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(Foto: picture alliance / dpa)

"Keine Illusionen wecken": Neymar: Keine Wunderheilung

Superstar Neymar leidet unter einem Lendenwirbelbruch. Sein WM-Aus ist besiegelt. Aber ist es das wirklich? Vor dem Halbfinalspiel gegen Deutschland gibt es plötzlich Gerüchte, er könne sich fitspritzen lassen und trotzdem auflaufen.

Es läuft die 88. Minute und Brasilien bangt. Nicht nur, weil die Seleção im Viertelfinalspiel gegen Kolumbien in Castelão mit 2:1 gegen Kolumbien führt. Nein, im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit steht Neymar. Der Kolumbianer Juan Zuñiga ist dem brasilianischen Superstar gerade in den Rücken gesprungen. Linksverteidiger Marcelo eilt als Erster zu seinem Mannschaftskameraden. Wie es ihm ginge, fragt er Neymar. Der schreit unter Schmerzen: "Ich kann meine Beine nicht spüren." Brasiliens Nationaltrainer Luiz Felipe Scolari erzählt das später der spanischen Sporttageszeitung "Marca".

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Neymar erlitt einen Lendenwirbelbruch. Er wird definitiv ausfallen im Halbfinale gegen Deutschland am Dienstag (ab 22 Uhr im Liveticker bei n-tv.de). Teamarzt Dr. José Luiz Runco wies Spekulationen über eine "Wunderheilung" des 22-Jährigen zurück. "Wir wollen auf keinen Fall Illusionen beim brasilianischen Volk wecken. Es besteht nicht die geringste Möglichkeit, dass Neymar spielen kann", sagte Runco.

Brasilianische Medien hatten zuvor berichtet, dass sich der Stürmer nach seiner Wirbelfraktur im Falle eines Einzuges ins Endspiel für die Partie am kommenden Sonntag eventuell mit Schmerzmitteln fitspritzen lassen könnte. Auch Neymar hatte dies in einer auf seiner Webseite veröffentlichten Stellungnahme dementiert: "Es wurde keine alternative Behandlung zur Diskussion gestellt." Runco sagte zudem, dass Neymars Karriere auf dem Spiel stünde, sollte er jetzt einen Schlag auf seine verletzte Wirbelsäule abbekommen.

Mindestens 45 Tage Pause

Das Internet-Sportportal globoesporte.com hatte zuvor vermeldet, dass Neymar den Arzt und Physiotherapeuten seines früheren Vereins FC Santos sowie einen Rückenspezialisten in sein Haus in Guarujá geholt hätte, um mit ihnen die Möglichkeit durchzusprechen, mit Spritzen bis zum WM-Finale einsatzfähig zu werden. In der Stellungnahme von Neymar wird zwar bestätigt, dass der Arzt von Santos seine medizinischen Einrichtungen zur Behandlung zur Verfügung gestellt habe, es sich bei der Stippvisite aber nur um einen "Höflichkeitsbesuch" gehandelt habe. Neymars Behandlung liege bis zum Ende der WM weiter allein in der Verantwortung von Runco, Arzt des brasilianischen Fußballverbandes CBF. Alles andere sei "pure Spekulation". Runco habe einer weiteren Behandlung Neymars in dessen Haus in Guarujá nur unter der Bedingung "absoluter Ruhe" zugestimmt.

Zudem sei Runco als einziger Arzt autorisiert, über den "Heilungsverlauf und den Gesundheitszustand" des Angreifers vom FC Barcelona Auskunft zu geben. Dieser hatte am Samstag von einer Pause von mindestens 45 Tagen für Neymar gesprochen, nachdem sich der Angreifer im Viertelfinale gegen Kolumbien (2:1) eine Fraktur des Querfortsatzes des dritten Lendenwirbels zugezogen hatte. In Neymars Statement hieß es aber auch: "Seine Rückkehr auf den Rasen hängt einzig und allein von der Überwindung der Schmerzen, die er fühlt, ab." Runco sprach am Samstag zudem davon, dass Neymar, falls es die Schmerzen zuließen, das Halbfinale gegen Deutschland in Belo Horizonte als Fan auf der Tribüne verfolgen könne.

"Dürfen jetzt nicht in Panik verfallen"

Bei der Suche nach einem Ersatz für Neymar bringen sich derweil zwei Seleção-Akteure in Stellung. "Ich habe noch nie in der Startelf der Seleção gestanden. Wenn dies jetzt im Halbfinale geschähe, wäre das ein unglaubliches Ding für mich", sagte Offensivspieler Willian auf der Pressekonferenz am Sonntag im WM-Quartier Teresópolis.

Schnell, dribbelstark, mit Auge für den Mitspieler: Diese Eigenschaften machen auch Bernard zu einem möglichen Kandidaten auf der Neymar-Position für das Giganten-Duell gegen Deutschland. "Wir dürfen jetzt nicht in Panik verfallen, denn wir haben Spieler, die das Problem lösen können", sagte der Angreifer von Schachtjor Donezk. Willian hob aus der deutschen Mannschaften einen Chelsea-Teamkollegen heraus.

"André Schürrle ist ein schneller Mann. Aber nicht nur ihm müssen wir höchste Aufmerksamkeit schenken. Deutschland ist ein Team mit viel Qualität, gut eingespielt und erfahrenen Spielern", gestand der 25-Jährige. Der Ausfall von Neymar belastet aber immer noch das Klima innerhalb des Teams. "Er wird uns fehlen", bekannte Bernard, der zudem zugab, sich bei dem Gedanken, auf diese Art und Weise ins Team zu rutschen, nicht wohlzufühlen.

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Quelle: n-tv.de

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