Technik

Preisverfall und FeierstimmungErste IFA-Bilanz

08.09.2009, 17:35 Uhr

Zum Jahresbeginn waren die Aussichten für Hersteller von Unterhaltungselektronik und Haushaltsgeräten nicht gerade rosig. Auf der IFA zerstreuten sich die Befürchtungen.

Zum Jahresbeginn waren die Aussichten für Hersteller von Unterhaltungselektronik und Haushaltsgeräten nicht gerade rosig. Auf der IFA zerstreuten sich die Befürchtungen: Die am Mittwoch endende weltgrößte Branchenschau hat den Anbieter viel Freude bereitet.

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War doch besser als befürchtet. (Foto: picture-alliance/ dpa)

Als bittere Pille für die Industrie bleibt ein anhaltender Preisverfall. Den Verbraucher freut es, wenn der Handel wegen der Konkurrenz Neuheiten schnell mit hohen Rabatten in den Markt drückt. "Das ehrgeizige IFA-Ziel von Aufträgen in Höhe von mehr als drei Milliarden Euro wird sicherlich erreicht", sagt Rainer Hecker, Aufsichtsratsvorsitzender des IFA-Veranstalters Gfu. 2008 meldete die Messe mit drei Milliarden Euro ein Rekord-Ordervolumen.

Bedürfnisse geweckt

"Auf der IFA wurden Bedürfnisse und Wünsche geweckt", meint der Direktor der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK), Jürgen Boyny. Und der Kunde lernt, dass er mit seinem Fernseher mehr machen kann als früher, etwa ins Internet gehen oder digitale Fotos ansehen.

Mit dem Angebot von Filmen in gestochen scharfen Bildqualität steigt auch der Wunsch nach einem entsprechenden Sound. Das treibt das Geschäft an, meint Boyny. Deshalb ist HiFi wieder ein Thema für die Verbraucher geworden. Ein ganz neues Erlebnis ist 3D-TV. "Das wird die Zukunft des Fernsehen, zumindest des Heimkinos sein", prophezeit der GfK-Direktor. Uneins sind sich die Experten allerdings darüber, wann die 3D-Geräte ihre Marktreife erreichen.

Bei den TV-Geräten haben sich flache Bildschirme mit 40 Zoll, also 104 Zentimeter, als eine Art Standardgröße etabliert. Bei alten Röhrengeräten waren es 26 Zoll. Der Hersteller Sharp sieht einen Trend zu noch größeren Formaten. "Wir registrieren eine Nachfrage für 52 Zoll- Geräte. Davon sind wir etwas überrascht worden", räumt Deutschland- Geschäftsführer Frank Bolten ein. Ein Grund könnte die bessere Filmqualität durch Blu-Ray sein.

Größer, flacher, besser

Bei den Unternehmen macht sich mit der IFA gute Stimmung breit. Panasonic meldet mehr Aufträge als im vergangenen Jahr. Auch bei Philips brummt einen Tag vor IFA-Ende das Geschäft, es stehen mehr Bestellungen in den Büchern als im Vorjahr. Beide Unternehmen nennen den Trend: flachere und größere TV-Geräte und mehr Nachfrage nach Blu-Ray. Erste Rekorder des Abspielformats sollen im kommenden Jahr angeboten werden. Zudem erkenne der Handel die Verbindung von Internet und Fernsehen zunehmend als Markt. Angebote für mobile Kommunikation dürfte im Herbst- und Weihnachtsgeschäft ebenfalls eine große Rolle spielen.

Auch die Anbieter von Haushaltsgeräten sind zufrieden. "Wir haben mehr Aufträge als im vergangenen Jahr und der Handel ist für Neuheiten sehr aufgeschlossen", sagt Ulrich Twiehaus, Marketingleiter der Siemens-Elektrogeräte. Schonendes Kochen mit Dampfgarer sei ein Thema. Insgesamt interessiere sich der Handel vor allem für neue Geräte mit geringem Wasser- und Energieverbrauch. Ähnliches berichtet Bosch. Gefragt seien Produkte und Technologien, die die Umwelt schützen, die Lebensqualität in den Alltag bringen und Geld sparen. Die IFA 2009 zeigt auch: Note- und Netbooks gehören demnächst ebenso zur Haushaltsausstattung wie Kühlschränke.

Quelle: ino/dpa