbfinale gegen die Bayern." Wünschen wollte er sich aber nichts. "Die anderen drei Klubs sind allesamt Weltspitze. Da gibt es keine Unterschiede mehr." Einmal standen sich die Münchner und Dortmunder übrigens schon in einem K.o.-Spiel der Champions League gegenüber. 1998 war das, im Viertelfinale. Und ins Halbfinale kam - der BVB.

Quelle: n-tv.de

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