Technik
Der Roboter Lynx von Ubtech nimmt Sprachbefehle entgegen.
Der Roboter Lynx von Ubtech nimmt Sprachbefehle entgegen.(Foto: Ubtech)
Mittwoch, 06. September 2017

Von nützlich bis kurios: Diese IFA-Neuheiten haben Alexa an Bord

Von Johannes Wallat

Sprachassistenten waren auf der IFA in diesem Jahr ein großen Thema, am populärsten ist Amazons Alexa. Zahlreiche neue Geräte haben die smarte Assistentin an Bord, darunter auch kuriose Produkte.

Im Wettstreit der Sprachassistenten gibt es inzwischen viele Mitspieler. Apples Siri, Googles Assistant, Microsofts Cortana, Samsungs Bixby oder Amazons Alexa - alle haben ihre eigenen Dienste. Am erfolgreichsten ist derzeit Alexa, auch wenn sie nicht die Smarteste ist. Die Computerstimme tönt nicht nur aus den eigenen Amazon-Produkten, sondern inzwischen auch aus einer ganzen Reihe anderer Geräte, denn Amazon hat seine Plattform von Anfang an für Dritte geöffnet. Auf der IFA sieht man dieses Jahr eine ganze Reihe von Alexa-fähigen Geräten - von gewöhnlich bis skurril.

Lautsprecher

Der Harman Allure hat Alexa an Bord.
Der Harman Allure hat Alexa an Bord.(Foto: Harman)

Recht naheliegend ist es, Lautsprecher anzubieten, die Alexa integriert haben, schließlich hört Amazons Assistentin auf gesprochene Fragen und Befehle und antwortet freundlich. Ihre Premiere feierte Alexa auf dem Echo. Die Audio-Experten von Harman zeigen auf ihrem Messestand mehrere smarte Lautsprecher, unter anderem einen JBL-Speaker mit Googles Assistant. Der edlere und hochwertigere ist aber der Harman Kardon Allure mit durchsichtigem Plexiglasgehäuse und 360-Grad-Sound.

Medion bietet einen Lautsprecher mit Alexa-Integration, der auf den ersten Blick fast genauso aussieht wie Amazons Echo. Der lange Zylinder P61110 hat aber einen Akku und ist billiger, er soll im Herbst erscheinen und 99 Euro kosten. Mit 5 Watt Leistung hat er nicht viel drauf, Medion will aber weitere, kräftigere Lautsprecher hinterherschieben, die zusammen ein Multiroom-System ergeben. Ankers Eufy Genie ist ebenfalls auf der IFA zu besichtigen. Der Echo-Dot-Ableger sieht fast so aus wie Amazons smarter Puck und kostet laut "Golem" 50 Euro. In der Pressemitteilung waren es noch 56 Euro, womöglich sinkt der Preis bis zum Verkaufsstart weiter.

Der Eufy Genie sieht fast so aus wie der Echo Dot.
Der Eufy Genie sieht fast so aus wie der Echo Dot.(Foto: Anker)

Der japanische Audio-Hersteller Onkyo hat mit dem P3 einen kleinen smarten Lautsprecher für rund 230 Euro im Angebot, der nicht nur gut klingen soll, sondern dank DTS-Play-Fi-Technologie Audioübertragung in besonders hoher Qualität unterstützt. Genau wie Harman trennt auch Onkyo seine Alexa- und Google-Lautsprecher optisch, das Design des P3 wirkt hochwertiger als beim Google-Assistant-fähigen G3. 

Handy, Kopfhörer, Fernsteuerung

Lenovo bietet eine Alternative zum in Deutschland bislang nicht erhältlichen Echo Show. Sein Home Assistant ist ein smarter Lautsprecher, der in Verbindung mit dem 8- oder 10-Zoll-Tablet Tab 4 zur Alexa-Zentrale mit Lautsprecher und Display wird. Lenovo-Tochter Motorola zeigt mit dem Moto X4 zudem ein neues Smartphone, das ebenfalls Alexa an Bord hat.

