Technik

20 Schutzprogramme im Test: Die drei besten Virenwächter

von Klaus Wedekind

Antivirus-Programme sollen nicht nur zuverlässig, sondern auch möglichst unauffällig schützen. AV-Comparatives testet Wächter-Software im Laufe eines Jahres unabhängig und knallhart in mehreren Disziplinen. Es gibt Gesamtsieger, aber auch hervorragende Spezialisten. Wer war 2010 der König der Virenwächter?

Na ja, unauffällig geht anders.
Na ja, unauffällig geht anders.

AV-Comparatives ist eine Organisation, die ohne kommerzielle Interessen Antiviren-Software testet und beurteilt. Während eines Jahres führt AV-Comparatives insgesamt fünf verschiedene Tests durch.

Am wichtigsten ist natürlich die Suche nach Schädlingen. Zum einen müssen die Kandidaten zeigen, wie viele Angreifer sie auf Kommando finden (On-Demand Test). Außerdem überprüft AV-Comparatives, wie die Kandidaten mit Malware zurechtkommen, die noch unbekannt ist und von der in den Datenbanken noch keine Signaturen existieren (Retrospective Test). Wichtig ist auch, dass sich die Software beim Scannen nicht zu lange Zeit lässt. Beide Tests werden zwei Mal im Jahr durchgeführt: im Februar und im August.

Fehlalarme bringen Minuspunkte

In beiden Teil-Disziplinen zählt auch die Anzahl der Fehlalarme. Denn ein Wächter, der umsonst Alarm gibt, ist nicht nur nervig. Wenn das Programm bei einer Systemdatei anschlägt und der Nutzer sie deshalb löscht, kann dies böse Folgen haben.

F-Secure Internet Security ist bei AV-Comparatives das "Produkt des Jahres".
F-Secure Internet Security ist bei AV-Comparatives das "Produkt des Jahres".

AV-Programme sollen zuverlässig schützen, dabei aber unauffällig sein und im Hintergrund bleiben. Wie bei einem guten Leibwächter soll der Nutzer im Idealfall gar nicht merken, dass er beschützt wird. Im Performance-Test checken die Tester deshalb, wie sehr ein Schutzprogramm ein Computersystem ausbremst.

Manchmal fängt sich ein Nutzer beim Surfen durchs Internet einen Schmarotzer ein, der ihm und seinem Computersystem nicht direkt gefährlich ist, aber Informationen sammelt, für Werbe-Attacken sorgt oder irgendetwas anderes tut, was es nicht tun soll. Auch diese ungebetenen Gäste sollten Schutzprogramme erkennen. Deshalb ermittelt AV-Comparatives ihre Fähigkeiten bei der On-Demand PUA (potentially unwanted applications) Detection.

Der Alltag entscheidet

Für den Nutzer besonders interessant ist, wie sich Antiviren-Programme im Alltagstest schlagen (Whole-Product Dynamic Protection). In dieser Disziplin tritt nur Software an, die mehr zu bieten hat als die reine Virensuche (Suites). Dabei versuchen die Tester herauszufinden, wie Otto-Normal-Nutzer mit den Programmen zurechtkommen.

Microsoft Security Essentials ist kostenlos, schützt aber gut.
Microsoft Security Essentials ist kostenlos, schützt aber gut.

Alles in allem kürte AV-Comparatives F-Secure Internet Security (ab 29 Euro/Jahr) zum "Produkt des Jahres". Die Software absolvierte alle Einzeltests mit der Bestnote Advanced+ und schnitt unter allen Kandidaten im Alltagstest am besten ab.

Praktisch gleichauf mit dem Gesamtsieger ist Avira Premium Security Suite (ab 40 Euro). Das Programm erhielt ebenfalls durchweg Bestnoten und belegte im Alltagstest den zweiten Platz.

Kostenlos gut geschützt

Auch wer kein Geld für Antiviren-Software ausgeben möchte, muss nicht auf guten Schutz verzichten. Microsoft Security Essentials erreichte in fast allen Tests mindestens ein Advanced, verursachte sehr wenig Fehlalarme und bremste das System nur mäßig aus. Bei der Suche nach noch unbekannten Schädlingen zeigte sich der Gratis-Schutz besonders talentiert, ist aber beim Erkennen von Spyware und anderen Schmarotzern noch verbesserungswürdig.

Quelle: n-tv.de

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