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Bajuwarische Glückseligkeit: Thomas Müller und seine Kollegen bejubeln das 5:1 gegen den FC Arsenal.
Bajuwarische Glückseligkeit: Thomas Müller und seine Kollegen bejubeln das 5:1 gegen den FC Arsenal.(Foto: imago/Ulmer)

So läuft der 21. Spieltag: Wie motiviert Realo Ancelotti den FC Bayern?

Von Stefan Giannakoulis

Nach dem Spektakel gegen Arsenal muss der FC Bayern wieder in der Bundesliga ran. Kehrt Ancelottis Team am 21. Spieltag zum Minimalismus zurück? Wie verkraftet der BVB die leere Südtribüne? Und warum gratuliert RB Leipzig nicht?

Welchen Modus wählt der FC Bayern?

Nach der turbulenten Gala gegen den FC Arsenal in der Champions League heißt es für die Fußballer des FC Bayern nun wieder: Bundesligamodus. Die Münchner gastieren an diesem 21. Spieltag bei der Hertha im Berliner Olympiastadion. Und die Frage ist: Wo knüpfen die Münchner an? Machen sie so weiter, wie sie am Mittwoch gegen letztlich heillos überforderte Engländer aufgehört hatten? Oder spielen sie auf dem Weg zu ihrer fünften Meisterschaft in Folge so, wie sie in diesem Jahr in der Liga stets gespielt hatten? Also nicht allzu überzeugend, aber erfolgreich? Das reicht, um die Tabelle mit sieben Punkten vor RB Leipzig anzuführen.

Hurra, es geht nach Berlin: Robert Lewandowski und Thiago Alcántara können sich kaum halten.
Hurra, es geht nach Berlin: Robert Lewandowski und Thiago Alcántara können sich kaum halten.(Foto: imago/Ulmer)

Wie wäre es denn, die Münchner träten auch in der Liga so auf wie in der europäischen Königsklasse? Grundsätzlich hält Trainer Carlo Ancelotti das für eine gute Idee. "Natürlich wollen wir immer spielen wie gegen Arsenal, aber das ist nicht möglich." Und schließlich habe seine Mannschaft "auch in der Bundesliga schon manchmal sehr gut gespielt". Es sei ja so: "Die Motivation ist ein bisschen anders, wenn du ein K.o.-Spiel spielst statt Bundesliga. Die Motivation ist der Antriebsmotor für die Energie", sprach Carlo, der Realo. "Die Taktik war die gleiche. Die Spieler wissen, was sie zu tun haben." Ob das für den Samstagnachmittag die Rückkehr zum bajuwarischen Minimalismus bedeutet, wollte er nicht sagen. Nur so viel: "Vielleicht gibt es einige Veränderungen im Vergleich zum Spiel gegen Arsenal." Es sei gut möglich, dass Thomas Müller, den er am Mittwoch kurz vor dem Ende der Partie eingewechselt hatte, woraufhin der tatsächlich ein Tor erzielte, in Berlin von Anfang an spiele. Und zwar nicht für den gegen Arsenal überragenden Thiago Alcántara, sondern gemeinsam mit ihm. Denn: "Thiago ist keine Alternative für Müller. Thiago ist ein komplett anderer Spieler." Ansonsten sei die Hertha, die immerhin noch Tabellensechster ist und acht von neun Heimspielen in dieser Saison gewonnen hat, ein starker Gegner. "Wir müssen morgen sehr konzentriert sein. Die Bundesliga ist ein anderer Wettbewerb!" Tipp: 0:2.

BVB hadert, Leipzig gratuliert nicht

Wenn heute Abend weder ein Augsburger noch ein Leverkusener trifft (siehe unten beim n-tv.de-Geheimtipp), könnte sich wieder ein Dortmunder in die Listen der Meilensteintorschützen eintragen und den 50.000. Treffer der Bundesligageschichte erzielen. Nur fiele der Jubel darüber verhaltener aus als üblich. Die Borussia spielt bekanntlich am Samstagnachmittag vor leerer Südtribüne gegen den VfL Wolfsburg. Als kollektive Strafe für die Beleidigungen beim Spiel gegen RB Leipzig am 4. Februar hat der DFB sie gesperrt. Es werden zwar noch immer 56.906 Zuschauer im Westfalenstadion sein, aber die 24.454 auf den Stehplätzen sind jene, die für Stimmung sorgen. Überhaupt hat es der BVB schwer. Am vergangenen Samstag verlor das Team von Trainer Thomas Tuchel beim Tabellenletzten in Darmstadt, am Dienstag in der Champions League trotz klarer Überlegenheit bei Benfica in Lissabon. "Von zehn solcher Spiele gewinnst du neuneinhalb", konstatierte Innenverteidiger Sokratis Papastathopoulos. Und jetzt kommt auch noch Wolfsburgs Trainer Valérien Ismaël und sagt: "Falls es jemals einen guten Zeitpunkt gab, in Dortmund zu spielen, dann ist dieser vielleicht jetzt." Tipp: 2:0.

