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Sportdirektor Zorc kann die Kritik nicht nachvollziehen.
Sportdirektor Zorc kann die Kritik nicht nachvollziehen.(Foto: picture alliance / dpa)

"Scheinheilige Diskussion": Zorc verteidigt BVB-Traingslager in Dubai

Der BVB erntet massive Kritik für die Entscheidung, sein Trainingslager in Dubai abzuhalten. Für Sportdirektor Zorc ist das allerdings unverständlich: Lieber stichelt er gegen die Bayern, die sich derzeit in Katar aufhalten. Ein "No-Go", so Zorc.

Sportdirektor Michael Zorc vom Fußball-Bundesligisten Borussia Dortmund kann die Kritik am Trainingslager in Dubai nicht nachvollziehen: "Bei uns wird das Thema Menschenrechte aufgemacht, obwohl Dubai eine klare Urlaubsdestination für halb Europa ist", sagte Zorc vor dem Abflug der Westfalen.

Besonders in der Dortmunder Fanszene wurde die Wahl des Trainingslagers harsch kritisiert. Das Portal Schwartzgelb.de kommentierte das Trainingslager als "Werbereise in ein undemokratisches Land". Wie wenig Zorc von derartiger Kritik hält, machte er noch einmal deutlich: "Das ist eine scheinheilige Diskussion". Katar, wo derzeit Tabellenführer Bayern München sein Trainingslager zur Vorbereitung auf die Rückrunde abhält, sei hingegen ein "No-Go" sagte Zorc nach Angaben der Funke Mediengruppe, aber man müsse bei Betrachtungen der Region genau differenzieren.

FC Bayern: Kein Kommentar

Sportvorstand Matthias Sammer hat indes keine weitere Stellungnahme zum umstrittenen Trainingslager des FC Bayern abgeben wollen. Die Argumente seien bekannt, er bitte dies zu respektieren, sagte er. "Wir haben uns geäußert dazu, aber wir werden uns jetzt nicht nochmal dazu äußern und nochmal äußern und uns dann zu den Äußerungen, die dazu gekommen sind, nochmal äußern, damit die, die sich geäußert haben, wieder auf die Äußerungen reagieren", ergänzte Sammer.

Tatsächlich gibt es zu dem Thema von Seiten des FC Bayern lediglich Aussagen von Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge in "Sport Bild". "Wir wissen, dass wir in ein Land fahren, in denen die Menschen teilweise eine andere Kultur als in Deutschland pflegen. Wir informieren uns. Aber ein Trainingslager ist keine politische Äußerung. Niemand sollte Dinge vermischen, die nicht zusammengehören", hatte er dort Mitte Dezember gesagt.

Für diese Aussagen war Rummenigge unter anderem von der Anti-Korruptions-Expertin Sylvia Schenk kritisiert worden. Die Frankfurter Rechtsanwältin warf dem Klubchef bei Focus Online eine "erschreckende Verharmlosung der Probleme" vor Ort vor: Der FC Bayern "verbräme" mit dem Hinweis auf eine andere Kultur die Probleme in der Frage von Menschen- und Arbeitsrechten. Özcan Mutlu, Sprecher für Sportpolitik der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen, sagte, es sei "unglaublich, dass der FC Bayern nichts dazu lernt".

Quelle: n-tv.de

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