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Hinter der schicken Außenhülle des iPhone X steckt hochkomplexe Technik.
Hinter der schicken Außenhülle des iPhone X steckt hochkomplexe Technik.(Foto: Apple)
Montag, 06. November 2017

Doppelter Akku, teure Reparatur: Das hat das iPhone X unter der Haube

Die Reparatur-Experten von Ifixit nehmen das iPhone X auseinander und prüfen, wie leicht man es reparieren kann. Sie finden überraschend und clever verbaute Hardware - und eine Erklärung für die haushohen Reparaturkosten.

Das iPhone X ist in aller Munde, seit Anfang November ist es im Verkauf, die Nachfrage ist hoch. Doch was im Innern des High-Tech-Wunders im Hosentaschenformat steckt, weiß kaum jemand. Die Profis von "Ifixit" zerlegen regelmäßig neue Smartphones, offenbaren deren Innerstes und prüfen sie darauf, wie gut sie zu reparieren sind. Jetzt haben sie sich Apples Spitzenmodell vorgenommen und eine ausführliche Schritt-für-Schritt-Bilderstrecke mit informativen Erklärungen veröffentlicht.  

Nicht alles leicht reparierbar

Beim Blick auf die Reparierbarkeit und die damit verbundenen Kosten ergibt sich beim iPhone X ein gemischtes Bild. Positiv merken die Experten an, dass sich das Displayglas austauschen lässt, ohne die Komponenten für die Face ID aus- und wieder einzubauen. Das spart Mühen und Kosten. Ganz anders sieht es aber bei der gläsernen Rückseite aus. Wenn die defekt ist und ersetzt werden muss, ist das mit viel Arbeit verbunden, weil unter anderem die Kamera aufwändig mit der Rückseite verbunden ist und verhindert, dass man die Abdeckung entfernen kann, ohne entweder das Kamera-Modul oder die Glasabdeckung zu beschädigen.

Komplett zerlegt: Das sind alle Komponenten, die im iPhone X stecken.
Komplett zerlegt: Das sind alle Komponenten, die im iPhone X stecken.(Foto: Ifixit)

Eine Reparatur der Rückseite bedeutet laut Ifixit im Grunde, "alle Komponenten zu entfernen und das komplette Chassis auszutauschen". Das wird durch den hohen Aufwand auch ziemlich teuer - schon beim iPhone 8 kostet die Reparatur der Rückseite 400 Euro und beim 8 Plus 450 Euro, berichtete "ZDNet" im September. Die Reparatur des iPhone-X-Displays kostet laut Apples Reparaturliste rund 320 Euro, eine neue Rückseite fällt unter "sonstiger Schaden" und schlägt mit happigen 611,10 Euro zu Buche.

Platzsparende Bauweise

Tadel gibt's von den Experten auch für empfindliche Kabel, die Bauteile im iPhone X zusammenhalten, die funktional gar nicht zusammengehören. Das macht deren Austausch unnötig teuer und umständlich. Nicht nur umständlich, sondern fast unmöglich ist Ifixit zufolge die Reparatur der Hauptplatine, die bei Apple Logicboard heißt. Grund dafür ist die extrem platzsparende Bauweise: Apples Ingenieure haben die Platine kurzerhand zusammengefaltet und beide Hälften verlötet. Außerdem sind Verbindungselemente und Komponenten extrem dicht aufs Logicboard gepackt. So nimmt die Hauptplatine weniger Platz ein als zum Beispiel beim iPhone 8 Plus und lässt Raum für andere Komponenten.    

Dank der platzsparenden Bauweise haben zum Beispiel die beiden Akkuzellen mehr Platz. Die Batterie-Einheit im iPhone X besteht aus zwei Zellen, die L-förmig im Gehäuse angeordnet sind und es auf 10,35 Wattstunden (Wh) bringen, das entspricht 2716 Milliamperestunden bei 3,81 Volt. Das iPhone 8 Plus hat mit 10,28 Wh etwas weniger, gegen Samsungs Galaxy Note 8 mit 12,71 Wh kommen beide aber nicht an. Die L-Form hat Apple laut Ifixit wohl gewählt, um Platz zu sparen und die restlichen Komponenten besser unterbringen zu können.

Nach einer kompletten Demontage des iPhone X kommen die Experten zu einer durchschnittlichen Bewertung der Reparierbarkeit. 6 von 10 möglichen Punkten bekommt das Luxus-iPhone. Das ist zwar kein vorbildlicher Wert, doch im Vergleich zur Konkurrenz steht Apple ganz gut da: Samsungs Galaxy-Modelle S8, S8 Plus und Note 8 bekommen nur 4 von 10 Punkten. Das iPhone 8 bewertet Ifixit ebenfalls mit 6 von 10 Punkten, der Vorgänger iPhone 7 schnitt mit 7 Punkten etwas besser ab.

Quelle: n-tv.de

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