Musik im Ohr gibt's von den drahtlosen Kopfhörern Bragi Dash und Dash Pro, die zu den ersten Bluetooth-In-Ear-Kopfhörern ganz ohne Kabel gehörten. Die sogenannten "Hearables" verstehen sich schon mit Google Now und Apples Siri. Im Oktober erhalten sie dann ein Update auf die Software-Version Bragi OS 3.1, das den entsprechenden Alexa-Skill mitbringt. Weitere Voraussetzungen: die aktuelle App-Version, ein Amazon-Account und mindestens Android 7.0 oder iOS 10.

Das Fernsteuerungs-System Harmony von Logitech ist eine Heimzentrale für alles, was ferngesteuert werden kann. Alle mit Harmony verbundenen Geräte können in Zukunft auch per Sprache gesteuert werden - die Kooperation mit Amazon gab Logitech auf der IFA bekannt.

Saug- und Mähroboter

Der Bosch Roxxter ist ein smarter Saugroboter.
Der Bosch Roxxter ist ein smarter Saugroboter.(Foto: Bosch)

Gleich mehrere Staubsauger-Roboter, die auf der IFA zu sehen sind, haben ebenfalls Alexa an Bord. Eher am oberen Ende der Preisskala steht der Neato Botvac D7 Connected, der stolze 800 Euro kosten soll. Dafür beherrscht er nicht nur Sprachkommandos und nimmt per Facebook-Messenger-Bot Befehle entgegen, sondern lernt auch automatisch, Zonen auszulassen, die seine Besitzer als "No-Go-Area" markieren. Der Bosch Roxxter reinigt nicht nur den Boden, sondern kann auch Live-Streams aus den eigenen vier Wänden senden, während man im Urlaub ist. Steuerungszentrale ist die Bosch-App "Home Connect", Alexa-Kommandos nimmt er auch entgegen.

Wie ein Staubsauger, nur draußen im Garten: LG zeigt auf der IFA einen Rasenmäher-Roboter, der sich sowohl mit Alexa als auch mit Googles Assistant versteht. Man benötigt aber offenbar zusätzlich einen Smart-Speaker für die Befehlsannahme, schreibt "Cnet". Der Mäh-Roboter hat außerdem ein GPS-Modul und kann in zweieinhalb Stunden eine Fläche von rund 500 Quadratmetern mähen. Einen Preis nannte LG noch nicht.

Samsung hat mit Bixby einen eigenen Sprachassistenten im Programm, doch auf der IFA stellen die Koreaner einen Kühlschrank mit Alexa-Integration vor. Der Family Hub 2.0 ist mit Touchscreen ausgestattet und hat neben Samsungs Plattform SmartThings auch Alexa an Bord, um bestimmte Kühlschrank-Aufgaben zu erledigen, zum Beispiel einen Einkaufszettel zu erstellen. Bixby soll später auch noch dazu kommen.

Putziger Geselle

Kleines Highlight der Messe ist der Roboter Lynx von Ubtech. Der rund 50 Zentimeter große humanoide Roboter nimmt über Alexa Sprachbefehle entgegen und antwortet entweder freundlich oder führt die Kommandos aus. Dazu gehören zum Beispiel die Ansage des Wetterberichts, untermalt von Tanzbewegungen, oder auch ein kleiner Tanz, begleitet von Musik aus den Lautsprechern, die dort sitzen, wo beim Menschen die Ohren sind.

Lynx kann aber auch Yoga-Posen vormachen, Diktate aufnehmen und E-Mails verschicken, Kalendereinträge vorlesen oder durch die Wohnung laufen und mit seiner Kamera Fotos  oder Videos machen. Der Roboter wurde Anfang des Jahres auf der CES vorgestellt, konnte aber auch auf der IFA noch für Begeisterung sorgen - auch wenn der praktische Nutzen dieses rund 1000 Euro teuren Spielzeugs bisher noch klein ist. 

Quelle: n-tv.de

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