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Mittwoch, 10. Februar 2010

Von Henie bis Björndalen: Die Stars der Winterspiele

In der Geschichte der Olympischen Winterspiele haben es einige Athleten geschafft, Fans und Jurys zu verzaubern - mit Leistung, Charakter und Menschlichkeit.
Die Norwegerin Sonja Henie gilt als die erfolgreichste Eiskunstläuferin aller Zeiten.

Die Norwegerin Sonja Henie gilt als die erfolgreichste Eiskunstläuferin aller Zeiten.
(Foto: picture-alliance / dpa)

Der erste Superstar der Olympischen Winterspiele landete erst mal auf dem Hosenboden. Ein erschrockenes "Hoppla" soll 1924 eine schüchterne Elfjährige ausgerufen haben, als sie in Chamonix während ihrer Vorstellung aufs Hinterteil plumpste. Ihr Name: Sonja Henie, später Eisprinzessin, dreimal Olympiasiegerin und Filmsternchen der 50er Jahre.

In den vergangenen 86 Jahren haben es einige Athleten geschafft, Zuschauer, Jurys und sogar andere Sportler mit ihren Leistungen und ihrer Persönlichkeit zu verzaubern. Ein smarter und hübscher Franzose fällt der ehemaligen Ski-Königin Rosi Mittermaier sofort ein. "Ja, ganz klar: der Jean-Claude Killy. Nach dem war ich wahnsinnig", sagte sie vor den Spielen in Vancouver.

Menschlichkeit und Momente

Auch für Toni Sailer schwärmte "Gold-Rosi", 1976 mit olympischem Doppelgold dekoriert. "Der Toni war eine olympische Legende. Das war eine Zeit, in der der Sport in Aufbruchsstimmung war, da war erstmals sogar das Fernsehen live dabei. Björn Dählie, ein ganz Großer! Auch der Hackl-Schorsch, ein Hundertprozentiger, ein wahrer Medaillenrodler."

Ski-Legende Toni Sailer im Februar 1955.

Ski-Legende Toni Sailer im Februar 1955.
(Foto: picture-alliance/ dpa)

Olympiagold gewonnen haben viele. Doch für Rosi Mittermaier gehört mehr dazu, die Herzen der Fans im Sturm zu erobern. "Ganz wichtig sind sympathische Ausstrahlung und der Charakter. Es geht nicht nur um Medaillen, sondern um Menschlichkeit." Oder um die einmaligen Momente: Wie jenen von Hermann Maier, der 1998 den Sturz des Jahrhunderts in der Abfahrt hinlegte und drei Tage später den Super-G gewann.

Mensch statt Maschine

Was den Österreichern Hermann Maier, war den Italienern ihr Alberto Tomba: Ein Superheld mit einem Schuss Überheblichkeit und einer Portion Tragik. Dreifach-Olympiasieger im Riesenslalom und Slalom, Weltmann, Exzentriker - dann ein Flop an der Kinokasse, angeblich ein Steuerhinterzieher, am Ende Fackelträger in Turin 2006. Aber immer Mensch und keine Maschine.

Björn Dählie 1997: niemand hat mehr gewonnen als der norwegische Langläufer.

Björn Dählie 1997: niemand hat mehr gewonnen als der norwegische Langläufer.
(Foto: picture-alliance / dpa)

Den wohl schlimmsten Absturz aller Olympiastars legte ein Überflieger hin. Alkohol, Gefängnis und im Dezember 2009 sogar ein Messer-Angriff auf die eigene Ehefrau, das einstige Skisprung-Idol Matti Nykänen (Finnland, 4-mal Olympiagold) sank auf einen weiteren Tiefpunkt.

Sympathische Glamourfrau Witt

Wie gut dagegen, wenn man fast immer auf der Sonnenseite steht. Wie Katarina Witt, einst Vorzeigefrau der DDR, zweimal Olmpiagold im Eiskunstlauf, später vom Westen als sympathische Glamourfrau "adoptiert", auf allen Bühnen erfolgreich, auf dem Eis, im Fernsehen, sogar im Playboy.

Andere haben sensationell viel gewonnen, Superstars wurden dennoch andere. Claudia Pechstein (5-mal Eisschnellaufgold, jetzt gesperrt) stand immer ein wenig im Schatten von Anni Friesinger (2 Goldmedaillen). Auch die Russin Ljubow Jegorowa (Skilanglauf), mit sechsmal Gold die erfolgreichste Winter-Olympionikin bisher, hatte nur begrenztes Starpotenzial.

Von Gunde Svan über Eric Heiden, von Ricco Groß bis zu Ole Einar Björndalen: Eischnellläufer, Langläufer und Biathleten sind gegenüber anderen Sportlern klar im Vorteil - sie können gleich in mehreren Rennen zuschlagen. Niemand hat mehr gewonnen als Björn Dählie, Norwegens Langlauf-Ass (8-mal Gold, 4-mal Silber).

Doch für Mittermaier gilt. "Die Größten sind für mich diejenigen, die in einer Spezialdisziplin bei mehreren Olympischen Spielen in Folge gewinnen." Wie eine Elfjährige, die 1924 erst mal auf dem Hosenboden saß.

Thomas Nowag, sid

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