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Schmuddelecke ausgemistet : Ebay räumt bei Sexfotos auf

Bei Ebay kann man so ziemlich alles zu Geld machen - auch erotische Fotografien von Frauen und Kindern. Letztere haben in der Kategorie "Akt&Erotik" aber nichts zu suchen, bemängeln Jugendschützer und werfen dem Internetauktionshaus Lücken in der Kontrolle solcher Bilder vor. Ebay löscht nun "in großem Stil".

Ebay ist rechtlich verpflichtet, eindeutige Fotos von der Seite zu nehmen, sobald die gemeldet werden. Das Unternehmen soll dem nicht immer nachgekommen sein.
Ebay ist rechtlich verpflichtet, eindeutige Fotos von der Seite zu nehmen, sobald die gemeldet werden. Das Unternehmen soll dem nicht immer nachgekommen sein.

Das Online-Handelshaus Ebay hat seine Rubrik mit erotischen Fotos nach Hinweisen auf jugendgefährdende oder gar illegale Inhalte umfassend aufgeräumt. Recherchen der "Süddeutschen Zeitung" hatten ergeben, dass in der Rubrik "Akt & Erotik" etliche problematische Bilder zu finden waren, darunter auch ein sogenanntes Posenfoto, das ein Kind in einer "unnatürlich geschlechtsbetonten Körperhaltung" zeigt. Oft sind die abgebildeten Personen Kinder, die hier ihre blanke Brust in die Kamera halten, bemängeln Jugendschützer. Kinderpornografie ist das per definitionem nicht.

Eine Ebay-Sprecherin bestätigte, man habe nach den Gesprächen mit der "Süddeutschen" in dem Bereich im großen Stil "manuell aufgeräumt" und rund 10.000 Angebote gelöscht. "Wir wollen mit unangemessenen Bildern kein Geld verdienen", sagte die Sprecherin. Gegen einige Anbieter seien auch Sanktionen verhängt worden.

Künftig wird es für Händler schwieriger sein, auf Ebay erotische Fotos zu verkaufen. Das Internethandelshaus führt nun Mindestpreise ein, die eine Flut billiger Sexfotos eindämmen soll.

Die Ebay-Sprecherin dementierte allerdings ein Detail aus dem Bericht der "Süddeutschen", wonach die von der Bundesregierung unterstützte Plattform Jugendschutz.net allein im Februar neun Auktionen an Ebay gemeldet habe, ohne das Ebay reagiert habe.  Bei manchen Angeboten konnte den Jugendschützern zufolge "ein Verstoß gegen Straf- oder Jugendschutzbestimmungen festgestellt werden".

"Es haben sich neun Internet-Nutzer bei Jugendschutz.net gemeldet. Davon sind zwei Fälle an uns weiter geleitet worden, bei denen wir auch mit Löschungen reagiert haben." Inzwischen seien weniger als 2500 Angebote mit Erotik-Fotos online, so das Auktionshaus. Ungeachtet dessen, ist Ebay rechtlich verpflichtet, eindeutige Fotos von der Seite zu nehmen, sobald die gemeldet werden. Die Zeitung bemängelt, dass Ebay hier erst auf Ihre Recherche hin reagiert habe.

Neben den Mindestpreisen sollen künftig Filter für die Beschreibungen der Bilder für Mindeststandards in der Kategorie "Akt & Erotik" sichern. Gewerbliche Händler müssen künftig fünf Euro oder mehr verlangen, Privatanbieter mindestens zehn Euro. Viele der problematischen Fotos wurden für weniger Geld verkauft.

Quelle: n-tv.de

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