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Per App wird das Wachstum der Pflanzen kontrolliert.
Per App wird das Wachstum der Pflanzen kontrolliert.(Foto: Bios Urn)

Bios Incube mit Smartphone-App: Bio-Urne macht Asche zu Pflanzen

Bios Incube ist eine sehr moderne Art der Naturbestattung: Aus einer biologisch abbaubaren Urne wächst mithilfe eines Inkubators eine Pflanze. Sensoren wachen über ihr Wohl, eine Smartphone-App hilft bei der Pflege.

Zur herkömmlichen Bestattung auf dem Friedhof gibt es längst Alternativen, oft verbunden mit der Einäscherung des Verstorbenen. Bei der Naturbestattung zum Beispiel wird die Asche auf Feldern oder Wäldern, im Gebirge oder auf hoher See verstreut. Das spanische Start-Up "Bios Urn" greift diesen Gedanken der Naturbestattung auf. Sein Ziel ist es, "Friedhöfe in Wälder" zu verwandeln, wie es in einem Image-Film heißt. Und mit dem "Bios Incube" kommt die Naturbestattung in die eigenen vier Wände: Der Inkubator hilft dabei, aus der Asche eines Verstorbenen eine Pflanze wachsen zu lassen. Mit Hilfe einer App wird sie gehegt und gepflegt.

So sieht der Bios Incube aus.
So sieht der Bios Incube aus.(Foto: Bios Urn)

Das Kickstarter-Projekt, von dem "pressetext" berichtet, steht 22 Tage vor Ende der Crowdfunding-Kampagne kurz vorm Finanzierungsziel: Rund 41.500 Euro wurden schon erreicht, Ziel sind 60.000 Euro. Wenn diese Summe zusammenkommt, setzen die Macher hinter dem "Bios Incube" ihr Vorhaben um. Die Urne ist aus einer biologisch abbaubaren Kokosnussschale gefertigt und enthält die Asche des Verstorbenen. Sie wird in den Nährboden im Inkubator eingesetzt, anschließend kommt ein Sensor an die Oberfläche der Urne, der dafür sorgt, dass die Pflanze über einen Wassertank im Inkubator ausreichend und richtig bewässert wird. Der Behälter selbst ist aus Kunststoff gefertigt, er ist 76 Zentimeter hoch und misst im Durchmesser 33 Zentimeter. Der Tank fasst 11 Liter, das soll im Schnitt für 20 Tage reichen.

Kontrolle per App

Der Baumsamen absorbiert die Nährstoffe aus der Asche des Verstorbenen und kann so wachsen. Die Pflanzenart lässt sich nach eigenen Wünschen auswählen. Per App lässt sich das Wachstum der Pflanze und deren Gesundheit überprüfen, der Sensor überwacht ihr Gedeihen. Er misst Temperatur und Feuchtigkeit in der Umgebung und im Boden und ermittelt, wie viel Licht die Pflanze bekommt und ob genug Dünger im Boden ist. Per WLAN werden die Daten ans Smartphone geschickt.

Bios Incube ist aber nicht nur für die Naturbestattung von verstorbenen Angehörigen geeignet. In Verbindung mit der Bio-Urne lässt sich der Inkubator auch für die Asche verstorbener und geliebter Haustiere nutzen und kann auch unabhängig davon eingesetzt werden, um Pflanzen und Bäumen beim Wachsen zu helfen, bis sie weit genug gediehen sind, um sie in der Natur auszupflanzen. Die Massenproduktion soll im August 2016 starten, Ende des Jahres sollen dann die fertigen "Incubes" ausgeliefert werden. Eine Urne mit Samen nach Wunsch kostet ab 120 Euro, einen Bios Incube gibt's für Frühbesteller für 350 Euro.

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Quelle: n-tv.de

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