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Aaron Swartz nahm sich mit 26 Jahren das Leben.
Aaron Swartz nahm sich mit 26 Jahren das Leben.(Foto: AP)

Pionier der Hacker-Szene: Aaron Swartz erhängt sich

Aaron Swartz kämpfte für ein offenes Internet - auch mit illegalen Mitteln. Ihm wurde Diebstahl von Millionen wissenschaftlicher und literarischer Artikel vorgeworfen. Im April sollte ihm der Prozess gemacht werden, ihm drohte eine lange Haftstrafe. Dazu wird es nun nicht mehr kommen - der 26-Jährige nahm sich das Leben.

Der als Internet-Genie gefeierte Mitbegründer der Social-News-Webseite Reddit und des Onlinedienstes RSS, Aaron Swartz, hat sich kurz vor dem Beginn seines Strafprozesses wegen des Datendiebstahls das Leben genommen. Der 26-Jährige sei am Freitagabend im New Yorker Stadtteil Brooklyn erhängt aufgefunden worden, sagte eine Sprecherin von New Yorks Gerichtsmedizin. Swartz hatte sich später auch als Aktivist für den freien Zugang zu Inhalten im Internet eingesetzt.

Der Prozess gegen Swartz sollte in wenigen Wochen beginnen. Ihm wurde Diebstahl von Millionen wissenschaftlicher und literarischer Artikel vom JSTOR-Dienst, der nur für zahlende Abonnenten zugänglich ist, vorgeworfen. Swartz drohte bei einer Verurteilung eine langjährige Haftstrafe und eine Geldbuße von einer Million Dollar (753.000 Euro). Er hatte die Daten mittels eines im Massachusetts Institute of Technology (MIT) versteckten Computers heruntergeladen.

Nach seiner Festnahme in Boston im Jahr 2011 erklärte seine Anti-Zensur-Gruppe Demand Progress, die Anklage habe "keinen Sinn". Genauso gut könnte die Justiz jemand ins Gefängnis stecken, der "angeblich zu viele Bücher aus der Bibliothek ausgeliehen hat". Die zuständige Staatsanwältin Carmen Ortiz dagegen hatte gesagt, Diebstahl bleibe Diebstahl, ob er mit einem Computer oder einem Brecheisen begangen werde und ob er Dokumente, Daten oder Dollar betreffe.

Swartz' Familie gab der Staatsanwaltschaft und dem MIT eine Mitschuld an dem Suizid. "Aarons Tod ist nicht nur eine persönliche Tragödie. Es ist das Ergebnis eines Strafrechtssystems", erklärte die Familie. Swartz hatte schon vor Jahren von Depressionen berichtet. Er hatte mit 14 am Programm des RSS-Newsfeed mitgeschrieben, mit dem es für Nutzer möglich ist, Updates von Blogs, Nachrichtenseiten und anderen Seiten zu erhalten.

Quelle: n-tv.de

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