"Je länger man da vorne steht, umso weniger schön wird es sich anfühlen, wenn man am Ende nicht unter den ersten drei Teams steht": Ralph Hasenhüttl.
"Je länger man da vorne steht, umso weniger schön wird es sich anfühlen, wenn man am Ende nicht unter den ersten drei Teams steht": Ralph Hasenhüttl.(Foto: imago/Christian Schroedter)

Apropos absteigender Ast: Die Rasenballsportler aus Leipzig haben in der Liga - in anderen Wettbewerben sind sie ja auch nicht vertreten - tatsächlich zweimal hintereinander verloren. Nun steht die Partie bei der Mönchengladbacher Borussia an, die zwar just in der Europaliga trotz klarer Überlegenheit dem FC Valencia unterlag, ansonsten aber unter dem neuen Trainer Dieter Hecking wieder ordentlichen Fußball spielt und die jüngsten drei Ligaspiele gewonnen hat: "Die Mannschaft wird an dieser Niederlage nicht kaputtgehen. Sie wird nicht zerbrechen und schon am Sonntag eine Reaktion zeigen." Sportdirektor Max Eberl gibt sich ähnlich optimistisch und assistiert: "Die Mannschaft kann jetzt mit Mut gegen Leipzig auftreten." Bei RB beschäftigen sie sich derweil behutsam mit der Champions League - was als Zweiter der Tabelle mit sieben Punkten vor dem Dritten wenig verwundert. Trainer Ralph Hasenhüttl formulierte es im Gespräch mit der "Bild"-Zeitung so: "Je länger man da vorne steht, umso weniger schön wird es sich anfühlen, wenn man am Ende nicht unter den ersten drei Teams steht." Und den Münchnern zur Meisterschaft gratulieren mag er auch noch nicht: "Nein! Denn es sind noch 14 Spiele und wenn man gesehen hat, wie die Bayern gegen Ingolstadt gejubelt haben, weiß man, dass es für sie auch ein hartes Stück Arbeit war." Tipp: 2:2.

War sonst noch was?

FSV Mainz - SV Werder Bremen: Kippt die Stimmung an der Weser? Bei der jüngsten Heimniederlage gegen Mönchengladbach pfiffen die Fans schon zur Halbzeit laut. Und nach der Partie bog die Mannschaft auf dem Weg in die Kurve flugs verschreckt wieder ab. Dem Vernehmen nach spitzt sich die Situation des Trainers Alexander Nouri zu. Tipp: 2:0.
Eintracht Frankfurt - FC Ingolstadt: Dreimal gastierten die Ingolstädter bisher im Waldstadion, dreimal gab's ein Remis. Alexander Meier, Frankfurts lokaler Fußballgott, fordert nach der jüngsten, klaren Niederlage in Leverkusen von sich und seinen Kollegen: "Wir müssen den Kopf einschalten, brauchen viel Geduld." Tipp: 1:1.
TSG Hoffenheim - SV Darmstadt 96 (alle Samstag, 15.30 Uhr): Hoffenheims Angreifer Sandro Wagner freut sich auf die Partie gegen seinen Ex-Klub: "Das ist schließlich der einzige Gegner, dessen Fans mich mögen." Gnade kennt er allerdings nicht: "Mein aktueller Arbeitgeber ist die TSG, die Punkte bleiben am Samstag hier." Tipp: 2:0.
Hamburger SV - SC Freiburg (Samstag, 18.30 Uhr): Sie haben zuletzt gegen Leverkusen gewonnen, im Pokal gegen Köln, und jüngst auch in Leipzig, ohne auch nur ein einziges Tor zu kassieren. Was ist nur mit den Hamburgern los? Trainer Markus Gisdol warnt: Es sei es gar nicht so einfach, "in so einer Situation das Niveau und die Spannung zu halten". Tipp: 1:0.
1. FC Köln - FC Schalke 04 (Sonntag, 17.30 Uhr): In Europa wollen sie für Furore sorgen, und so fahren die Gelsenkirchener frohgemut nach Köln. Zumal Klaas-Jan Huntelaar wieder fit ist und trifft. In den vergangenen sechs Spielen, in denen der FC Schalke 04 mit dem Angreifer auf den 1. FC Köln traf, erzielte der sechs Treffer, bereitete zwei vor. Tipp: 1:1.

Wer spielt das beste Phrasenschach?

"Wer Perfektion sehen will, der muss in den chinesischen Staatszirkus gehen." Werders Trainer Alexander Nouri vor dem Spiel seiner Bremer am Samstagnachmittag in Mainz.

Der n-tv.de-Geheimtipp

Sagen wir es, wie es ist: Wenn der FC Augsburg heute (ab 20.30 Uhr im Liveticker bei n-tv.de) gegen Bayer 04 Leverkusen spielt, ist das vor allem aus einem Grund interessant: Wer auch immer das erste Tor in dieser Partie schießen wird, geht in die seit dem 24. August 1963 währende Geschichte der Bundesliga als derjenige ein, der den 50.000. Treffer erzielt hat - dreiundfünfzigeinhalb Jahre nachdem dem Dortmunder Timo Konietzka im Spiel gegen Werder Bremen der erste gelungen war. Dem Jubiläumsschützen nun erwartet ewiger Ruhm. Oder? Frank Mill, auch ein Dortmunder, der am 10. September 1988 das 25.000. Tor schoss, reagierte, wie die "Süddeutsche Zeitung" berichtete, seinerzeit wenig enthusiastisch: "Auf ewig verewigt - was bedeutet das schon?" Und vielleicht geht die Partie heute ja auch 0:0 aus.

 

Quelle: n-tv.de

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