Olympia-Ausfälle und Sorgenkinder

Von Don Johnson bis Friedrich

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Eines von vielen Sorgenkindern im deutschen Olympia-Team: Hochspringerin Ariane Friedrich. (Foto: dapd)
25.07.2012 | 11:26 Uhr
Ausfälle, Formschwäche, Verletzungen: In der deutschen Olympia-Mannschaft sind einige Sorgenkinder zu betreuen, eine Reihe prominenter Athleten fehlt ganz. Auch für Schönling Don Johnson platzt der Olympiatraum, er lahmt. Andere Stars haben den Weg zu Olympia gefunden, aber ihre Form nicht.
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Er lahmt: Dressurpferd Don Johnson kann nicht zeigen, was es kann. (Foto: picture alliance / dpa)

Don Johnson ging es gar nicht gut. Der Schönling mit der rotbraunen Mähne fand sich in der Klinik wieder, die behandelnden Ärzte verordneten strengste Schonung. Ausgeträumt war er, der olympische Traum, vielleicht für immer - schließlich ist Don Johnson mit seinen zehn Jahren auch nicht mehr der allerjüngste. Die Frau an seiner Seite war ratlos. "Dass er lahm gehen würde, damit hätte ich nie gerechnet", sagte Dressur-Ikone Isabell Werth über ihren Wallach. Eine Zerrung am Fesselgelenk machte Werth und Pferd einen Strich durch die London-Rechnung, die Spiele finden ohne die fünfmalige Olympiasiegerin statt.

Werth gehört zu der Kategorie der deutschen Olympia-Sorgenkinder, die allerlei prominente Aus-, Sorgen,- und Härtefälle umfasst. Manche hoffen noch bis kurz vor Ultimo, die nötige Form zu finden. Bei Ariane Friedrich könnte die Hoffnung vergebens sein. Die Hochsprung-Diva, an deren Nominierung trotz fehlender Norm sich harsche Kritik entzündet hatte, steuert nach Rückschlägen in Serie einem freiwilligen Verzicht entgegen.

Arianes Angst vorm Abservieren

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Ariane Friedrich muss in London ihre Wildcard rechtfertigen - ist davon aber weit entfernt. (Foto: dapd)

"Sie will nicht in London abserviert werden", sagt Trainer Günter Eisinger. Nach jüngstem Stand dürfte aber genau das passieren. Am Samstag scheiterte die WM-Dritte von 2009, Bestmarke 2,06 Meter, im norditalienischen Nest Pergine an 1,87 Meter - eine Höhe, welche die 28-Jährige normalerweise beim Einspringen packt. "Ich appelliere an die Eigenverantwortung, bei fehlender Form zu verzichten", sagt DLV-Sportdirektor Thomas Kurschilgen in Richtung der Wackelkandidaten, zu denen auch Matthias de Zordo gehört. Der Speerwurf-Weltmeister quälte sich lange mit einer Kapselverletzung im Ellenbogen und schaffte die Olympianorm von 82,00 Metern nicht. "Ich werde es aber schaffen, in London in guter Form anzutreten", sagt de Zordo.

Ein Kampf gegen die Zeit wird das Unternehmen Olympia auch für Tony Martin. Der Zeitfahr-Weltmeister erlitt bei der Tour de France schon am zweiten Tag bei einem Sturz einen Bruch des Kahnbeins. "Eine Medaille in London zu gewinnen, wäre fast schon ein Wunder", sagt Martin. Zumal die Konkurrenz um Tour-Sieger Bradley Wiggins mächtig ist.

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Ballsportler fast ein Totalausfall

Immerhin ist Martin beim Saisonhöhepunkt dabei. Die vom Pech verfolgte Andrea Petkovic hingegen muss auf das olympische Tennisturnier verzichten. "Mir blutet das Herz, Olympia war ein Lebenstraum", sagt die Darmstädterin, deren Fuß nach einem im April erlittenen Bänderriss nach wie vor zu unstabil ist. Ähnliches gilt für Nicole Reinhardt: Die Kanu-Olympiasiegerin fällt wegen anhaltender Schulterprobleme aus.

Die deutschen Ballsportler sind nahezu ein Gesamtausfall. Während sich seine NBA-Kollegen auf die Operation Gold vorbereiten, macht Basketball-Superstar Dirk Nowitzki nur mit Gerüchten über seine angebliche Hochzeit Schlagzeilen. Die Handballer, 2007 Weltmeister, sind in Gedanken schon bei der WM 2013. Die Fußballerinnen, bis zur Heim-Weltmeisterschaft 2011 global führend, dürfen nach verpatzter Quali die Spiele im Fernsehen verfolgen. Dass ihre männlichen Pendants fehlen, ist schon schlechte Tradition. Zuletzt kickten sie 1988 olympisch, holten Bronze. Mit dabei: Rudi Bommer, Gerhard Kleppinger oder Fritz Walter - Namen aus dem Fußball-Museum. In London wären zum Beispiel Marco Reus, Thomas Müller, Mario Götze und Toni Kroos plus drei Spieler über 23 Jahre spielberechtigt gewesen - eine Truppe mit Gold-Chance.

Totilas ist fit, sein Reiter nicht

Gebeutelt wurden Don Johsons vierbeinige Kollegen. Vorzeigepferd Totilas, das potenziell teuerste Sportgerät der Spiele, ist zwar fit, bleibt dennoch im Stall - Reiter Matthias Rath plagte Pfeiffersches Drüsenfieber. Springreiter Ludger Beerbaum stolperte ebenso über sein Pferd (Gotha war formschwach) wie Kollege Philipp Weishaupt (Monte Bellini fieberte). Corradina, Schimmelstute von Carsten-Otto Nagel, konnte nach einer Zahn-OP nicht mehr selbigen zulegen.

Im Gegensatz zu Petkovic und Co. dürfte die Tierfraktion mit entspannten Sommertagen aber nicht unzufrieden sein ...

Verwendete Quellen: ntv.de, Christoph Leuchtenberg, sid