Technik

Zum Erfolg verdammtAlle hoffen auf Windows 7

22.10.2009, 16:04 Uhr

Windows 7 ist viel besser als sein Vorgänger Vista und ein rundum gelungenes Betriebssystem. Außer Apple setzt die gesamte Computerbranche große Hoffungen auf Microsofts neues Flaggschiff.

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Professionelle PR ist die halbe Miete ... (Foto: REUTERS)

Das neue Betriebssystem Windows 7 wird für den US-Softwareriesen Microsoft zum Prüfstein. Seit 22. Oktober ist der Nachfolger von "Windows Vista" im Handel und weckt sowohl bei Microsoft als auch in der gesamten Computerbranche große Hoffnungen. Bis zum Ende des kommenden Jahres sollen 177 Millionen Lizenzen von dem Programm verkauft sein, berief sich Microsoft-Deutschlandchef Achim Berg auf Schätzungen des Marktforschers IDC. Bei der Entwicklung habe sein Haus aus den Fehlern bei "Vista" gelernt. Von dem Vorläuferprogramm hatte Microsoft in den ersten 14 Monaten global 140 Millionen Lizenzen verkauft.

Firmen pfiffen auf Vista

Die meisten Firmen hatten auf die Einführung von Vista, das vor drei Jahren auf den Markt gebracht worden war, verzichtet, da es sich als schwerfällig erwiesen hatte und hohe Anforderungen an die Technik der Computer stellt. Von den deutschen Dax-Konzernen hatte kein einziger das System breit eingeführt. Nun setzt Microsoft auch auf den zeitgleichen Start der neuen Zentralrechner-Software "Windows Server 2008 R2". Im Zusammenspiel mit "Windows 7" soll so den Firmen die IT-Verwaltung deutlich vereinfacht werden, wirbt Microsoft.

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Microsoft Steve Ballmer hat sicher ein Stoßgebet gen Himmel geschickt. (Foto: REUTERS)

"Das ist die erste wirklich wichtige Neuauflage in den vergangenen zehn Jahren", sagte Analyst Brendan Barnicle von Pacific Crest Securities. "Nach dem Fehlschlag mit 'Vista' wurde Microsofts Relevanz für die Branche ernsthaft infrage gestellt. Die neue Version ist ein kritischer erster Schritt auf Microsofts Weg zu neuer Glaubwürdigkeit." Mit "Windows" erwirtschaftet das Unternehmen mehr als die Hälfte seines Umsatzes. Konzernchef Steve Ballmer bekannte: "Ich muss sagen, ich habe daran zu kauen". Er sei bereit, selbst Verkaufstelefonate zu führen.

Zahlreiche Preisnachlässe

Um gerade zu Beginn des Marktstarts den Kunden "Windows 7" schmackhaft zu machen, lockt Microsoft verschiedene Kundensegmente mit Preisnachlässen. So sollen in Deutschland Studenten in einem begrenzten Zeitraum eine Update-Version für 35 Euro aus dem Internet herunterladen können. Familien erhalten drei Lizenzen der Basisversion "Home Premium" für 149 Euro. Und mittelständische Unternehmen, die bereits eine "Windows"-Vorgängerversion nutzen, erhielten auf die Lizenzen der neuen Version bis Februar bis zu 35 Prozent Rabatt. Die regulären Preis für Einzellizenzen liegen je nach Bezugsart und Umfang der Variante zwischen 120 und 320 Euro. Bisher ist "Windows 7", das Experten als gelungen loben, in 14 Sprachen erhältlich. Bis Jahresende sollen es 36 sein.

Computer- und Chiphersteller wie Dell, Acer oder Intel rechnen entgegen anfänglicher Skepsis inzwischen mit einem Absatzschub durch "Windows 7". Die Erwartungen ruhen vor allem auf den populären Mini-Laptops, sogenannten Netbooks. "Vista" lief bislang auf diesen Rechner nicht, sondern nur das alte "Windows XP". Diese Zeit sei nun vorbei, eigens zum Marktstart böten die Hersteller nun noch flachere und leichtere Geräte. "Ein Netbook mit XP ist ab heute unverkäuflich", sagte Berg.

Google kommt

Allerdings droht Microsoft, dessen "Windows"-Betriebssysteme auf über 90 Prozent aller Computer weltweit laufen, neue Konkurrenz. Der Internetkonzern Google, der mit seiner Online-Software zunehmend etablierte Anbietern zu schaffen macht, will mit einem eigenen Betriebssystem rasch nachziehen. Google-Chef Eric Schmidt sagte, "Chrome OS" werde "vernünftigerweise bald" auf den Markt kommen. Im Sommer hatte Google noch von einem Zeitplan bis Ende 2010 gesprochen und zwar zunächst für einen Einsatz auf Netbooks, später dann für PCs.

Im Kampf um die Vorherrschaft im Internet haben beide Rivalen unterdessen eine Such-Vereinbarung mit dem Online-Dienst Twitter geschlossen. Die Suchmaschinen beider Unternehmen würden künftig auch die Kurznachrichten des Kommunikationsportals erfassen. Die Microsoft-Suchmaschine Bing würde zudem noch Einträge des Gruppennetzwerks Facebook ausspucken.

Quelle: rts