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Diego wusste die Freiräume zu nutzen, die ihm Leverkusen freundlicherweise gestattete.
Diego wusste die Freiräume zu nutzen, die ihm Leverkusen freundlicherweise gestattete.(Foto: dpa)

Brillanter Diego bricht den Heimbann: Wolfsburg fertigt Leverkusen ab

Das Duell der Bundesliga-Werksteams entscheidet ein Brasilianer. Mit einem Doppelpack stellt Wolfsburgs Spielmacher Diego die Weichen gegen Bayer Leverkusen früh auf den ersten "Wölfe"-Heimsieg in dieser Saison, noch vor der Pause legt Bas Dost nach. Leverkusen gelingt erst in der Nachspielzeit Zählbares für die Anzeigetafel, viel zu spät.

Der VfL Wolfsburg um Starspieler Diego wirkte wie von einer Last befreit: Im ersten Bundesliga-Heimspiel seit der Entlassung von Felix Magath führte der brasilianische Ballzauberer die Niedersachsen zum Premierensieg im eigenen Stadion. Im Duell der Werksclubs setzte sich der VfL verdient 3:1 (3:0) gegen Bayer Leverkusen durch und fügte den Rheinländern damit die erste Niederlage nach zwölf ungeschlagenen Spielen zu. Bayer verpasste den Sprung auf den Champions-League-Rang drei, während der VfL - der Spekulationen zufolge Werder-Manager Klaus Allofs in die Autostadt locken will - Anschluss an das Tabellenmittelfeld herstellte.

Den ersten Treffer erzielte er per Freistoß, bei dem Bayer-Keeper Michael Rensing freundlicherweise auf jede Reaktion verzichtete.
Den ersten Treffer erzielte er per Freistoß, bei dem Bayer-Keeper Michael Rensing freundlicherweise auf jede Reaktion verzichtete.(Foto: dapd)

Mit einem frühen Doppelpack (4./16. Minute) leitete Diego vor 24.825 Zuschauern schon zeitig den dritten Liga-Saisonsieg ein. Bas Dost (33.) sorgte noch vor dem Seitenwechsel für die Vorentscheidung zugunsten der Mannschaft von Interimscoach Lorenz-Günther Köstner. Die beiden Offensivspieler und Sturmpartner Ivica Olic haben damit alle bisherigen Saisontreffer in der Liga erzielt. Der Bayer-Ehrentreffer ging auf das Konto von Stefan Kießling (90.+1).

Leverkusener Freiheit

Zwei Punkte und nur ein Tor hatte Wolfsburg in den bislang fünf Partien in der eigenen Arena zustande gebracht - gegen Bayer war von einer angeblichen Heimschwäche aber nichts zu merken. Angeführt von Mittelfeld-Wirbler Diego kombinierte sich der VfL immer wieder in den gegnerischen Strafraum. Dem Brasilianer wurden von den Leverkusenern aber auch viel mehr Freiräume gestattet als in den Partien zuvor.

Diego bedankte sich: Erst zirkelte der 27-Jährige einen direkten Freistoß ins Tor, wobei Bayer-Schlussmann Michael Rensing schlecht, weil gar nicht reagierte. Der Wolfsburger Spielmacher spurtete nach seinem Treffer quer über das Feld und sprang Coach Köstner in die Arme. Acht Minuten später war der frühere Bremer erneut zur Stelle und vollstreckte einen Angriff über Olic und Dost zu seinem dritten Doppelpack in der Bundesliga-Geschichte.

Bayer schlampig in der Abwehr

Diesmal war Keeper Rensing, der weiter Bernd Leno nach dessen Ellbogen-Verletzung vertrat, chancenlos. Auch beim 3:0, das Diego mit einer schönen Flanke einleitete, hatte Rensing das Nachsehen. Dost ließ sich die Chance nach Vorlage von Marcel Schäfer nicht entgehen.

Die Gäste leisteten sich im Gegensatz zu den vergangenen Matches zu viele Schlampigkeiten in der Abwehr. Schon nach dem zweiten frühen Gegentor wirkte der Europa-League-Vertreter demoralisiert, zumal Leverkusen auch im Angriff zumeist glücklos agierte. Die größte Chance vor der Pause bot sich Stefan Kießling, der freistehend am reflexstarken Diego Benaglio scheiterte (22.). Der Keeper hatte davor schon einen Freistoß von Gonzalo Castro überragend pariert (8.).

Köstner ist kein Rotator

Kießling und Castro waren zwei der vier Neuen in der Leverkusener Startelf im Vergleich zum Spiel unter der Woche gegen Rapid Wien. Während die Gäste den jüngsten Auftritten in Liga, Pokal und Europa League Tribut zollten, profiliert sich Köstner immer mehr als Meister der Beständigkeit: In seinem vierten Pflichtspiel bei den VfL-Profis berief der Interimstrainer zum vierten Mal dieselbe Startelf.

Den sicheren Sieg vor Augen schalteten die Wolfsburger nach der Pause einen Gang zurück. Unbedingte Torgefahr strahlten die Gäste ohnehin nicht aus, die größte Tat vollbrachte VfL-Keeper Benaglio bei einem Patzer des eigenen Vordermanns Kjaer. Wolfsburg beschränkte sich auf Konter, verpasste aber den vierten Treffer. Mit dem Schlusspfiff traf Kießling.

Quelle: n-tv.de

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