
Das behauptet Rechtsanwalt Burkhard Benecken aus Marl. Der 30 Jahre alte Mann aus Herten in Nordrhein-Westfalen soll mit mittlerweile sechs anderen Verdächtigen auf manipulierte Partien in der Schweiz, Belgien, Türkei, Slowenien und Kroatien gewettet haben. Dabei habe C. einen Gewinn von 990.275 Euro gemacht.
Im Durchsuchungsbeschluss und im Haftbefehl werden laut Benecken noch weitere Anschuldigungen gegen C. erhoben. "Ihm wird vorgeworfen, dass er im Juni 2008 einen Wettanbieter aus Nürnberg verschleppt und drei bis vier Tage in einem Keller in Herten eingesperrt habe, mit der Intention, von dieser Person 100.000 Euro Wettschulden zu bekommen. Er soll durch Dritte diese Person in dem Keller verprügelt haben lassen. Aufgrund dieser Maßnahme seien 50.000 Euro geflossen", sagte Benecken.
"Er wird sich in Kürze erklären"
Erpresserischer Menschenraub wird mit einer Freiheitsstrafe von mindestens fünf Jahren bestraft. "Wir wissen nicht, worauf diese Vorwürfe beruhen. Wenn uns die Akten vorliegen, wollen wir die Vorwürfe unbedingt entkräften", sagte der Anwalt. Wie Benecken erläuterte, soll C. laut Haftbefehl mehrere Zeugen mit körperlicher Gewalt und Drohungen nachhaltig eingeschüchtert haben. Darüber hinaus würden dem Hertener konspirative Gespräche über ständig wechselnde Mobiltelefone und den Internettelefonie-Dienst Skype zur Last gelegt. "Er wird sich in Kürze erklären, wenn uns die Akten vorliegen", sagte Benecken.
Unter anderem soll C. von einer vermeintlichen Manipulation des türkischen Erstliga-Spiels zwischen Ankaraspor und Bursaspor (0:2) am 4. April 2009 gewusst haben. Dabei habe er beim Wettanbieter Bet3000 genau 10.000 Euro auf die richtige Tordifferenz gesetzt und 18.500 Euro kassiert. Des Weiteren soll der Hertener an Manipulationen von zwei Partien der 2. belgischen Liga, zwei Spielen der 2. Schweizer Liga sowie jeweils einer Partie der höchsten Spielklassen in Slowenien und Kroatien sowie dem türkischen Pokal beteiligt gewesen sein. Dabei habe beim Aufeinandertreffen der slowenischen Klubs Drava Ptuj und Nafta Lendava (4:1) am 11. April 2009 ein im Haftbefehl namentlicher genannter Spieler 5000 Euro erhalten. C. soll durch diese Partie 100 000 Euro gewonnen haben.
Mehr verloren als gewonnen?
Bei der Durchsuchung seien zahlreiche Wettscheine bei C. gefunden worden. "Er hat bei Wetten insgesamt mehr verloren als gewonnen", sagte Benecken. Laut Benecken soll sein Mandant "enorme Summen" - teilweise sechsstellige Beträge - bei einzelnen Live-Wetten eingesetzt haben. Darunter auch Partien von Bayern München oder Real Madrid.
"Mein Mandant wird klar machen, dass solche Spieler ganz bestimmt nicht bestechlich sind", betonte der Anwalt. Benecken hat Haftprüfung für C. beantragt. "Man nimmt bei ihm Fluchtgefahr an", sagte der Anwalt. Laut Haftbefehl habe der 30-Jährige bereits erhebliche liquide Mittel in die Türkei transportiert.


