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Ganz in Weiß: das Chromebook R11 von Acer.
Ganz in Weiß: das Chromebook R11 von Acer.(Foto: jwa)

Acer-Convertible mit Chrome OS: Chromebook R11 hat den Dreh raus

Von Johannes Wallat

Laptop, Tablet oder Zelt - das Chromebook R11 von Acer ist ein flexibles, handliches und leichtes Notebook mit drehbarem Bildschirm. Sein größter Vorteil ist zugleich aber seine größte Schwäche.

Chromebooks sind eine eigene Geräteklasse unter den Laptops, Notebooks und Netbooks auf dem Markt. Die kompakten Klapprechner setzen nicht auf Windows oder Mac OS, sondern auf Googles Chrome OS und sind in den meisten Fällen auf eine Internetverbindung angewiesen, da sie hauptsächlich mit Web-Anwendungen arbeiten. Acers Chromebook R 11 ist da keine Ausnahme, stattdessen hat es mit seinem drehbaren Display ein tolles Extra - ob man es mag oder nicht, hängt trotzdem ganz entscheidend davon ab, wie man zum Online-Primat der Chromebooks steht.

Das Display des Chromebook R11 ist ausreichend scharf und hell.
Das Display des Chromebook R11 ist ausreichend scharf und hell.(Foto: jwa)

Dabei sind viele Menschen, die Smartphones ihr Eigen nennen und zu Hause mit dem Computer ins Internet gehen, nahezu ununterbrochen online. Das Smartphone ist im mobilen Netz eingewählt und zu Hause funkt das WLAN rund um die Uhr. Diesen Nutzern wird es kaum auffallen, ob sie ein Chromebook nutzen oder ein herkömmliches Notebook - zumindest, solange sie sich innerhalb Googles Ökosystem aufhalten.

Apps für fast alles

Google hält Apps für die wichtigsten Lebensbereiche eines durchschnittlichen Laptop-Nutzers bereit. Chrome, Gmail, Youtube, Drive, Fotos, Maps, ein komplettes Office-Paket und die Play-Dienste Music, Books und Filme decken die meisten Bedürfnisse ab. Wer sich innerhalb dieser Koordinaten bewegt und kein Problem damit hat, seine Daten und seine Aktivitäten im Netz und am Rechner komplett in die Hände von Google zu legen, wird mit dem Chromebook R 11 zufrieden sein und nichts vermissen.

Die wichtigsten technischen Daten
  • System: Chrome OS
  • Display: 11,6 Zoll, 1366 x 768 Pixel, 35 ppi
  • Prozessor: Intel Celeron N3150, Qud-Core, 1,6 GHz
  • Arbeitsspeicher: 4 GB
  • Interner Speicher: 32 GB
  • Webcam
  • WLAN ac MIMO, Bluetooth 4.0
  • 1x SD-Kartenleser, 1x USB 3.0, 1x USB 2.0, 1x HDMI, 1x 3,5mm-Audio
  • Akku: 3490 mAh
  • Abmessungen: 294x204x19,2 mm
  • Gewicht: 1,25 kg

Die Stärke des Chromebook-Konzeptes ist, dass Anwendungen in der Cloud ausgeführt werden. Statt herkömmlicher Programme, die auf dem Gerät installiert werden und von leistungsstarker Hardware betrieben werden, basiert Googles Chrome OS auf Web-Apps. Das spart Ressourcen, macht den Rechner antrittsfreudiger, verlängert die Akkulaufzeit - das R 11 hält 8 bis 10 Stunden durch - und erleichtert Update-Prozesse und die Systempflege. Praktisch außerdem: Dokumente und Dateien, die in der Cloud gespeichert und bearbeitet werden, werden automatisch mit allen Geräten synchronisiert, auf denen man mit dem gleichen Google-Konto angemeldet ist und sind nicht futsch, wenn die Hardware mal kaputtgeht.   

Die Leistung des kompakten Notebook-Tablet-Convertibles ist absolut ausreichend, mit 4 Gigabyte Arbeitsspeicher in der kräftigeren Version sind ausreichend Ressourcen für einfache und etwas anspruchsvollere Aufgaben vorhanden, ein interner Speicher von 32 Gigabyte gewährt Reserven für den Fall, dass man doch einmal offline arbeiten möchte. Apps wie Gmail, Kalender, Drive, Fotos oder Musik sind eingeschränkt auch ohne Netz nutzbar, Websites können im Browser für die Offline-Nutzung gespeichert werden, manche Spiele und andere Apps im Web Store sind nicht auf Internet-Verbindung angewiesen.

Nichts für Google-Gegner

Die Tasten des Chromebook R11 sind im Tablet-Modus nicht aktiv.
Die Tasten des Chromebook R11 sind im Tablet-Modus nicht aktiv.(Foto: jwa)

Aber: Als Windows- oder Mac-Nutzer kann man schnell vertraute Programme vermissen. Das weiß auch Google. Im Hilfe-Bereich gibt es den Unterpunkt "Ersatz für Apps", wo erklärt wird, welche Chromebook-Apps beliebte Programme wie Microsofts Office-Suite, Skype, iTunes, Spotify, Photoshop oder VLC ersetzen. Für manche Programme gibt es Online-Apps (Word) oder eine Chromebook-Version (Spotify, VLC), andere werden nicht unterstützt (iTunes, Photoshop). Hier bleibt nur der Rückgriff auf ähnliche Web-Apps von Google. Doch die Suche nach ihnen kann schnell ermüdend sein und ist nicht immer erfolgreich.

So empfiehlt sich das Chromebook nicht für Nutzer, die mit ihren Geräten intensiv arbeiten wollen und dafür auf Programme angewiesen sind, die speziellere Anforderungen erfüllen und von denen es kein Google-Äquivalent gibt. Auch jene, die die Hoheit über ihre Software und Anwendungen behalten wollen und ihre persönlichen Daten nicht voll in die Cloud verlagern und mit Google teilen möchten, dürften mit einem Chromebook nicht glücklich werden. 

Wer aber vor allem im Internet unterwegs ist, zwischendurch kleine Aufgaben am Rechner erledigt und ohnehin mit Googles Diensten arbeitet, bekommt mit dem Chromebook R11 ein gutes und günstiges Stück Technik. Das Design des 350-Euro-Laptops ist zwar nicht jedermanns Sache, das weiße Gehäuse wirkt altmodisch, das Design hölzern und wenig elegant. Doch die Verarbeitung ist tadellos, die Displayrückseite ist mit einer Aluminiumplatte verstärkt, die leichte Textur fühlt sich angenehm griffig an. Das Display ausreichend scharf und hell, Touchpad und Touchscreen reagieren präzise und zuverlässig auf Eingaben, die Tastatur ist gut verarbeitet, Tippen geht leicht von der Hand.

Das Scharnier zum Umklappen macht einen stabilen Eindruck - wie häufig man das Display allerdings tatsächlich umklappt, ist offen. Einen wirklichen Mehrwert bietet der Tablet-Modus nur, wenn es wenig Platz zum Abstellen gibt, und die Oberfläche von Chrome OS ist nicht wirklich auf den Touchscreen-Gebrauch ausgelegt. Somit ist der eigentliche Mehrwert des R11 im Vergleich zu anderen Chromebooks nur von geringem Nutzen. Trotzdem: Mit ein bisschen Eingewöhnungszeit ist das Chromebook R 11 ein passables und robustes Gerät, das in den vielen Alltagssituationen ein teureres und leistungsstärkeres Notebook überflüssig macht und mit dem drehbaren Display ein nettes Extra an Bord hat. 

Quelle: n-tv.de

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