Donnerstag, 14. Januar 2010
Hacker-Angriff: China klaut in großem Stil
Der massive Hacker-Angriff aus China, der den Internetkonzern Google zu einer Überprüfung seines Engagements in der Volksrepublik veranlasste, hat auf 33 weitere amerikanische Firmen gezielt. Unter ihnen seien Finanzfirmen und mindestens ein größeres Unternehmen in der Rüstungsindustrie gewesen, berichtete das US- Magazin "Wired". Die Angreifer hätten es unter anderem auf wichtige Quellcodes von Programmen abgesehen gehabt.
Die Hacker-Attacke im Dezember zeige deutliche Ähnlichkeit mit einem Versuch im Sommer 2009, durch eine Sicherheitslücke in dem Programm Adobe Reader wichtige Computerdaten von rund 100 amerikanischen Technologiefirmen zu stehlen. Das berichteten das Magazin und der US-Fachdienst "CNET" unter Berufung auf Eli Jellenc, den Chef der Internetsicherheitsfirma VeriSign iDefense.
Peking zuckt nicht
Nach vier Jahren der Selbstzensur hatte Google am Vortag überraschend angekündigt, sich der Einschränkung nicht mehr beugen zu wollen, selbst wenn es dafür sein China-Geschäft aufgeben muss Nachdem viele chinesische Internetnutzer Googles Kampfansage an die Zensur begrüßt hatten, ging die Regierung gar nicht direkt auf die Drohung des Internetriesen mit seinem Rückzug aus China ein. Der Sprecher des Staatsrates, Wang Chen, sagte nur, die Internetmedien müssten der Führung der Kommunistischen Partei folgen. Sie müssten die "soziale Harmonie fördern", "das Denken vereinheitlichen" und die öffentliche Meinung in eine positive Richtung lenken.
Die Sprecherin des Außenministeriums, Jiang Yu, sagte auf Fragen nach Google, ausländische Internetfirmen müssten sich bei ihrer Tätigkeit in China an chinesische Gesetze halten. Ungeachtet der massiven Zensur beschrieb die Sprecherin das Internet in China als "offen". "China verwaltet das Internet nach dem Gesetz, und unsere Maßnahmen entsprechen internationaler Praxis", sagte Jiang Yu.
dpa
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