Sport
Donnerstag, 25. Februar 2010

Fataler Wechselfehler beim Shorttrack: China jubelt, Südkorea geschockt

Die Südkoreaner tobten vor Wut, die Chinesinnen griffen sich die Fahne und zelebrierten eine Eis-Party: Am grünen Tisch brechen die chinesischen Shorttrackerinnen die koreanische Dominanz und gewinnen erstmals Staffelgold über 3000 Meter.

Unverhofft goldig: Chinas Shorttrackerinnen liefen zwar neuen Weltrekord, waren aber zunächst nicht die schnellsten gewesen.
Unverhofft goldig: Chinas Shorttrackerinnen liefen zwar neuen Weltrekord, waren aber zunächst nicht die schnellsten gewesen.(Foto: AP)

Im Pacific Coliseum von Vancouver ist eine große Serie gerissen. Seit 1994 hatten Südkoreas Shorttrack-Damen viermal in Serie bei Olympischen Spielen die Staffelrennen über 3000 Meter dominiert, und auch diesmal waren sie die Schnellsten. Doch Minuten nach dem umjubelten Ziel-Durchlauf trat die Schockstarre auf die Gesichter der Asiatinnen, als das Kampfgericht nach einer leichten Behinderung der Chinesinnen auf Disqualifikation entschied.

Die Südkoreanerinnen durften sich nur wenige Minuten als Sieger fühlen.
Die Südkoreanerinnen durften sich nur wenige Minuten als Sieger fühlen.(Foto: AP)

In Weltrekordzeit von 4:06,610 Minuten wurde Weltmeister China auf den Gold-Platz gehievt, nachdem Sun Linlin, Wang Meng, Zhan Hui und Zhou Zhang zuvor den Südkoreanerinnen einen verbissenen Fight um die Top-Position geliefert hatten. Für Wang Meng war es bereits Olympiasieg Nummer drei nach ihren Erfolgen über 500 Meter in Turin und Vancouver. Zhou Zhang hatte zuvor schon die 1500 Meter im Coliseum gewonnen. Vor 14.200 Zuschauern ging Silber an Kanada, die abgeschlagenen US-Läuferinnen kamen zur unverhofften Bronzemedaille. Die deutschen Frauen hatten das Olympia-Ticket verpasst.

Deutsche im Viertelfinale

Noch im Rennen: Der Deutsche Tyson Heung steht im 500-Meter-Viertelfinale.
Noch im Rennen: Der Deutsche Tyson Heung steht im 500-Meter-Viertelfinale.(Foto: dpa)

Zuvor hatten der Deutsch-Kanadier Tyson Heung und die Rostockerin Aika Klein die Vorläufe überstanden und sich für die Viertelfinals am Freitag qualifiziert. Heung wurde über 500 Meter Zweiter seines Vorlaufes hinter dem Franzosen Thibault Fauconnet, nachdem der ursprünglich zweitplatzierte Chinese Liang Wenhao wegen Behinderung von Heung disqualifiziert worden war. "Ich bin in der Form meines Lebens. Das erste Ziel ist erreicht. Jetzt wird es ganz schwer, aber im Shorttrack ist alles möglich", sagte der Wahl-Dresdner. Sein Trainingskollege Robert Seifert musste hingegen als Dritter seines Vorlaufes vorzeitig die Segel streichen.

Aika Klein hatte über 1000 Meter Glück: Sie wurde in ihrem Vorlauf von der Ungarin Erika Huszar zu Sturz gebracht und nach der Disqualifikation der Konkurrentin für die nächste Runde gesetzt. "Das ging so schnell, ich weiß gar nicht wie es passiert ist", sagte sie. "Natürlich bin ich happy. Ich wäre aber lieber sportlich ins Viertelfinale eingezogen."

Quelle: n-tv.de

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