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Nach vier Minuten sah Schalkes Naldo nach einer Notbremse die Rote Karte.
Nach vier Minuten sah Schalkes Naldo nach einer Notbremse die Rote Karte.(Foto: imago/Team 2)

Erst Blitz-Rot, dann Last-Minute-K.o.: Zehn Schalker unterliegen Leverkusen

In Leipzig schockt den FC Schalke eine Blitz-Schwalbe, im Heimspiel gegen Leverkusen ein Blitz-Platzverweis. Aber: Trotz fast 90-minütiger Unterzahl ist Schalke die bessere Mannschaft, kämpft, hat Chancen, trifft nur nicht. Das rächt sich ganz spät.

Stefan Kießling hat Bayer Leverkusen einen wichtigen Sieg im Kampf um die Europapokal-Plätze in der Fußball-Bundesliga beschert. Mit seinem Kopfball-Treffer in der 89. Minute zum entscheidenden und völlig unverdienten 1:0 (0:0) beim FC Schalke 04 bewahrte der ehemalige Nationalspieler seine Mannschaft vor einer Blamage.

Stefan Kießling traf die dezimierten Schalker kurz vor Schluss.
Stefan Kießling traf die dezimierten Schalker kurz vor Schluss.(Foto: dpa)

Die Gastgeber hatten nach der frühen Roten Karte für Abwehrchef Naldo (4.), dem schnellsten Platzverweis der Schalker Bundesliga-Geschichte, fast 90 Minuten in Unterzahl gespielt und waren dennoch die klar bessere Mannschaft gegen die erschreckend einfallslosen Gäste. Die behielten dennoch die Punkte. Durch den Erfolg rückte Bayer wieder näher an die internationalen Plätze heran, Schalke blieb nach der ersten Niederlage nach vier Heimsiegen als Tabellenzehnter im Mittelfeld stecken.

Naldo zerstört Schalkes Matchplan

Nachdem die Schalker beim bedeutungslosen 0:2 in der Europa League bei RB Salzburg ebenso mit einem B-Team spielten wie der Werksclub in der Champions League beim 3:0 gegen Monaco, kehrten die Trainer Markus Weinzierl und Roger Schmidt wieder zu ihren Bestformationen zurück. Zumindest für Weinzierl waren alle taktischen Überlegungen nach dem frühen Rot-Schock durch Naldo hinfällig.

Nach einem Katastrophen-Pass von Sead Kolasinac im Mittelfeld schnappte sich Leverkusens Javier Hernandez den Ball und strebt allein gen Schalker-Tor. Abwehrchef Naldo lief dem Mexikaner in die Beine. Der Bayer-Stürmer fiel kurz vor der Strafraumgrenze. Schiedsrichter Deniz Aytekin zeigte Naldo sofort Rot.

Damit war keiner mehr aus der üblichen Schalker Dreier-Kette auf dem Platz, nachdem schon Benedikt Höwedes wegen einer Gelb-Sperre fehlte und Matija Nastasic wegen muskulärer Probleme ausfiel. Die Naldo-Position übernahm Johannes Geis, Jung-Nationalspieler Leon Goretzka rückte ins defensive Mittelfeld.

Überlegen in Unterzahl

Die Gastgeber zeigten sich vom Naldo-Abgang nur wenig beeindruckt, Angetrieben von ihren Fans unter den 60.821 Zuschauern bestimmten sie das Geschehen in der emotionsaufgeladenen Partie. Bayer fiel so gut wie nichts gegen die aufopferungsvoll kämpfenden Schalker ein. Im Gegenteil: Die Leverkusener hatten noch Glück, das die Königsblauen ihre Konter zu selten konsequent zu Ende spielten.

Auffälligster Akteur vor der Pause war neben dem starken Goretzka der Ukainer Jewgeni Konopljanka, der immer wieder vor Bayer-Keeper Bernd Leno gefährlich auftauchte. In der 24. Minute vergab er die beste Chance, als er wieder nach einem Konter aus aussichtsreicher Position verzog. Das 20 Jahre alte Abwehrtalent Thilo Kehrer (39.) setzte zudem einen Kopfball knapp über das Leverkusener Tor. Die einfallslosen Gäste kam nur einmal in der ersten Halbzeit vielversprechend zum Abschluss, doch Stefan Kießling schoss klar vorbei.

Kießling bestraft Schalker Schnitzer

Bayer-Trainer Schmidt setzte nach der Pause voll auf Angriff, brachte Wladlen Jurtschenko und den erst 17-jährigen Kai Havertz für das offensive Mittelfeld. Nach 58 Minuten hatte Schmidt sein Auswechselkontingent ausgeschöpft, als er noch Abwehrspieler Aleksandar Dragovic in Spiel schickte.

Am Kräfteverhältnis änderte sich aber nichts auf dem Feld, obwohl die Werkself mehr Ballbesitz hatte. Die Schalker kämpften, rackerten, spielten und hatten in Konopljanka den besten Spieler auf den Platz. Allein ein echter Abschluss fehlte. Doch als die Kräfte der Gastgeber schwanden, startete Bayer seine Schlussoffensive. Nach einem umstrittenen Freistoß ließen die Schalker Kießling völlig frei im Strafraum, der das zum Siegtreffer einnickte.

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Quelle: n-tv.de

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