Technik

Nach Lobhudelei für WeTab: Ankershoffen legt Posten nieder

Isabell Noé und Diana Sierpinski

PR-technisch war das WeTab von Anfang an ein Desaster. Aber ganz nach dem Grundsatz "schlimmer geht immer" kommt jetzt noch eine weitere Peinlichkeit hinzu: Firmenchef Ankershoffen gesteht, bei Amazon unter falschem Namen Lobhudeleien für das WeTab veröffentlicht zu haben - und zieht Konsequenzen.

Helmut Hoffer von Ankershoffen.
Helmut Hoffer von Ankershoffen.(Foto: dpa)

WeTab-Geschäftsführer Helmut Hoffer von Ankershoffen hat zugegeben, zwei Rezensionen seines in Tests hinter den Erwartungen zurückbleibenden WeTab unter falschem Namen auf Amazon veröffentlicht zu haben. Er habe die Bewertungen privat verfasst, ohne sich mit der Geschäftsführung und der Kommunikationsabteilung abzustimmen, schreibt Ankershoffen in seiner Stellungnahme auf Facebook. Es sei ein Fehler gewesen, nicht seinen eigenen Namen zu verwenden: "Dafür möchte ich mich an dieser Stelle entschuldigen!"

Mit den beiden fraglichen Rezensionen wollte Ankershoffen seine Freude über den Marktstart und seine Überzeugung, dass "das WeTab ein tolles Gerät ist, Ausdruck verleihen". Inhaltlich stehe er voll hinter dem, was dort geschrieben steht.

"Nicht gut, sondern sehr sehr gut!"

In der Fachpresse war das Ende September im Handel eingeführte WeTab auf zahlreiche kritische Reaktionen gestoßen. Nur ein gewisser "Peter Glaser" war mit einem euphorischen Kundenbericht aus der Vielzahl der eher mittelmäßigen Bewertungen herausgestochen. Er schrieb unter der Überschrift "Sehr sehr gut" den folgenden Kommentar: "Ich muss meine vorige Rezension korrigieren: Das WeTab ist nicht gut sondern sehr sehr gut ...  Heute kam ein Update. Ist alles noch flüssiger geworden. Hab meine Email Konten (bei Google und Web.de) eingerichtet, funktioniert super. Der Browser ist scheinbar auch schneller geworden – was will man mehr ... Insgesamt macht das WeTab einen sehr sehr guten Eindruck. Ich kann das Teil nur empfehlen und warte sehr gespannt auf die Android App Unterstützung!"

Aufmerksamen Bloggern entging es aber nicht, dass sich hinter dem Kundenprofil von "Peter Glaser" nicht etwa der bekannte Schriftsteller gleichen Namens – seines Zeichens Ehrenmitglied des Chaos Computer Clubs – verbarg, sondern möglicherweise Helmut Hoffer von Ankershoffen höchstselbst. Dieser Name erschien jedenfalls, wenn man über Amazons Wunschliste das Kundenprofil von Peter Glaser aufrief.

Lob von Frau Kaden

In einer zweiten auffallend positiven Rezension fand eine gewisse Claudia Kaden "das WeTab sehr schön und genau wie ich es mir vorgestellt habe". Deren Kundenprofil hatte nur einen Schönheitsfehler: Es gehörte Sandra Hoffer von Ankershoffen, der Gattin des WeTab-Gründers. Beide Profile und Kommentare sind inzwischen gelöscht, aber durch Screenshots im Netz dokumentiert.

Nach dem selbstgemachten PR-Debakel zieht Ankershoffen nun Konsequenzen. Wegen der anhaltenden Diskussionen in der Öffentlichkeit rund um seine Person in den letzten Wochen habe er sich entschieden, schreibt von Ankershoffen in der Stellungnahme, "seine Position als Geschäftsführer der WeTab GmbH bis auf weiteres ruhen zu lassen".

Quelle: n-tv.de

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