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Wer ein iPhone 6s kaufen will, muss dafür ab sofort mehr bezahlen.
Wer ein iPhone 6s kaufen will, muss dafür ab sofort mehr bezahlen.(Foto: Apple)

Abgabe für Musiker und Pornofilmer: Apple macht das iPhone teurer

Apple erhöht in Deutschland die Preise für seine Geräte. Grund ist eine höhere Urheberrechtsabgabe, von der unter anderem Musiker, Autoren und Pornofilmer pofitieren. Die Preiserhöhung wird ab sofort fällig.

Wer im neuen Jahr ein Smartphone oder Tablet von Apple kaufen möchte, muss tiefer in die Tasche greifen als bisher. Pünktlich zum Jahreswechsel hat der Konzern die Preise für seine iPhones und iPads angehoben, berichtet "AP". Die Preiserhöhung gilt aber nicht überall, sondern nur in Deutschland. Grund für die Anpassung nach oben: Eine Urheberrechtsabgabe, die künftig pro Gerät erhoben wird und die Apple fast komplett an die Kunden weitergibt.

Beim Kauf eines Smartphones oder Tablets zahlt jeder Kunde in Deutschland mit dem Verkaufspreis automatisch auch einen kleinen Betrag an sogenannte Verwertungsgesellschaften, die die Rechte von Urhebern wie Komponisten oder Autoren vertreten. Die Begründung für diese Abgabe, die schon länger auch auf Computer, USB-Sticks, MP3-Player, DVD-Brenner oder CD-Rohlinge erhoben wird: Sie können zur privaten Anfertigung von Kopien urheberrechtlich geschützter Werke genutzt werden.

Wie hoch diese Abgabe ausfallen soll, darüber wurde lange gestritten. Anfang Dezember 2015 hatte die "Zentralstelle für private Überspielrechte" (ZPÜ) aber eine Einigung mit den Herstellern erzielt: Für jedes Smartphone wird ab sofort eine Gebühr von 6,25 Euro fällig, für Tablets werden 8,75 Euro berechnet. Für alle, die dem sogenannten Gesamtvertrag zwischen der ZPÜ und dem Branchenverband Bitkom beigetreten sind, gelten reduzierte Sätze von 5 Euro pro Smartphone und 7 Euro pro Tablet.

Auch andere Hersteller betroffen

Das Geld aus den Geräteverkäufen geht an die in der ZPÜ zusammengeschlossenen Verwertungsgesellschaften, die die Einnahmen wiederum an ihre Mitglieder ausschütten. Die ZPÜ vertritt neun Gesellschaften, darunter sind zum Beispiel die VG Wort und die VG Bild-Kunst, aber auch die Musikergesellschaft Gema sowie die Güfa (Gesellschaft zur Übernahme und Wahrnehmung von Filmaufführungsrechten), die Darsteller, Filmemacher und andere Rechteinhaber aus der Pornoindustrie vertritt.

Ursprünglich wollte die ZPÜ weitaus höhere Gebühren erheben. In einem Schreiben vom 6. Februar 2014, das "Spiegel Online" vorliegt, forderte der Dachverband 36 Euro pro Gerät mit mindestens 8 Gigabyte Speicher. Die jetzige Einigung gilt auch rückwirkend, bei Smartphones für verkaufte Geräte ab 2008, bei Tablets ab 2012. Die Preise sind jedoch gestaffelt, für 2008 werden zum Beispiel nur 1,33 Euro pro Mobiltelefon fällig.   

Apple ist bislang laut "AP" der einzige Hersteller, der die Abgabe direkt an die Kunden weitergibt. Ein iPhone 6s koste nun ab 744,95 Euro, im vergangenen Jahr waren es noch 739 Euro. Der Konzern bestätigte gegenüber AP, dass die Preiserhöhung direkt mit der Urheberrechtsabgabe zusammenhänge. Betroffen sind auch alle anderen Hersteller von Smartphones und Tablets, die ihre Geräte in Deutschland anbieten. Wie Konzerne wie Samsung, Sony, LG, Microsoft, Google, Motorola, Huawei und Co. mit der Urheberrechtsabgabe umgehen und ob diese die Kosten auch direkt an die Kunden weitergeben wollen, ist nicht bekannt.

Quelle: n-tv.de

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