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Wieder da: Josef Heynckes.
Wieder da: Josef Heynckes.(Foto: REUTERS)
Montag, 09. Oktober 2017

"Habe einen klaren Plan": Wie Heynckes den FC Bayern aufpäppeln will

Bei seinem ersten Auftritt als neuer alter Trainer des FC Bayern schickt der 72 Jahre alte Jupp Heynckes einen Gruß an alle Skeptiker: Der Fußball habe sich vielleicht verändert, sei aber nicht neu erfunden worden. Ansonsten gelte: "Über allem steht der Erfolg."

Jupp Heynckes geht voller Überzeugung in seine vierte Trainerzeit beim FC Bayern. "Trotz der schwierigen Situation bin ich zuversichtlich, dass wir die Erfolgsspur wieder aufnehmen", sagte er in München zu Beginn seiner Acht-Monats-Mission. Der Fußball-Bundesligist brauche nach der Trennung von Carlo Ancelotti jemanden, der die Stimmung verbessere und eine Hierarchie in das Team bringe, betonte der 72-Jährige: "Über allem steht der Erfolg." Seine Aufgabe sei es, "wieder Ordnung zu schaffen, die Situation zu entkrampfen, zu entschleunigen, zu beruhigen". Ein Saisonziel gab Heynckes zunächst nicht aus.

"Ich habe viele taktische Kniffe gesehen": Jupp Heynckes im Jahr 1971.
"Ich habe viele taktische Kniffe gesehen": Jupp Heynckes im Jahr 1971.(Foto: imago/Horstmüller)

Er glaube aber, "dass die Mannschaft Potenzial und Klasse hat und dass sie wieder ein anderes Gesicht zeigen wird". Schließlich sei es auch nach vier Jahren im Ruhestand so: "Ich habe einen ganz klaren Plan und weiß, wie ich das anpacken muss. Andere sind mit 45 schon alt, andere mit 70 noch jung. Dazu zähle ich mich." Auch wenn es viele Skeptiker gebe, die sagen würden, "dass ich vier Jahre raus bin: Ich weiß, wie der Fußball funktioniert und wo ich ansetzen muss. Ich habe den Fußball verfolgt, ich habe auch viel internationalen Fußball gesehen: Spanien, England, Italien. Ich habe viele taktische Kniffe gesehen".

Nach dem schlechten Saisonstart des FC Bayern sei es nun vorrangig, "eine Mannschaft zu formen, die wirklich zusammenspielt und zusammenarbeitet. Und ein großes Ziel vor Augen hat, die Wende zu schaffen". Es sei zudem "wichtig, eine ganz klare Hierarchie zu installieren und den Spielern das Vertrauen in ihre Möglichkeiten zu geben". Heynckes gibt am Samstag (ab 15.30 im Liveticker bei n-tv.de) gegen SC Freiburg nach über vier Jahren sein Comeback. Es wird sein 1012. Einsatz als Trainer oder Spieler in der Bundesliga sein.

Und wer folgt dann auf Heynckes?

Seinen Abschied hatte Heynckes beim DFB-Pokal-Finale am 1. Juni 2013 nach dem 3:2 mit den Münchnern gegen den VfB Stuttgart gegeben. Die Bundesliga hatte er nach 50 Jahren als Spieler und Trainer am 18. Mai 2013 mit einem 4:3 gegen seinen Heimatklub Borussia Mönchengladbach verlassen. Aus der Triple-Saison stehen mit dem derzeit allerdings verletzten Manuel Neuer, Jérôme Boateng, David Alaba, Rafinha, Thomas Müller, Javi Martinez, Franck Ribéry und Arjen Robben sowie dem reaktivierten Tom Starke noch neun Spieler im aktuellen Kader. Arturo Vidal kennt Heynckes aus seiner Zeit in Leverkusen.

Seine Chefs wollen sich derweil Zeit mit der Suche nach einem neuen Trainer lassen. "Eines kann ich klar sagen, dass wir 2017 nicht verkünden werden, was am 1. 7. 2018 passiert", sagte Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge. Die Liste der Kandidaten ist dem Vernehmen nach lang. Gehandelt werden etwa Julian Nagelsmann, Thomas Tuchel, aber auch Bundestrainer Joachim Löw - wobei das wohl eher Quatsch ist. Man werde "jetzt keine Namen diskutieren", betonte Uli Hoeneß, der Präsident. Heynckes gebe dem Klub "die Zeit, in Ruhe die Baustellen zu befrieden und ab 1. Juli den FC Bayern an einen neuen Trainer zu übergeben".

Nach Josep Guardiola und eben Ancelotti hofft auch Heynckes, dass nach ihm ein "junger, deutscher Trainer" die Mannschaft übernimmt. In der Bundesliga gebe es viele junge Kollegen, "deren Handschrift zu erkennen ist. Die spielen einen strukturierten, methodischen Fußball". Offen ist derweil die berufliche Zukunft von Ancelotti-Assistent Willy Sagnol. Für den Franzosen ist im Trainerteam von Heynckes kein Platz. Dies habe man Sagnol am Freitag mitgeteilt, sagte Rummenigge: "Wir werden zeitnah ein zweites Gespräch führen und dann sehen, wie es weitergeht. Es ist noch keine Entscheidung gefallen." Heynckes setzt auf Peter Hermann und Hermann Gerland. Der Bochumer ist bis zum nächsten Sommer von seiner Aufgabe als sportlicher Leiter des neuen Nachwuchsleistungszentrums entbunden. Die Aufgabe wird bis dahin Geschäftsführer Jochen Sauer, der eigentlich nur für die Administration verantwortlich ist, alleine übernehmen.

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Quelle: n-tv.de

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