Technik

"Wir wollen Google ablösen": Ebay plant mobile Offensive

Das Internet-Auktionshaus Ebay startet eine mobile Offensive gegen Google. In Zukunft sollen Smartphone-Nutzer bei Ebay und nicht bei Google nach Produkten suchen. Ein ehrgeiziger Plan, der sogar aufgehen könnte.

Für das iPhone gibt es bisher die meisten Ebay-Apps.
Für das iPhone gibt es bisher die meisten Ebay-Apps.(Foto: Ebay)

"Wir wollen Google als De-facto-Startseite ablösen", sagt Steve Yankovich, Chef der mobilen Sparte von Ebay, im Interview mit dem Online-Magazin Computerworld. Yankovich ist seit weniger als eineinhalb Jahren bei dem Internet-Auktionshaus, hat aber schon viel erreicht.

Bis Mitte 2009 konnten Ebay-Nutzer lediglich vom Smartphone aus bieten. Zum Bezahlen mussten sie sich wieder an den Computer setzen. Dann kam die iPhone-App. "Bis zum Ende des Jahres hatten US-Ebay-Kunden Produkte im Wert von 600 Millionen Dollar über ihre Handys erstanden", sagt Yankovich. Insgesamt wurden in den USA 2009 Waren für 1,2 Milliarden Dollar über Smartphones gekauft.

Danach wurde sein kleines Team aufgestockt und Ebay veröffentlichte weitere iPhone-Apps für Verkäufer, Mode, Preisvergleich, Tickets und Multimedia. Inzwischen gibt es auch Anwendungen für Android-Smartphones und Blackberrys.

Scanner-Duell mit Google

Im Juni 2010 hat Ebay das Start-up-Unternehmen Redlaser gekauft und damit einen Fuß in die Strichcode-Technologie bekommen. Bereits im August erschien die erste App, mit der Nutzer Strichcodes von Produkten scannen und sie auf der US-Ebay-Seite Half.com suchen oder Preise vergleichen können.

Doch das ist nur ein erster Schritt. In Zukunft soll Redlaser Objekte anhand ihrer Kontur und Farbe erkennen. Das kennt man bereits von Google Goggles. Und wie der Suchmaschinengigant will auch Ebay, dass Kunden mit ihrem Smartphone Online- mit Ladenpreisen vergleichen. Mit dem Unterschied, dass in den meisten Fällen Ebay das günstigste Angebot haben soll.

Analysten sehen durchaus Chancen für Ebay, sich auf diesem Gebiet gegen Google durchzusetzen. Google gelte zwar als "Meister der Suche", aber nicht als "Meister des E-Commerce". Steve Yankovich hofft, dass in diesem Jahr Produkte im Wert von 1,5 Milliarden Dollar über Ebays mobilen Ladentisch gehen.

Quelle: n-tv.de

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